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Ablauf, Auswertung & Co.

Wie zuverlässig ist der Corona-Test und ab wann ist er sinnvoll?

Wer sollte sich auf COVID-19 testen lassen? Wie funktioniert das? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus-Test.

Beim Corona-Test werden Abstriche gemacht.
Beim Corona-Test werden Abstriche gemacht. Foto: iStock / zoranm

Angesichts der wieder steigenden SARS-CoV-2-Fallzahlen und dem Pflichttest, dem sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterziehen müssen, ist der Corona-Test ein aktuell viel diskutiertes Thema.

Mehr dazu: Für wen gilt der Covid-19-Pflichttest und wie funktioniert er?

Lesen Sie hier, wie zuverlässig dieser Test ist, wie genau er abläuft und warum es nicht sinnvoll ist, alle Menschen auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen.

Wer sollte einen Corona-Test machen?

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) weist darauf hin, dass Sie sich auf COVID-19 testen lassen sollten, wenn Sie:

Für Personen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, besteht - wie oben erwähnt bereits erwähnt - die Pflicht, sich testen zu lassen.

Darüber hinaus werden folgende Zielgruppen priorisiert getestet:

  • Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünften (Arztpraxen, Schulen, Asylbewerberheime, Notunterkünfte, und so weiter), wenn dort eine mit dem Coronavirus infizierte Person festgestellt wurde

  • Bewohner und Bewohnerinnen von Betreuungseinrichtungen und Patienten (zum Beispiel bevor diese in Kliniken aufgenommen werden), Krankenhauspersonal, Personen in der ambulanten Pflege

  • Bevölkerung aus Regionen mit einem plötzlich starken Anstieg an Neuinfektionen (mindestens 50 Fälle pro 100.000 Einwohner über sieben Tage)

Sehen Sie hier, wie Sie zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion beitragen können (Artikel geht unten weiter):

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Ab wann ist ein Corona-Test sinnvoll?

Richten Sie sich nach den oben genannten Faktoren (grippeähnliche Symptome oder spezifische Beschwerden wie Geruchsverlust, Aufenthalt in einem Risikogebiet, Kontakt zu einer infizierten Person), um zu prüfen, ob Sie einen Test machen sollten. Das RKI erklärt mit Blick auf Studienergebnisse, dass Proben "bei Symptombeginn hohe Viruskonzentrationen beinhalten können", die sich dann durch einen PCR-Test nachweisen lassen. Nachweisbar ist das Coronavirus allerdings auch schon vor dem Feststellen von Symptomen: etwa zwei bis drei Tage (in manchen Fällen sogar sieben Tage) vor dem Auftreten von Beschwerden sei dieser Nachweis möglich.

Übrigens: Ging man bisher davon aus, dass Menschen auch bereits zwei Tage vor dem Einsetzen von Symptomen ansteckend sind, legen neue Erkenntnisse von Schweizer Forschern nahe, dass eine Ansteckung schon vier Tage vor einem COVID-19-Ausbruch möglich sei - vielleicht sogar fünf bis sechs Tage vorher. Das Robert-Koch-Institut (RKI) prüft diese Annahme noch.

Warum werden nicht einfach alle Bürger auf COVID-19 getestet?

Schon aus logistischen Gründen ist es nicht möglich, die über 80 Millionen Einwohner Deutschlands gleichzeitig zu testen. Wie 'Zeit Online' berichtet, liegt die aktuelle maximale Testkapazität bei 1,2 Millionen Proben pro Woche, die untersucht werden können. Diese Zahl werde noch nicht ganz ausgeschöpft und könne wohl auch nicht dauerhaft erreicht werden - schon jetzt gebe es außerdem einen Rückstau von (zuletzt rund 17.000) Proben, die erst mit Verzögerung bearbeitet werden können. Die Labore arbeiten also bereits an ihrer Belastungsgrenze.

Auch interessant: 68-Jähriger schildert Krankheitsverlauf seiner Corona-Infektion

Abgesehen von dieser Problematik ist es auch gar nicht sinnvoll, massenhaft zu testen: Zwar kann der Corona-Test dazu beitragen, mehr unentdeckte Infektionen "aufzuspüren" und sich damit in den bestätigten Fallzahlen der Dunkelziffer (also der Zahl der tatsächlich Infizierten) zu nähern, doch der Corona-Test hält nur den Stand eines bestimmten Augenblicks fest. Wer ein negatives Testergebnis erhält, kann sich in der Zwischenzeit doch noch angesteckt haben oder sich wenig später noch infizieren - und müsste theoretisch erneut getestet werden, um davon zu erfahren. Es würde also nicht reichen, alle Bürger einmal zu testen, sondern jeder müsste permanent aufs Neue untersucht werden. Das ist logistisch gesehen erst recht nicht möglich.

Aus diesen Gründen empfiehlt das Robert-Koch-Institut das strategische Testen nach den oben genannten Kriterien. Das Bundesministerium für Gesundheit erklärt entsprechend: "Ohne Anlass führt das Testen zu einem falschen Sicherheitsgefühl. Auch ein negativer Coronatest ist nur eine Momentaufnahme."

