Gesunde Verdauung Grüner, schwarzer, gelber Stuhl: Farben des Kots richtig deuten

Welche Stuhlfarbe ist normal? Und was sagt die Farbe des Kots über die Gesundheit aus? Wir zeigen, wann die Kotfarbe Anlass zur Sorge bereitet und wann alles in Ordnung ist.

Grüner, schwarzer, gelber Stuhlgang: Was bedeutet die Farbe des Kots?
Die Stuhlfarbe sagt viel über die allgemeine Gesundheit aus.
Inhalt
  1. Welche Stuhlfarbe ist normal? Mittelbrauner Kot
  2. Was bedeutet grüner Stuhlgang?
  3. Roter Stuhlgang: Wie sieht Blut im Stuhl aus?
  4. Was bedeutet schwarzer Stuhlgang?
  5. Was bedeutet gelber Stuhlgang und was helle Ausscheidungen?
  6. Was bedeutet lehmfarbener Stuhl?

Es klingt zwar etwas unappetitlich - aber es lohnt sich gelegentlich, seine Ausscheidungen genauer zu betrachten. Die Stuhlfarbe kann manchmal auf Krankheiten hinweisen, die teilweise sogar schwerwiegend sein können. Doch muss man sich gleich Sorgen machen, wenn der Stuhlgang eine andere Farbe aufweist als normalerweise? Wir haben alles Wissenswerte zu den unterschiedlichen Stuhlfarben und ihrer Aussagekraft für Sie gesammelt.

 

Welche Stuhlfarbe ist normal? Mittelbrauner Kot

Mittelbraun - diese Stuhlfarbe ist normal. Wenn alle Verdauungssäfte aus Leber und Gallenblase sowie der Bauchspeicheldrüse vom Körper richtig produziert und in den Dünndarm abgegeben werden, so erscheint der ausgeschiedene Kot in einem satten Braun, das weder zu hell noch zu dunkel ist.

Diese typische Kotfarbe entsteht übrigens durch den Farbstoff Sterkobilin. Das ist ein Rest aus dem Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der den roten Blutkörperchen die Farbe verleiht und zudem Sauerstoff an sie bindet. Als Sterkobilin färbt es den Stuhl mittelbraun ein und als Urobilin lässt es den Urin hellgelb bis gelb aussehen.

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Durch regelmäßigen Fleischkonsum kann die Stuhlfarbe auch ins Dunkelbraune gehen. Der Genuss von Karotten kann einen orange-braunen Stuhl verursachen. In diesen Fällen ist die Farbveränderung jedoch kein Symptom für eine Erkrankung und somit harmlos.

 

Was bedeutet grüner Stuhlgang?

Grüner Stuhlgang kann ganz harmlose Ursachen haben. Der Verzehr chlorophyllhaltiger, grüner Lebensmittel wie Spinat, Brokkoli oder Salat kann dazu führen, dass sich die Kotfarbe ins Grünliche verändert.

Doch in manchen Fällen kann auch eine Erkrankung dahinter stecken. Durchfallerkrankungen, etwa eine Salmonellen-Infektion, Typhus oder Paratyphus können die Stuhlfarbe grün färben. Hält der Durchfall bei Erwachsenen länger als drei Tage an, muss ein Arzt aufgesucht werden, um Flüssigkeitsverluste durch Dehydrierung zu verhindern. Bei Babys und älteren Menschen sowie chronisch-kranken Personen, die wenig Flüssigkeit zu sich nehmen können, sollte bereits nach 24 Stunden Durchfall ein Arzt konsultiert werden.

 

Roter Stuhlgang: Wie sieht Blut im Stuhl aus?

Roter Stuhlgang ist in der Regel ein Alarmzeichen dafür, dass sich Blut im Stuhl befindet. Allerdings kann eine rote Stuhlfarbe gelegentlich auch durch rote Lebensmittel entstehen. Überlegen Sie also, ob Sie in den letzten zwölf bis 24 Stunden möglicherweise Lebensmittel wie Rote Bete gegessen haben, wenn die Farbe des Kots rötlich erscheint.

Blutauflagerungen auf dem Stuhl

Ist die rote Stuhlfärbung nicht mit roten Nahrungsmitteln zu erklären, ist das immer ein Fall für den Arzt. Denn hell-rote bis rote Stuhlauflagerungen wie frisches Blut können auf Hämorrhoiden hinweisen. Hämorrhoiden bilden sich als Gefäßaussackung am Ende des Rektums. Sie können bei Stuhlgang reißen und dadurch Blutauflagerungen am Stuhl verursachen.

Doch auch Darmpolypen im Endabschnitt des Dickdarms, Dickdarmentzündungen oder Dickdarmschleimhauteinrisse, sogennante Fissuren, und sogar Tumore (Dickdarmkrebs, Kolorektal Karzinom) können rote Blutauflagerungen verursachen. Oft findet sich auch Blut am Toilettenpapier beim Abwischen.

Mehr dazu: Darmkrebsvorsorge: Darum ist eine Darmspiegelung so wichtig

Was bedeutet Blut im Stuhl bei Durchfall?

Kommt roter beziehungsweise blutiger Durchfall sehr häufig - bis zu 30-mal am Tag an mehreren Tagen - vor, sollten Sie damit unbedingt zum Arzt. Dies gilt besonders dann, wenn noch Symptome wie krampfartige Bauchschmerzen vor allem im linken Bauchbereich sowie Appetitlosigkeit oder auch leichtes Fieber hinzukommen. Diese Symptomatik kann auf eine chronische Dickdarmerkrankung, der sogenannten Colitis Ulcerosa, hinweisen.

