Ratgeber Rheuma: Erste Anzeichen, Therapien & die richtige Ernährung

Vor allem Frauen kennen das: Die Gelenke schmerzen und die Finger werden steif. Wie Rheuma behandelt wird und was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können.

Rheuma: Erste Anzeichen, Therapien & die richtige Ernährung
Bei Rheuma handelt es sich um Entzündungen und Schmerzen in der Gelenkhaut und im Knorpel.
Inhalt
  1. Neuer Therapieansatz bei Rheuma
  2. Welche Rolle die Ernährung spielt
  3. Worauf Sie außerdem achten sollten
  4. Diese Anzeichen gibt es für Rheuma

Rund 20 Millionen Menschen sind in Deutschland von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. 800.000 von ihnen leiden unter rheumatoider Arthritis. Diese häufigste Form entzündlichrheumatischer Beschwerden wird im Volksmund vereinfacht als "Rheuma" bezeichnet. Dabei greift das Immunsystem die Gelenkhaut und den Knorpel an. Betroffen sind meist Gelenke der Finger und Zehen sowie Hände und Füße. Die Folgen sind Entzündungen und Dauerschmerzen. Rheuma ist zwar nicht heilbar, mit den richtigen Maßnahmen können die Beschwerden aber spürbar gelindert werden.

 

Neuer Therapieansatz bei Rheuma

Bisher setzten Ärzte bei der Behandlung von Rheuma-Beschwerden vor allem auf sogenannte Biologika. Doch jetzt zugelassene Medikamente, die sogenannten Januskinase-Hemmer, bieten eine neue Therapieoption. Das Besondere an ihnen: Sie hemmen gezielt Signalwege im Körper und können so die Bildung von Entzündungen an den Gelenken reduzieren. Außerdem können sie im Gegensatz zu Biologika, die nur per Spritze oder Infusion verabreicht werden, vom Patienten selber als Tablette oder Kapsel eingenommen werden. Neben der medikamentösen Behandlung können Sie aber auch mit einem gesunden Lebensstil den typischen Beschwerden entgegenwirken und so Ihren Alltag erleichtern. Diese effektive Maßnahmen sind einfach umsetzbar sind.

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Minusgrade gegen die Schmerzen

In sogenannten Kältekammern (zum Beispiel in Rheuma-Zentren) halten sich Betroffene bei Temperaturen zwischen minus 60 und minus 110 Grad eine bis fünf Minuten lang auf. Die trockene Kälte stoppt Schmerzen und wirkt entzündungshemmend. Experten empfehlen, die Behandlung an zehn aufeinanderfolgenden Tagen zu wiederholen.

Ergotherapie für den Alltag

Patienten sollten Medikamente auch mit anderen Therapieoptionen kombinieren, rät die Deutsche Rheumaliga. Eine Möglichkeit ist Ergotherapie: hier steht der aktive Gelenkschutz im Mittelpunkt. Der Therapeut übt mit Ihnen Bewegungsabläufe ein und zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Gelenke im Alltag schützen.

Löwenzahn-Tee

Die entzündungshemmenden Stoffe machen Löwenzahn zu einer wirkungsvollen Heilpflanze bei Rheuma. Tipp: zweimal täglich zwei Hände voll Löwenzahnblüten mit heißem Wasser übergießen, abseihen, abkühlen lassen und je eine Tasse trinken.

 

Welche Rolle die Ernährung spielt

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann bei rheumatoider Arthritis Beschwerden lindern und so den Alltag für Betroffene erleichtern. Experten empfehlen eine überwiegend pflanzliche Kost mit viel Obst und Gemüse. Sie sollten Ihre Mahlzeiten zudem durch Fisch und Meeresfrüchte ergänzen, denn sie sind reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren. Diese guten Fette sind auch in pflanzlichen Ölen, wie beispielsweise Lein-, Raps-, Walnuss- und Sojaöl, enthalten. Außerdem sollten fettarme Milchprodukte (Quark, Käse, Joghurt) auf Ihrem Speiseplan stehen, da sie wertvolles Eiweiß enthalten.