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Wo kann ich mich auf Corona testen lassen?

Sofern Sie sich einem Pflichttest unterziehen müssen, der innerhalb von 14 Tagen nach der Einreise aus einem Risikogebiet nötig ist, können Sie sich entweder noch kurz vor der Ausreise im Urlaubsland oder aber bei der Einreise an einigen deutschen Flughäfen testen lassen. Vereinzelt wurden auch schon an Bahnhöfen Teststationen eingerichtet.

Darüber hinaus können Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin melden. Sie werden in der Praxis getestet, sofern Arzt oder Ärztin dies für sinnvoll halten. Auch Hausbesuche sowie das Testen in Kliniken sind nach telefonischer Rücksprache teilweise möglich. In dringenden Fällen können Sie sich nach Voranmeldung auch in regionalen Corona-Abstrichzentren (CAZ) und Corona-Schwerpunktpraxen (CSP) testen lassen. Melden Sie sich dafür zunächst unter der Telefonnummer 116117 - der zentralen Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung. Hier erfahren Sie, welche Testzentren es in Ihrer Nähe gibt.

Wie funktioniert der Coronavirus-Test?

Um zu überprüfen, ob Sie an COVID-19 erkrankt sind, wird im Labor eine entnommene Probe mit einem sogenannten PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) überprüft. Im Vorfeld wird dafür - am besten parallel aus den oberen und tiefen Atemwegen des Betroffenen - eine Probe mithilfe eines Abstrichs aus dem Nasen-, Mund- oder Rachenbereich entnommen. Möglich ist auch eine Probe in Form von ausgehustetem Sekret. Dieses Material wird anschließend an ein Diagnostiklabor geschickt, das dieses dann auf das Virus SARS-CoV-2 überprüft. Anschließend werden Ihnen die Testergebnisse mitgeteilt.

Wer aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, soll sich vierzehn Tage lang in Quarantäne begeben und dort auf das Testergebnis warten.

Wie lange dauert eine Corona-Test-Auswertung?

Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) hat laut einem 'Zeit Online'-Bericht erklärt, dass im medizinischen Umfeld eine Wartezeit von 24 bis 48 Stunden bis zum Ergebnis eingehalten würde. Bei Privatpersonen kommt es durch den oben erwähnten Rückstau von Proben aber teilweise zu größeren Verzögerungen in der Auswertung, weshalb einige mehrere Tage auf ihr Ergebnis warten.

Einfache Schnelltests, die man bei einem Corona-Verdacht selbst zu Hause anwenden kann (ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest), sind derzeit nicht erhältlich. Stattdessen gibt es spezielle Antikörper-Schnelltests, die allerdings um die 100 Euro kosten und anders funktionieren als PCR-Tests: sie suchen nicht nach dem Erreger selbst, sondern nach Antikörpern (die also auf eine vermutlich schon überstandene Infektion hindeuten). Deshalb spielen sie für die Akutdiagnostik keine Rolle. Außerdem gelten sie als nicht besonders zuverlässig.

Wie zuverlässig ist der Corona-Test?

Das RKI erklärt: "Generell wird die Richtigkeit des Ergebnisses von diagnostischen Tests auch von der Verbreitung einer Erkrankung beeinflusst [...]. Je seltener die Erkrankung und je ungezielter getestet wird, umso höher sind die Anforderungen an Sensitivität und Spezifität der zur Anwendung kommenden Tests." Ein negatives Testergebnis schließe die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus. Falsch-negative Ergebnisse könnten zum Beispiel durch eine schlechte Qualität der Probennahme, einen unsachgemäßem Transport oder einen ungünstigen Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme hervorgerufen werden. Es ist also theoretisch möglich, dass ein Test negativ ausfällt, die entsprechende Person aber trotzdem an COVID-19 erkrankt ist. Eventuell, besonders im Verdachtsfall, müssen deshalb weitere Tests durchgeführt werden.

Wichtig zu wissen ist allerdings: die Fehlerquote, gerade bei den Abstrich-Tests, ist gering. Auch falsch-positive Tests sind zwar nicht ausgeschlossen, kämen aber nur "selten" vor, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mitteilt.

Wenn mein Arbeitgeber einen Test verlangt: Wer zahlt?

Die Kosten für die Pflichttests, also für Einreisende aus Risikogebieten, übernimmt der Bund über den erhöhten Zuschuss zur Krankenversicherung - zumindest, sofern dieser innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise durchgeführt wird. Das gilt auch für Personen, die aus Nicht-Risikogebieten aus dem Ausland heimkehren und sich testen lassen möchten. Darüber hinaus ist es auch dann möglich, sich kostenlos testen zu lassen, wenn die unter "Wer sollte einen Corona-Test machen?" beschriebenen Punkte erfüllt werden. Die Kosten werden in der Regel dann übernommen, wenn der Test als medizinisch notwendig erachtet und vom Gesundheitsamt angeordnet wird.

Verlangt der Arbeitgeber darüber hinaus ein negatives Testergebnis, ist das keine Kassenleistung und Sie müssen ihn privat bezahlen. Klären Sie in diesem Fall, ob Ihr Arbeitgeber die Kosten dafür erstattet.