Daumensattelgelenk

Arthrose im Daumensattelgelenk mit Eigenfett therapieren

Jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einer Arthrose im Daumensattelgelenk. Mit einer Eigenfettbehandlung sollen die Schmerzen verschwinden.

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Das Krankheitsbild von Arthrose im Daumensattelgelenk

Wie wichtig der Daumen ist, merken wir meist erst dann, wenn wir ihn nicht mehr richtig oder nur noch unter Schmerzen benutzen können. Ihm ist es zu verdanken, dass wir Hände wie Zangen benutzen können und so im wahrsten Sinne des Wortes alles im Griff haben. Doch ausgerechnet der Daumen ist es, der häufig Probleme bereitet. Denn jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einer Arthrose im Daumensattelgelenk. Die Finger sind schmerzhaft geschwollen, steif und haben keine Kraft mehr. Teller und Tassen fallen einfach aus der Hand. Lange waren die Ärzte recht machtlos, konnten den Verschleiß am unteren Ende des so wichtigen Fingers nicht aufhalten. Doch jetzt gibt es Hoffnung. Ein deutscher Mediziner hat eine Methode entwickelt, die der Arthrose im Handsattelgelenk wirkungsvoll den Kampf ansagt.

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Wie funktioniert die Therapie bei Daumensattelgelenkarthrose?

Bei der bislang weltweit einmaligen Methode, die im Rahmen einer klinischen Studie derzeit genau unter die Lupe genommen wird, handelt es sich um eine sogenannte autologe Fetttransplantation. Ihr Erfinder, Privatdozent Dr. Christian Herold vom Sana-Klinikum in Hameln, erklärt: "Wir entnehmen ein paar Milliliter Fettgewebe, meist aus dem Bauchfett, bereiten es in einer Zentrifuge auf und injizieren die Fettzellen dann direkt in das Gelenk." Der Eingriff erfolgt ambulant bei lokaler Betäubung.

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Warum wirkt die Therapie mit Eigenfett bei Arthrose?

Das ansonsten ungeliebte Fettgewebe hat gleich zwei entscheidende Vorteile: Zum einen übernimmt es eine Art Pufferfunktion. Knochen reibt dann nicht mehr auf Knochen, was schnell zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt. Zum anderen enthält das Fettgewebe viele Stammzellen. "Diese können sich in verschiedene Zelllinien entwickeln und so auch neuen Knorpel entstehen lassen", sagt der Hamelner Plastische Chirurg und Handchirurg. "Wir haben jetzt mehr als 130 Patienten behandelt, und die Erfolgsquote liegt bei über 80 Prozent." Eine einzige Behandlung reicht dafür im Allgemeinen aus.

Was ist Arthrose im Daumensattelgelenk?

Zur Erklärung: Bei der Rhizarthrose, so der Fachbegriff, handelt es sich um eine Verschleißerscheinung. Schuld ist eine Entzündung, die zu einer Schädigung des Gelenkknorpels führt. "Mit der Zeit reiben die Knochen dann bei jeder Bewegung aneinander, und das verursacht heftige Schmerzen", sagt der Experte. Entzündungshemmende Salben oder Cortisoninjektionen können eine Zeit lang Linderung verschaffen, bekämpfen aber nur die Symptome. Klassische Operationstechniken hingegen beruhen auf der Entfernung eines anliegenden Handwurzelknochens und damit des Gelenkes. Mit der Eigenfettbehandlung steht jetzt erstmals eine Therapie zur Verfügung, die die Ursachen von Arthrose im Handsattelgelenk bekämpft.

Quelle: Freizeitwoche