Handeln ist wichtig

Verstopfung bei Katzen- Ursachen und Hausmittel

Katzen leiden bei Verstopfungen meist im Stillen. Wie Sie die Symptome richtig deuten und Ihrem Liebling helfen können.

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Erkrankungen fallen einem leichter auf, wenn man seine Katze gut kennt. Das ist für die rechtzeitige Behandlung der Fellnasen von Vorteil, so auch bei der Verstopfung. Wie Sie diese erkennen und Ihre Katze am besten mit Hausmitteln unterstützen können, erklären wir hier.

Achtung: Bei Unsicherheiten oder starken Symptomen bitte immer einen Tierarzt um Rat bitten.

Wie lange darf eine Katze keinen Stuhlgang haben?

Katze streicheln
So können Sie ihre Katze bei Verstopfung unterstützen. Foto: NiseriN / iStock

Wie wir Menschen können auch unsere Stubentiger unter Störungen im Magen – Darm Trakt leiden. Dazu gehören unter anderem Durchfall bei der Katze und Verstopfung.

Wenn unsere Katzen leiden, möchten wir natürlich sofort Linderung verschaffen. Verstopfung sollte zwar unbedingt ernst genommen werden, fallen einem leichte Unregelmäßigkeiten auf, ist das zunächst aber kein Grund zur Sorge. Der Verdauungszyklus dauert prinzipiell bis zu 24 Stunden. Hat Ihre Katze in diesem Zeitraum keinen oder wenig Kot abgesetzt, könnte eine Verstopfung, auch Konstipation genannt, vorliegen.

Gerade bei Katzen kann diese häufig auftreten. Das weiß auch unsere Expertin, Dr. Christiane Weingart, Fachtierärztin für Kleintiere an der Freien Universität Berlin

Unsere Expertin: Dr. Christiane Weingart

Dr. Christiane Weingart ist Fachtierärztin für Kleintiere und arbeitet in der Klein- und Heimtierklinik an der Freien Universität Berlin.

Welche Symptome treten auf?

"Nehmen die Halter häufiges Scharren in der Katzentoilette wahr und unter Umständen sogar Schmerzäußerungen, kann dies auf eine Verstopfung hindeuten", erklärt Dr. Weingart. Es gibt jedoch noch weitere Symptome, die darauf schließen lassen. Dazu gehören laut der Tierärztin kleine Mengen an trockenem, sehr festen bis steinhartem Kot (auch Steinkot genannt). Manchmal ist auch Blut erkennbar. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Katzenkot: Was er über die Gesundheit Ihrer Katze aussagen kann

Bleibt der Stuhl zu lange im Darm der Katze, wird ihm zunehmend Wasser entzogen. So entsteht Steinkot. Bestehen die Symptome über einen längeren Zeitraum, kann es sich um eine schwere oder chronische Verstopfung handeln. Hier würde man von einer Obstipation sprechen. Dann bedarf es dringend tierärztlicher Hilfe.

Tritt eine schwere Verstopfung immer wieder auf, kann es zu einer Dehnung der Darmwand, einem Megakolon kommen. "Hierbei handelt es sich um eine Funktionsstörung der Darmmuskulatur unbekannter Ursache", so Dr. Weingart. Ein idiopathisches Megakolon ist der häufigste Grund für eine Verstopfung bei Katzen. Hierbei kann der Kot aufgrund von fehlender Aktivität der Darmmuskulatur nicht weitertransportiert werden. 

Auf Röntgenbildern der Katze ist ein solches gut zu erkennen. Hielt der Zustand zu lange an, kann der betroffene Darmabschnitt auch nach erfolgreicher Behandlung der Verstopfung gedehnt bleiben. Ein Megakolon kann daher sowohl Folge als auch Ursache der Erkrankung sein, da sich in einem vergrößerten Darm große Mengen Stuhl sammeln können.

Setzt das Tier aber überhaupt keinen Kot mehr ab, ist das ein lebensbedrohlicher Notfall, denn ein Darmverschluss kann im schlimmsten Fall zum Tod der Katze führen. Somit ist ein Tierarztbesuch unverzichtbar.