Mehr zum Thema Blut im Stuhl: Diese Ursachen können dahinterstecken

Roter bis rot-marmorierter und dunkelroter Stuhl

Ist die Stuhlfarbe rötlich-braun marmoriert, kann die Ursache eine Blutung im unteren Dickdarm sein. Bei rotbraunem bis dunkelrotem Stuhl kann dies auf eine Blutungsursache im oberen Dickdarm, teilweise auch aus dem unteren Dünndarm hinweisen. (Chronische) Darmentzündungen, blutende Darmpolypen sind weitere mögliche Ursachen. Solche ungeklärten Blutungsquellen müssen dringend ärztlich abgeklärt werden.

Wichtig zu wissen: je weiter oben im Verdauungstrakt sich die Blutungsursache befindet, desto dunkler wird die rote Farbe durch die zunehmende Blutgerinnung im Verdauungstrakt.

Im Video zeigen wir Hausmittel, die bei Verstopfungen helfen (Artikel wird darunter fortgesetzt):

 
 

Was bedeutet schwarzer Stuhlgang?

Ist der Stuhl schwarz gefärbt, kann dies an Medikamenten liegen. Aktivkohle-Tabletten oder Eisenpräparate können schwarzen Stuhl verursachen. Wurden jedoch keine dieser Medikamente zuvor eingenommen, gilt auch hier eine dringende ärztliche Abklärung. Bei schwarzem Stuhlgang spricht man in der Medizin vom sogenannten Teerstuhl.

Einer schwarzen Stuhlfarbe liegen häufig Blutungen im oberen Bereich der Verdauungsorgane zu Grunde. Dies können zum Beispiel Blutungen in der Speiseröhre, im Magen oder Dünndarm sein. Während der Verdauung gerinnt das Blut so stark, dass die Kotfarbe sich intensiv verdunkelt. Durch die Darmbewegung wird dies mit den Essensresten vermischt, sodass der schwarz gefärbte Stuhl entsteht.

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Schwarzer Stuhlgang ist ebenso wie roter Stuhlgang ein akutes Symptom, das dringend ärztlich abgeklärt werden muss. Zögern Sie hierbei nicht, denn durch die ungeklärte Blutungsursache kann es teilweise auch zu erheblichen Blutverlusten im Körper kommen. Die Folgen solcher Blutverluste sind dann häufig Kreislaufschwäche, Schwindel, Eisenmangel, bei starken Blutungen sogar bis zum Blutmangelschock. 

 

Was bedeutet gelber Stuhlgang und was helle Ausscheidungen?

Medikamente wie Antibiotika können eine gelbliche Stuhlfarbe entstehen lassen. Meist wird hierauf im Beipackzettel unter "Nebenwirkungen" hingewiesen. Aber auch eine Glutenunverträglichkeit kann den Stuhl gelb färben. Hier gehen allgemeine Beschwerden wie Unwohlsein, Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen oft mit dem Genuss von glutenhaltigen Lebensmitteln einher.

Wichtig zu wissen: Störungen in der Leber, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse führen ebenfalls zu einer Gelbfärbung des Kots oder zu sehr hellen Ausscheidungen. Dies kommt dadurch, dass die Fettverdauung erheblich gestört ist. Es kommt zu sogenannten Fettstühlen durch die unzureichenden Verdauungssäfte im Verdauungsbereich. Fettstühle haben zudem durch den hohen Anteil an unverdauten Fetten eine klebrige Konsistenz. Hält diese Symptomatik bereits wenige Wochen an oder bestehen Beschwerden im rechten beziehungsweise oberen Bauchbereich, die auch bis in den Rücken ausstrahlen können, muss ein Arzt aufgesucht werden.

Auch Konsistenz und Form des Stuhlgangs können viel über die Gesundheit verraten. Im Video zeigen wir, was die sieben verschiedenen Typen bedeuten (Artikel wird darunter fortgesetzt):

 
 

Was bedeutet lehmfarbener Stuhl?

Entfärbter, lehmfarbener Stuhl entsteht durch fehlende Verdauungssäfte aus der Leber oder der Gallenblase. Dem liegt oft eine Verlegung der Gallengänge zu Grunde, sodass keine Verdauungssäfte mehr in den Zwölffingerdarm abgegeben werden können. Parallel lässt sich ein sehr dunkler Urin feststellen. Außerdem kommt es in der weiteren Symptomatik zur Gelbsucht, auch Ikterus in der Medizin genannt, und damit zur Gelbfärbung der Haut und des Augenweiß. Ein solch entfärbter, lehmfarbener Stuhl muss ärztlich abgeklärt werden.

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Über die Autorin: Ulrike Schäfer hat in München eine dreijährige Ausbildung zur Heilpraktikerin erfolgreich absolviert und vielfältige Therapien der Naturheilkunde gelernt. Seit 2014 ist Ulrike Schäfer als Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Hamburg mit Behandlungsschwerpunkten Mikrobiologische Therapie und Darmsanierung sowie Hypnose tätig. Mehr zu Heilpraktikerin Ulrike Schäfer finden Sie unter www.hp-praxis-schaefer.de.

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