Darmgesundheit 7 Fakten über unsere Verdauung, die kaum jemand kennt

Die Verdauung und vor allem der Darmbereich sind bis heute noch immer ein Tabuthema, obwohl wir alle gerne und gut essen. Was danach mit dem Essen passiert, wird eher als peinliches Thema immer noch stigmatisiert. Dabei ist die Verdauung und insbesondere der Darm so wichtig für unsere Gesundheit. Hier kommen die wichtigsten Fakten rund um das Thema Verdauung.

Inhalt
  1.  Wie wichtig das Kauen ist
  2. Wie oft müssen ist normal?
  3. Der Darm ist wichtigstes Organ für das Immunsystem
  4. Ein gesunder Darm macht glücklich  
  5. Die Darmflora steuert das Gewicht
  6. Stress schadet der Verdauung
  7. Bauchhirn – Der Darm denkt mit und beeinflusst unser Handeln

 

 Wie wichtig das Kauen ist

'Immer jeden Bissen schön durchkauen, am besten 30 Mal'. Dies stimmt tatsächlich! Denn durch das Kauen wird im Mundraum Speichel freigesetzt. Im Speichel sind sogenannte Enzyme, die Kohlenhydrate im ersten Schritt aufspalten. Damit wird bereits ein wichtiger Schritt in der Verdauung eingeleitet, bevor es weiter über die Speiseröhre in den Magen geht.
Medizinisch betrachtet beginnt der Verdauungstrakt im Mund und endet mit Ausscheidung durch den After. Durch diesen langen „Schlauch“ muss das ganze Essen einmal durch. Auf diesem Weg wird die Nahrung aufgespalten in kleinste Moleküle, im Dünn- und Dickdarm werden sie vor allem in den Blutkreislauf aufgenommen und alles was nicht benötigt wird, dann als Stuhl entsorgt. Diesen Weg durchlaufen in einem Erwachsenenleben mehrere Tonnen an Nahrungsmittel.

 

Wie oft müssen ist normal?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es normal bis zu dreimal täglich und bis zu dreimal wöchentlich Stuhlgang zu haben. Dabei sollte der Stuhl ohne Schmerzen abgegeben werden können und wohlgeformt, nicht zu weich und nicht zu hart sein.
Aus naturheilkundlicher Sicht wird durch die Abgabe in Form von Stuhl der  Körper von Toxinen, also Fremd- und Giftstoffen befreit, die der Körper nicht verwenden kann. Wenn der Stuhl dagegen länger als 48 Stunden im Enddarm bleibt, können sich Fäulnisbakterien und Gärgase bilden, die zu Blähungen und Flatus führt, aber auch unter Umständen zu chronischen Krankheiten führen kann.

 Auch interessant: Weicher, stückiger oder harter Stuhlgang: Was ist normal?

 

Der Darm ist wichtigstes Organ für das Immunsystem

Rund 80 % der Immunzellen sind im und am Darm angesiedelt. Dazu gehört auch der „Wurmfortsatz“ (Appendix), der aus lymphatischen Immunzellen besteht und ebenfalls für die körpereigene Abwehr wichtig ist. Damit ist der Darm das wichtigste Organ für deine körperliche Abwehr, zumal der Darm auch durch seine Oberfläche den größten Kontakt zur Außenwelt darstellt.
Die Darmbakterien (Mikrobiota, Darmflora) ist hierbei sehr stark beteiligt. Denn im Darm werden viele neue Immunzellen tagtäglich hergestellt und durch die Darmbakterien auf ihre Abewehraufgabe hin 'trainiert'. Je größer die Vielfalt an unterschiedlichen Darmbakterien ist, desto besser für das Training der Immunzellen.

 

Ein gesunder Darm macht glücklich  

Das Hormon Serotonin wird von der Darmschleimhaut produziert und kommt zu fast 95 Prozent im Magen-Darm-Trakt vor. Von hier wird es nach Bedarf ins Blut abgegeben.
Serotonin ist ein wichtiges Hormon für den Körper. Am bekanntesten ist Serotonin als Glückshormon. Denn als Neurotransmitter im Rahmen der Entstehung von Depressionen oder Schlafstörungen ist Serotonin wesentlich beteiligt. Es sorgt für gute Gefühle wie Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit und reguliert dabei Gefühlszustände von Angstgefühlen, Aggressivität, Kummer und sogar Hungergefühl. Forschungen haben bestätigt, dass depressive Verstimmungen sich häufig auf einen Mangel an Serotonin oder seiner Vorstufe, der Aminosäure Tryptophan, zurückführen lassen. Es spielt  außerdem im Herz-Kreislauf- und Atemsystem eine wichtige Rolle, sowie für die optimale Darmmotorik und Blutgerinnung, bis hin zu den Serotoninrezeptoren im Auge für den Augeninnnendruck.