Diese Symptome deuten auf eine Verstopfung bei Katzen hin

Sollten Sie die Vermutung haben, dass Ihre Katze unter Verstopfung leidet, gilt es sie genauer zu beobachten. Dies zu beobachten ist bei Katzen in Wohnungshaltung leichter als bei Freigängern, die viel Zeit draußen verbringen. Der erste Anhaltspunkt bei Verdacht auf Verstopfung ist trotzdem das Katzenklo.

Doch welche Symptome deuten noch auf eine Verstopfung bei der Katze hin?

Klicken Sie sich durch unsere Bilder-Galerie und finden Sie es heraus.

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Was tun, wenn die Katze Verstopfung hat?
Bei diesen Anzeichen sollten Sie Ihre Katze genauer im Blick behalten. Foto: Collage von liebenswert.de & iStock : Sudowoodo, Lesia_G, SpicyTruffel

Bei einer gesunden Verdauung erinnert der Kot optisch an eine Zigarre. Wird nur eine geringe Menge Kot abgesetzt und ist er hart und kugelförmig, kann das auf eine Verstopfung hindeuten.

Ein weiteres Indiz ist, wenn Sie bemerken, wie Ihre Katze vergeblich versucht, Kot abzusetzen.

Häufen sich die Symptome, sollten Sie nicht zögern einen Tierarzt aufzusuchen.
Häufen sich die Symptome, sollten Sie nicht zögern einen Tierarzt aufzusuchen. Foto: Collage von liebenswert.de & iStock : Sudowoodo, Lesia_G, SpicyTruffel

Ein weiteres Indiz, dass auf Verstopfung hindeuten kann, ist ein angespannter Bauch.

Reagiert ihre Katze womöglich druckempfindlich? Das könnte ein Warnsignal sein.

Eine gekrümmte Haltung kann auf Unwohlsein hindeuten
Eine gekrümmte Haltung kann auf Unwohlsein hindeuten Foto: Collage von liebenswert.de & iStock : Sudowoodo, Lesia_G, SpicyTruffel

Einige Katzen, die unter Verstopfung leiden, nehmen vor lauter Unbehagen eine gekrümmte Körperhaltung ein.

Appetitlosigkeit ist ein ernstzunehmendes Symptom
Appetitlosigkeit ist ein ernstzunehmendes Symptom Foto: Collage von liebenswert.de & iStock : Sudowoodo, Lesia_G, SpicyTruffel

Weitere Symptome, die bei einer Verstopfung auftreten können sind, Mattheit oder Appetitlosigkeit.

Frisst Ihre Katze immer weniger oder gar nicht mehr, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.

Erbrechen kann ebenfalls das Symptom einer Verstopfung sein
Erbrechen kann ebenfalls ein Symptom einer Verstopfung sein Foto: Collage von liebenswert.de & iStock : Sudowoodo, Lesia_G, SpicyTruffel

Es kann außerdem vorkommen, dass ihre Katze sich übergibt.

Darmverschluss bei Katzen

Die Symptome einer Verstopfung und eines Darmverschlusses sind sich recht ähnlich, was die Diagnose leider erschwert. Neben dem fehlenden Absetzen von Kot sollte beim Darmverschluss auf häufiges und heftiges Würgen und Erbrechen der Katze geachtet werden. Zusätzlich sollten Sie sicherstellen, ob Ihre Katze unter Atembeschwerden oder Kreislaufproblemen leidet.

Der Darmverschluss bedarf dringend einer Behandlung, daher sollten Sie bei Verdacht unbedingt mit Ihrer Katze zum Tierarzt.

Warum bekommen Katzen Verstopfung?

Dr. Weingart weiß: "Es gibt viele Ursachen für die Entstehung einer Verstopfung."

Handelt es sich tatsächlich um eine Verstopfung, gilt es nun die Ursache herauszufinden, denn nur so kann Ihrer Katze geholfen werden. Zunächst gilt es zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Ursachen zu unterscheiden.

Wenn Sie unsicher sind, ob etwas mit der Verdauung Ihres Lieblings nicht stimmt, behalten Sie das Katzenklo im Auge. Auffälligkeiten können Sie dann mit Ihrem Tierarzt besprechen oder ggf. eine Kotprobe mitbringen, die dann untersucht werden kann. Das ist eine Möglichkeit, die Ursache zu bestimmen.

