Bewegung & Kompression Blutgerinnsel vorbeugen: Der beste Schutz gegen Thrombose

Blutgerinnsel vorbeugen: Der beste Schutz gegen Thrombose
Die beste Möglichkeit, um Blutgerinnsel zu vermeiden? Bewegen, bewegen, bewegen!
Inhalt
  1. Welche Faktoren eine Thrombose begünstigen
  2. Wann Gerinnungshemmer notwendig werden
  3. Wie Sie Ihre Werte selbst im Blick behalten
  4. Woran Sie eine Thrombose erkennen können
  5. Wie der Arzt ein Gerinnsel diagnostiziert
  6. Warum Bewegung die beste Vorsorge ist
  7. Beruhigt auf Reisen gehen

Allein das Wort macht Angst: Thrombose, die zum Beispiel durch langes Sitzen auf Reisen oder Liegen nach einer OP verursacht wird. Doch mit jedem Schritt kann Blutgerinnseln vorgebeugt werden.

Eigentlich ist es eine ziemlich clevere Schutzreaktion des Körpers: Schneidet man sich zum Beispiel beim Kartoffelschälen in den Finger, wird automatisch die Blutgerinnung aktiviert. Das Blut verdickt, ein kleiner Thrombus wird gebildet und die Blutung damit gestoppt. Praktisch! Heilt die Wunde, löst sich auch das Gerinnsel langsam wieder von allein auf.

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen sich ein Blutgerinnsel in einem unverletzten Gefäß bildet. Dann kann das Blut nicht mehr ungehindert durch die Venen fließen. Löst sich dieser Blutpfropf nicht wieder auf, kann es zu einer Thrombose, einem Gefäßverschluss, kommen. Das verursacht nicht nur starke Schmerzen, sondern kann sogar lebensbedrohlich werden - gerade wenn die tiefen Beinvenen betroffen sind. Darum ist es wichtig, Thrombosen frühzeitig zu entdecken und behandeln zu lassen.

 

Welche Faktoren eine Thrombose begünstigen

Am häufigsten treten Thrombosen in den Bein- oder Beckenvenen auf. Das Risiko kann sich erhöhen, wenn man sich zu wenig bewegt, etwa nach einer Operation oder auf langen Flugreisen. Ist man gesund, lässt sich einer Thrombose weitestgehend vorbeugen, indem nach Operationen blutverdünnende Medikamente eingenommen werden (anders als vor Operationen: da müssen sie kurzzeitig abgesetzt werden). Auf Reisen sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen, sich hin und wieder die Beine vertreten und mit Venengymnastik den Blutfluss ankurbeln.

Neben Bewegungsmangel können aber auch andere Faktoren die Entstehung von Blutgerinnseln fördern, zum Beispiel die Einnahme bestimmter Hormonpräparate oder -kombinationen, regelmäßiges Rauchen und sogar Übergewicht. Jedes Kilo zu viel drückt auf die große Bauchvene und behindert so den Blutrückfluss zur Lunge.

Sobald Sie mehrere dieser Risikofaktoren betreffen, lohnt es sich, das Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen, um das eigene Risiko abzuklären. Das kann auch im Hinblick auf eine Hormontherapie in den Wechseljahren sinnvoll sein. Erst recht, wenn Angehörige bereits vor dem 50. Lebensjahr eine Thrombose erlitten haben. Dann kann eine erblich bedingte Thromboseneigung vorliegen. Deutlich seltener, aber für ein Viertel der wiederkehrenden Gerinnsel verantwortlich: ein Gendefekt, der weltweit bei lediglich drei Prozent der Bevölkerung vorliegt.