Häufiger oder seltener Stuhlgang: Wie oft ist gesund?
Gesunde Frequenz  

Wie häufig ist Stuhlgang normal?

Die wichtigsten Fragen beantwortet Heilpraktikerin Ulrike Schäfer im Interview.

 

Die Darmflora steuert das Gewicht

Studien, unter anderem des 'British Journal of Nutrition' aus April 2014, haben gezeigt, dass eine Fehlbesidelung von Bakterien im Darm das Abnehmen verhindert. Außerdem haben erste Studien gezeigt, dass nicht nur die richtige Zuführung von bestimmten Darmbakterien über einen längeren Zeitraum die Gewichtsabnahme unterstützt, sondern auch langfristig das Gewichthalten erleichtert. Es lohnt sich also bei Übergewicht oder erfolglosen Diäten einen fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker für Darmsanierung und sogenannte 'Mikrobiologische Therapie' aufzusuchen und seine Darmflora einmal grundlegend analysieren zu lassen.

Unter dem Video geht der Artikel weiter. 

 
 

Stress schadet der Verdauung

Stress legt die Verdauung regelrecht lahm!
Das ist ganz einfach und natürlich zu erklären. Unser Körper verfügt über das vegetative Nervensystem, welches seit Urzeiten aus den beiden Gegenspielern „Sympathikus“ und „Parasympathikus“ besteht. Währen der Parasympathikus für Entspannung, Verdauung und Schlaf zuständig ist, springt der Sympathikus bei Gefahren an. Somit werden sofort Kampf- oder Fluchtfunktionen in unserem Körper zur Verfügung gestellt: schnellerer Herzschlag, höhere Muskeldurchblutung, Cortisonausschüttung, erweiterte Pupillen – für entspannte Verdauung ist dann leider keine Zeit. Nur heute sind es keine Säbelzahntiger mehr, denen wir gegenüber stehen, sondern Prüfungen, Präsentationen, Vorstellungsgespräche, wichtige Termine etc. – also viele Faktoren, die uns oft und regelmäßig stressen.
Stress ist ein Killer für eine gesunde Darmflora, das haben zahlreiche Studien bereits belegt. Langfristiger Stress kann sogar zu Übergewicht, Diabetes mellitus, Verdauungsstörungen und weiteren chronischen Erkrankungen führen. Denn wie bereits oben erwähnt – im Darm ist der Hauptsitz des Immunsystems.
Daher ist es umso wichtiger nach stressigen Phasen auch Ruhe und Entspannung wie Yoga, Sauna, Spaziergänge an der frischen Luft etc. in seinen Alltag wieder reinzubringen. Das macht den Kopf frei und fördert eine gesunde Verdauung und Darmflora.

 

Bauchhirn – Der Darm denkt mit und beeinflusst unser Handeln

'Mein Bauchgefühl sagt mir...', 'Bauchentscheidung', 'es liegt etwas schwer im Magen', 'Schmetterlinge im Bauch', 'man könnte sich übergeben beim Gedanken an', 'ein Glücksgefühl / Kribbeln im Bauch haben'. Das sind einige Metaphern, die jeder von uns kennt. Und sie beziehen sich auf Entscheidungen und Situationen, die wir wieder und wieder bewältigen müssen. Dabei ist der Darm ein wichtiger 'Mitentscheider'.
Immer öfter wird vom 'Bauchhirn' oder 'Darmhirn' gesprochen und einige Forscher sind daher bereits der Meinung, dass das Bauchhirn eine Kopie des Gehirns auf Grund seiner Zelltypen und Rezeptoren im Magen-Darmtrakt sei. Ebenso kommuniziert der Verdauungstrakt, ähnlich wie das Gehirn, über Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin und verfügt über Nervenverbindungen zur Großhirnrinde und auch zum limbischen System, die emotionale Schaltstelle in unserem Gehirn. Das Bauchhirn hat somit einen körperlichen Einfluss auf gewisse Entscheidungen in dem es Informationen zu Gefühlen und Stimmung zum Großhirn steuert.

Gesundheit beginnt im Darm und gesundes Essen hilft Ihnen sich gut, gesund, fit und vital zu fühlen und kann vor chronischen Erkrankungen schützen. Behandeln Sie Ihren Darm daher immer gut, dann geht es Ihnen auch gut.

Quelle: Ulrike Schäfer 
Über die Autorin: Ulrike Schäfer hat in München eine 3jährige Ausbildung zur Heilpraktikerin erfolgreich absolviert und vielfältige Therapien der Naturheilkunde gelernt. Seit 2014 ist Ulrike Schäfer als Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Hamburg mit Behandlungsschwerpunkten Mikrobiologische Therapie und Darmsanierung sowie Hypnose tätig. Mehr zu Heilpraktikerin Ulrike Schäfer finden Sie unter www.hp-praxis-schaefer.de.

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