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Coronavirus

Corona-Schutzimpfung: Die wichtigsten Fakten

Endlich wurde der Biontech/Pfizer-Impfstoff für die EU zugelassen. Doch wie genau geht es mit dem Corona-Impfstoff jetzt weiter? Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Corona-Impfstoff.
Die wichtigsten Fakten rund um den neuen Corona-Impfstoff. Foto: Teka77 / iStock

Es ist offiziell - die EU-Komission hat den Biontech/Pfizer-Impfstoff auf den Markt zugelassen. Nun können die Corona-Schutzimpfungen auch in der Europäischen-Union beginnen. "Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu", erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62) vor wenigen Tagen in einer Pressekonferenz. Doch was genau bedeutet die Zulassung des Corona-Impfstoffes jetzt für die Bevölkerung? Welche Gruppe wird zuerst geimpft und wie soll die Schutzimpfung in Zukunft ablaufen? Wir haben die wichtigsten Fakten rund um den Corona-Impfstoff für Sie zusammengefasst.

Ab wann beginnt die Corona-Schutzimpfung?

Vor wenigen Tagen erstellte die Europäische Arzneimittelagentur EMA ein positives Gutachten zu dem Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Biontech und Pfizer. Daraufhin ließ die EU-Kommission den Impfstoff zu. Im nächsten Schritt werden nun die einzelnen Chargen vom Paul-Ehrlich-Institut auf die Wirkstoffe geprüft und anschließend freigegeben.

Sobald dieser Vorgang abgewickelt ist, soll der Impfstoff laut Bundesregierung bundesweit an etwa 60 Zwischenlager verteilt werden. Dort wird er gekühlt und aufbewahrt. Aus Sicherheitsgründen werden die Aufbewahrungsorte geheim gehalten und sind zum Teil nicht bekannt. Zu Beginn des Impfvorganges soll der Impfstoff in circa 400 Impfzentren in Deutschland mit einem Polizeischutz verteilt werden.

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (40) sollen die ersten Impfungen am 27. Dezember 2020 starten. Demnach seien zunächst mobile Impf-Teams in Pflegeheimen und Kliniken unterwegs. Das Bundesland Berlin rechnet ab dem 4. Januar 2021 mit dem Start der Corona-Schutzimpfungen, Brandenburg dagegen erst ab dem 5. Januar.

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Wie viele Impfdosen des Wirkstoffs sind aktuell vorhanden?

Gesundheitsminister Jens Spahn betonte in einer Pressemitteilung, dass der Corona-Impfstoff zunächst sehr knapp sei. Aus diesem Grund werde zu Beginn der Impfungen auch die Risikogruppe priorisiert. Insgesamt gäbe es zurzeit rund 151.125 Impf-Dosen, verkündete Spahn via Twitterbeitrag. Bis zum Jahresende sollen etwa 1,3 Millionen Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert werden und im Januar pro Woche weitere 670.000 Dosen. Ziel sei es, bis Ende März 2021 auf etwa elf bis 13 Millionen Impf-Dosen zu kommen.

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Wirkt der Impfstoff auch gegen die mutierte Corona-Variante?

Kurz vor der Zulassung des Impfstoffs in Deutschland wurde in Großbritannien eine mutierte Variante des Coronavirus bekannt. Doch diese wirke sich laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) nicht negativ auf die geplante deutsche Impfstrategie aus. Er gehe davon aus, dass der Wirkstoff bei einer Mutation des Coronavirus genauso wirksam sei.

Sehen Sie hier Corona-Maßnahmen um sich vor dem Virus zu schützen (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Welche Gruppe wird zuerst geimpft?

Vorab hat das Gesundheitsministerium drei Gruppen mit jeweils "höchster", "hoher" und "erhöhter" Priorität festgelegt. Diese sollen nun als Erstes die Coronaschutz-Impfung erhalten. Darunter fallen:

Höchste Priorität:

  • Personen ab 80 Jahren

  • Personen die stationär oder in Pflegeeinrichtungen betreut werden oder arbeiten

  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen

Hohe Priorität

  • Pesronen ab 70 Jahren

  • Menschen mit Trisomie 21, Demenz, geistiger Behinderung oder nach einer Organtransplantation

  • Kontaktpersonen von Schwangeren

  • Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen oder Heimen für geistig Behinderte

  • Personen in medizinischen Einrichtungen

  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst, Polizei und Ordnungskräfte

  • Personen die in Obdachlosen- und Flüchtlingsheimen tätig sind

Erhöhte Priorität

Wo wird gegen Corona geimpft?