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Darum sollten Sie täglich zwei Esslöffel davon zu sich nehmen.

Den Konsum von Fleisch, Wurst, Ei und fettreichen Milchprodukten (Butter, Sahne) sollten Sie möglichst gering halten. Denn vor allem tierische Produkte enthalten die entzündungsfördernde Arachidonsäure und können somit die typischen Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen fördern. Versuchen Sie also höchstens zweimal pro Woche Fleisch oder Wurst zu essen, bevorzugen Sie dabei magere Sorten und kombinieren Sie die Mahlzeiten mit Gemüse. Weitere Risikofaktoren, die eine rheumatoide Arthritis fördern können, sind starker Alkoholkonsum und mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag. Doch auch hier gilt: ab und zu eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein sind unbedenklich, solange es nicht zur Gewohnheit wird.

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Worauf Sie außerdem achten sollten

Rheuma braucht viel Bewegung

Aus Angst vor Schmerzen wird Bewegung oft gemieden. Doch genau jetzt sollten Sie aktiv sein, damit Sie fit bleiben und Ihre Gelenke nicht einrosten. Denn durch den Muskelaufbau werden Gelenke unterstützt und entlastet. Zwei bis drei Einheiten (30 Minuten) pro Woche sind ideal: Walking, Radfahren, Gymnastik oder Schwimmen sind besonders gelenkschonend.

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Schlafen Sie sich gesund

Forscher haben nun herausgefunden, dass Schlafmangel die Gene beeinflussen und so beispielsweise auch Entzündungen und Immunreaktionen fördern kann. Versuchen Sie also immer zur selben Zeit ins Bett zu gehen und mindestens acht Stunden pro Nacht zu schlafen. Dadurch sind Sie am nächsten Tag nicht nur fitter, sondern können gleichzeitig auch die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis lindern.

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Gesunde Zähne für fitte Gelenke

Die Beschwerden einer rheumatoiden Arthritis können durch andere entzündliche Erkrankungen, wie z. B. Zahnbettentzündungen, verschlimmert werden. Gute Zahnpflege ist also wichtig: Putzen Sie ihre Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste und nutzen Sie regelmäßig Zahnseide. Außerdem sollten Sie alle sechs Monate eine professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt machen lassen.

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Diese Anzeichen gibt es für Rheuma

1. Was sind typische Anzeichen für Rheuma?

Dr. Stefanie Ulrike Tatsies, Rheumatologin, Marienkrankenhaus Hamburg: Vor allem morgendliche Gelenkschmerzen, -schwellungen und Morgensteifigkeit können auf eine chronisch entzündliche rheumatische Erkrankung hindeuten. Typischerweise betrifft es die kleinen Finger- und Zehengelenke seitensymmetrisch, aber auch größere Gelenke können in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie zu Ihrem Arzt gehen und abklären lassen, ob es sich tatsächlich um Rheuma handelt.

2. Wie wird die Krankheit dann diagnostiziert?

Zunächst wird anhand der Beschwerdeschilderung des Patienten untersucht, ob es sich um eine rheumatische Erkrankung handeln könnte. Danach erfolgt die Untersuchung aller Gelenke des Körpers mithilfe von bildgebenden Verfahren – Röntgenbilder, Ultraschall oder MRTs. Wichtig ist auch eine Blutentnahme, um die Entzündungswerte bestimmen und so eine endgültige Diagnose stellen zu können.

3. Wann ist der Einsatz von Medikamenten sinnvoll?

Mithilfe moderner Medikamente lässt sich die Aktivität der Krankheit unterdrücken und so der Alltag der Betroffenen bedeutend erleichtern. Dabei wird zwischen der Basistherapie zur dauerhaften Behandlung (zum Beispiel Biologika, Januskinase-Hemmer) und der symptomatischen Therapie zur Linderung akuter Schmerzen und Entzündungen unterschieden. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt ab, ob und welche medikamentöse Behandlung für Sie sinnvoll ist. Die Therapie kann auch um Heilpflanzen wie etwa Teufelskralle und Fischöl-Präparate erweitert werden.

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