Ratschläge einer Heilpraktikerin Häufiger oder seltener Stuhlgang: Wie oft ist gesund?

Häufiger oder seltener Stuhlgang: Wie oft ist gesund?
Eine gesunde Verdauung wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus.
Inhalt
  1. "Eine gesunde Verdauung ist wichtig für Körper, Geist und Seele"
  2. Die Häufigkeit des Stuhlgangs - was ist normal?
  3. Die Dauer der "Sitzung" beim Stuhlgang: Was ist normal?

Wie häufig ist Stuhlgang normal? Und was sind Folgen von nicht gesundem Stuhlgang? Die wichtigsten Fragen beantwortet Heilpraktikerin Ulrike Schäfer im Interview.

Wir essen gerne in Gesellschaft. Essen ist ein wichtiges Thema. Doch was mit dem Essen passiert - einmal in unseren Verdauungsorganen angekommen - und der Stuhlgang ist ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Dabei wissen viele nicht, was ein "normales" oder gesundes "Geschäft" beim Toilettengang ist. Selbst beim Arzt wird selten danach gefragt oder darüber aufgeklärt wie der Stuhlgang sein sollte. Und doch haben so viele Menschen erhebliche Probleme mit ihrer Verdauung.

Wir haben die Heilpraktikerin Ulrike Schäfer dazu befragt, die sich auf das Thema Mikrobiologische Therapie und Darmsanierung in ihrer Praxis in Hamburg (www.hp-praxis-schaefer.de) spezialisiert hat.

 

"Eine gesunde Verdauung ist wichtig für Körper, Geist und Seele"

Frau Schäfer, warum ist ein "normaler" Stuhlgang wichtig?

Als Heilpraktikerin ist für mich im Patientengespräch die Frage nach dem Stuhlgang enorm wichtig, da er eine große Aussagekraft über die Verdauungsprozesse und damit verbundenen Organtätigkeiten bis hin zum Immunsystem des Patienten hat. Der Dünn- und Dickdarm spalten nicht nur Nahrungsmittel auf und geben diese kleinsten Nahrungsmoleküle durch die Darmhülle in den Blutkreislauf an die Leber ab. Sondern auch der Magen, die Leber und auch die Bauchspeicheldrüse produzieren wichtige Verdauungssäfte, damit überhaupt die Nahrung so aufgespalten werden kann, damit der gesamte Organismus Energie bekommt und damit er alle seine Funktionen durchführen kann. Außerdem werden im Darm wichtige Vitamine gebildet wie zum Beispiel Vitamin B12 im Dünndarm oder Vitamin K im Dickdarm.

 Im Video zeigen wir, was die Konsistenz des Stuhlgangs bedeutet (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 

Darüber hinaus liegen 90 Prozent des Immunsystems am Darm und es wird über die Darmbakterien gegen fremde Erreger wie Viren, bösartige Keime, Pilze oder Parasiten regelrecht wie im Fitness-Studio trainiert. Inzwischen zeigen neueste Forschungsergebnisse, dass die Darmflora und damit die Verdauung das Entstehen oder Verhindern von chronischen und schwerwiegenden Erkrankungen beeinflussen können. Außerdem hat auch die Medizin inzwischen erkannt, dass der Verdauungsapparat unsere Psyche und Gemüt erheblich beeinflusst. Man spricht inzwischen auch vom "Bauchhirn". Daher ist eine gesunde Verdauung so wichtig für Körper, Geist und Seele.

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Die Häufigkeit des Stuhlgangs - was ist normal?

Man spricht in der Medizin von einer normalen Stuhlfrequenz, wenn man im Bereich von dreimal wöchentlich bis hin zu dreimal täglich Stuhlgang hat. Aus naturheilkundlicher Sicht ist eine Stuhlfrequenz von ein- bis zweimal täglich optimal. Denn der Kot sind Stoffe, die unser Körper fertig verdaut hat. Von Verstopfung spricht man, wenn weniger als drei mal Stuhlgang pro Woche besteht. Durchfall hingegen ist mit mehr als dreimal Stuhlgang pro Tag und vor allem sehr weicher oder flüssiger Stuhlkonsistenz umschrieben. Bei Durchfall geht oftmals ein unangenehmer und unwiderstehlicher, heftiger Stuhldrang einher.

Im Video zeigen wir Hausmittel, die bei Verstopfung helfen (Artikel wird darunter fortgesetzt):

 

Warum sind Verstopfungen nicht gesund?

Liegt der Kot zu lange im Dickdarm, wie zum Beispiel bei Verstopfung, dann können Fäulnisbakterien und Pilze nicht nur Blähungen und Völlegefühl hervorrufen, sondern auch für den Körper schädliche Stoffe bis hin zu Fuselalkoholen durch Gärung bei langsamer Darmpassage produzieren. Gerade bei häufigem Verzehr von tierischen Lebensmitteln kann sich zudem Ammoniak bilden. Diese schädlichen Stoffe, auch Toxine genannt, gelangen dann ebenfalls in die Blutbahn und damit in den ganzen Organismus und können nicht nur der Darmschleimhaut schaden, sondern auch langfristige Erkrankungen von Leber und Gehirn bis hin zu Krebs begünstigen. Daher ist eine regelmäßige Stuhlfrequenz gesund, um den Körper immer wieder von Giftstoffen zu befreien.

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Die Dauer der "Sitzung" beim Stuhlgang: Was ist normal?

Die Stuhlentleerung sollte in wenigen Sekunden bis Minuten erledigt sein, wenn Sie gesund sind und alles im Fluss ist. Dann müssen Sie kaum pressen, der Stuhl kommt völlig schmerzfrei und automatisch, wenn Sie den Schließmuskel entspannen. Zu lange Sitzungen sind auch hier wieder nicht gut für die Hämorrhoiden, da diese Sitzhaltung die Hämorrhoiden regelrecht abklemmt und damit zu Blutstau in den Gefäßen führt. Um die Entleerung zu vereinfachen und den Enddarm in eine senkrechte Position zu bringen, ist es ratsam die Füße beim Stuhlgang auf einen kleinen Hocker zu stellen. Die südeuropäischen Toiletten zum Hinhocken sind für eine bestmögliche Stuhlentleerung daher optimal.

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Wahrscheinlich fragen sich einige, ob dann auch langes Sitzen überhaupt gesund sein kann. Leider ist auch eine sitzende Arbeit oder Tätigkeit nicht besonders gut für unsere hämorrhoidalen Blutgefäße. Zumal Bewegungsmangel sich generell negativ auf unsere Darmbewegung und damit Verdauung auswirkt. Öfter Aufstehen und die Beine vertreten – am besten in frischer Luft - ist daher gesund, um Körper und Geist sowie unsere Verdauung in Schwung zu halten.

Über die Expertin
Ulrike Schäfer hat in München eine dreijährige Ausbildung zur Heilpraktikerin erfolgreich absolviert und vielfältige Therapien der Naturheilkunde gelernt. Seit 2014 ist Ulrike Schäfer als Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Hamburg mit Behandlungsschwerpunkten Mikrobiologische Therapie und Darmsanierung sowie Hypnose tätig. Mehr zu Heilpraktikerin Ulrike Schäfer finden Sie unter www.hp-praxis-schaefer.de.

Ulrike Schäfer ist Heilpraktikerin und hat sich auf das Thema Darmgesundheit spezialisiert.
Ulrike Schäfer ist Heilpraktikerin und hat sich auf das Thema Darmgesundheit spezialisiert.

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