Zu Beginn der Impf-Phase sollen zunächst mobile Impf-Teams in Alten- und Pflegeheimen die Corona-Schutzimpfung verteilen. Zusätzlich soll es in ganz Deutschland mehr als 400 Impfzentren geben, an die später zusätzlich mobile Teams angedockt werden sollen.

Hier können Sie künftig unter anderem Impfzentren finden:

  • eine Tennishalle in Stuttgart

  • eine Jugendherberge in Nidersachsen

  • die Fußball-Arena in Düsseldorf

  • ein ehemaliger Supermarkt in Sachsen-Anhalt

  • ein früheres Flughafengelände in Hessen

    Die Impfungen sollen mit Unterstützung niedergelassener Ärzte oder Trägern wie dem zum Beispiel dem Roten Kreuz durchgeführt werden. Sobald mehr Hersteller einen Impfstoff auf dem Markt haben, können auch normale Arztpraxen impfen.

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Wird ein Termin für die Impfung benötigt?

Damit Sie eine Corona-Schutzimpfung erhalten, ist es notwendig, einen Termin zu vereinbaren. Wie genau dies möglich sein soll, ist noch unklar. Geplant sei aber, dass die Terminvereinbarung von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich abgewickelt wird. Dafür soll es ein telefonisches Anmeldesystem und eine Onlineanmeldung geben. Einige Bundesländer planen die jeweiligen Personen persönlich anzuschreiben und diese zur Impfung einzuladen. Gesundheitsminister Spahn betonte in einer Pressekonferenz, dass die ersten Impfberechtigten frühzeitig informiert werden würden.

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Wie läuft die Corona-Schutzimpfung genau ab?

Die einzelnen Impfzentren hätten laut Bundesregierung einzelne Konzepte erarbeitet, damit das Impfen in Zukunft möglichst schnell, sicher und geordnet abläuft. Experten seien für sogenannte Impfstraßen, damit es nicht zu langen Warteschlangen vor den Zentren kommt. Vor der Anmeldung soll es einen Aufklärungsbogen geben sowie eine Zone, wo sich die Geimpften anschließend ausruhen können. Mit der Vorlage des Personalausweises, Passes, eines ärztlichen Attests oder einer Arbeitgeberbescheinigung (für Personen, die im medizinischen Bereich tätig sind), können Personen künftig nachweisen, dass sie impfberechtigt sind. Gespritzt werden soll der Impfstoff in den Oberarm in den Deltamuskel, weil diese Stelle laut Experten besonders gut zugänglich sei.

Wirksam sei der Impfstoff erst eine Woche nach der zweiten Injektion. Etwa vier Wochen nach der ersten Impfung bietet der Impfstoff vollen Schutz vor der Krankheit, laut Hersteller seien das circa 95 Prozent. Zum Vergleich: Bei Impfstoffen wie zum Beispiel gegen Masern, Röteln oder Mumps gibt es Werte über 90 Prozent.

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Was kostet das Impfen?

Wer in der ersten Phase nachweisen kann, dass er einen Anspruch auf den Impfstoff hat, wird kostenlos geimpft. Darunter fallen die Behandlung, der Impfstoff und das Beratungsgespräch.

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Können Nebenwirkungen beim Impfen entstehen?

Laut Hersteller sei der Impfstoff an circa 44.000 Menschen getestet worden. Die Nebenwirkungen seien mild bis moderat gewesen und schnell wieder abgeklungen, heißt es in Studienergebnissen. Demnach seien die schwersten Nebenwirkungen nach der Injektion der zweiten Dosis aufgetreten: in 3,8 Prozent der Fälle Müdigkeit und bei zwei Prozent der Fälle Kopfschmerzen.

Die Studie besagt, dass ältere Erwachsene zu weniger und milderen Nebenwirkungen tendiert hätten. Im Vergleich zu vielen etablierten Impfstoffen wie zum Beispiel den Grippeimpfstoff, traten die Nebenwirkungen aber vergleichsweise häufiger auf.

Die Bundesregierung betonte bereits vor der Zulassung des Impfstoffes, dass "kein Herabsenken der Standards für die Zulassung einhergehe".

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