 

Wann Gerinnungshemmer notwendig werden

Besondere Vorsicht ist bei Erkrankungen wie Herzflimmern oder Herzrhythmusstörungen geboten. Pumpt das Herz nicht mehr richtig, fließt das Blut langsamer und kann dadurch leichter verdicken. In manchen Fällen wird der Arzt daher einen Gerinnungshemmer verordnen. Nehmen Sie aufgrund einer Vorerkrankung oder zur Nachbehandlung einer Thrombose sogenannte Vitamin-K-Antagonisten, also Cumarine wie Marcumar, ist es wichtig, die Gerinnungswerte des Blutes regelmäßig kontrollieren zu lassen. Denn die Dosis dieser Medikamente muss jeweils an den Gerinnungswert (INR-Wert - früher Quickwert) angepasst werden. Dafür entnimmt der Arzt über die Vene eine Blutprobe. Liegt der INR-Wert zu niedrig, steigt das Thromboserisiko, ist er zu hoch, steigt die Gefahr für Blutungen.

 

Wie Sie Ihre Werte selbst im Blick behalten

Um Menschen mit Herzflimmern, Herzrhythmusstörungen oder erhöhtem Thromboserisiko mehr Unabhängigkeit zu verschaffen, gibt es Möglichkeiten des Gerinnungs-Selbstmanagements, etwa mit "Coagu-Chek", dem mobilen Messgerät (Infos unter: www.ein-pieks-genuegt.de). Durch eine einfache Selbstkontrolle können Sie Ihre Werte selbst bestimmen, die Medikamentendosis eigenständig anpassen - und ersparen sich damit nicht nur einige Arztbesuche, sondern verringern auch das Risiko für Komplikationen. Für die Bestimmung der INR-Werte mit dem kleinen Gerät genügt ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Die Kosten für Gerät und Test streifen werden von den Krankenkassen übernommen. Voraussetzung: Der Arzt empfiehlt uns das Gerinnungs-Selbstmanagement, und Sie besuchen eine kleine Schulung.

 

Woran Sie eine Thrombose erkennen können

Diese Zeichen deuten darauf hin, dass Sie eine Thrombose haben (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 

Die Anzeichen sind nicht immer gleich. Typisch sind zum Beispiel dauerhafte Spannungsschmerzen im Bein oder ein ziehender einseitiger Beinschmerz, der unter Belastung aber auch im Sitzen oder Liegen bestehen bleibt. Dann sollten Sie vorsorglich den Hausarzt aufzusuchen - erst recht, wenn das Bein zusätzlich anschwillt oder sich blau verfärbt. Gefährlich kann es werden, wenn das Gerinnsel eine der tiefen Beinvenen verstopft oder sich Teile davon in den Blutkreislauf begeben. In diesen Fällen droht die Gefahr eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder einer Lungenembolie.

 

Wie der Arzt ein Gerinnsel diagnostiziert

Mittels Ultraschall und bestimmter Blutwerte kann der Arzt den Verdacht auf eine Thrombose bestätigen. Ist der Befund positiv, wird meistens ambulant behandelt - mit Medikamenten, die unsere Blutgerinnung hemmen, und mit Kompressionsverbänden oder -strümpfen. So kann sich das Gerinnsel schnell auflösen. Je nach Befund müssen die Gerinnungshemmer drei bis zwölf Monate eingenommen werden, manchmal sogar lebenslang.

 

Warum Bewegung die beste Vorsorge ist

Dehnübungen, Yoga, Walken, Wassergymnastik oder einfach der Weg per Rad zur Arbeit - mit Bewegung fördern Sie die Durchblutung und stärken täglich Ihre Venen. So können Sie Ihr Risiko aktiv senken.

 

Beruhigt auf Reisen gehen

Langstreckenflüge, stundenlange Bus- und Autofahrten - immer wieder heißt es, das beengte Sitzen könne die Entstehung einer Thrombose fördern. Das stimmt auch! Mit Kompressionsstrümpfen, lockerer Kleidung und etwas Venengymnastik überstehen Sie aber auch solche Touren problemlos. Zusätzlich gilt: viel trinken und bei Autofahrten öfter eine Pause einlegen. Bei bestehender Vorerkrankung sollten Sie solche Reisen jedoch vorab mit dem Arzt besprechen - damit Sie den Urlaub genießen können.

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