Eine falsche Ernährung kann zum Beispiel zu Verstopfung bei Ihrem Tier führen. Doch welches Futter ist geeignet? Es sollte auf möglichst ballaststoffreiches Katzenfutter geachtet werden. Faserreiche Nahrung regt durch ihr Volumen die Darmwand an und erleichtert so den Transport des Kots. Doch auch an eine bloße Futterumstellung muss sich der Darm Ihrer Katze erst gewöhnen. Diese sollte daher so sanft und schleichend wie möglich durchgeführt werden. Ebenfalls kann es durch Wassermangel zu Verstopfung kommen. Besonders übergewichtige Katzen sind anfällig für eine Konstipation genauso auch Tiere, die unter Bewegungsmangel leiden. Denn der kann genauso an einem faulen und trägen Darm schuld sein. Wie bei uns Menschen kann auch Stress zu Verstopfung bei Katzen führen. Ein Weg, diesen zu vermeiden, ist es, Ihrer Katze ein ruhiges Plätzchen für ihre Notdurft zur Verfügung zu stellen. Langhaarkatzen können zusätzlich auch durch nicht genug Fellpflege eine Verstopfung bekommen, da gerade sie verstärkt mit Haarbällen zu kämpfen haben, prinzipiell gilt das Problem aber für alle Katzen.

Auch interessant: Durchfall bei der Katzen erkennen und richtig behandeln

Auch Medikamente können eine Verstopfung bei Katzen auslösen."Aber auch Tumore in der Darmwand, die das Darmlumen (lichte Weite des Darms) verlegen, sind eine weitere Ursache", so Weingart. 

Bei älteren Katzen kann auch ein Leistenproblem der Auslöser sein. Aber hinter einer Verstopfung kann auch eine Infektion stecken. Dazu gehört Parasitenbefall durch beispielsweise Bandwürmer, Hakenwürmer oder eine bakterielle Infektion.

Darmtätigkeit durch Hausmittel anregen

Haben Sie eine leichte Verstopfung festgestellt und kennen die Ursache hierfür, können Sie selbst versuchen, die Katze beim Absetzen von Kot zu unterstützen.

"Milde Formen einer Verstopfung können mit Flohsamenschalenpulver behandelt werden", erklärt Dr. Weingart. Diese würden Wasser in den Darm ziehen und zudem eine schleimbildende Wirkung haben, die den Kot weicher und gleitfähiger machen. Die Tierärztin empfiehlt außerdem auf Lactulose und Macrogol zu setzen. Durch diese Laxantien wird die Darmaktivität ebenfalls angeregt. 

"Für die erfolgreiche Therapie ist eine genügende Wasseraufnahme wichtig", unterstreicht die Tierärztin nochmal. Dabei kann z.B. die Gabe von Nassfutter helfen, das Anbieten eines Trinkbrunnens oder Wasser mit einer Spritze zu verabreichen.

Faserreiches Futter kann den Stuhlgang erleichtern. Hier bieten sich Gemüse oder Kürbis an. Möchten Sie den Darm der Katze zusätzlich mobilisieren, können Sie eine leichte Massage versuchen.

Achtung: Die Tierärztin gibt jedoch zu bedenken: "Mittelgradige und schwere Formen einer Verstopfung müssen tierärztlich behandelt werden."

So behandeln die Tierärzte

Der Tierarzt kann dann je nach Ausmaß der Verstopfung eine Infusion, Einläufe und eventuell auch ein Klistier (Medizin) verabreichen. Es kann auch vorkommen, dass der Darm (meist in Narkose) ausgeräumt werden muss, oder in seltenen Fällen eines Megakolons eine chirurgische Entfernung erfolgen muss 

So können Sie Verdauungsproblemen vorbeugen

Doch wie immer gilt, Vorsorge ist am besten. Futterwechsel sollte immer langsam vollzogen werden.   Da Katzen meist recht trinkfaul sind, sollte man den Anteil an Trockenfutter reduzieren und mehr auf Nassfutter und vor allem gesundes Katzenfutter setzen. Genauso sollte auf viel Bewegung und das Gewicht des Stubentigers geachtet werden.

Unterstützen Sie Ihre Katze bei der Fellpflege, insbesondere beim Fellwechsel. Malzpaste hat sich als Helfer bei Fellbällen bewährt. Achten Sie ebenfalls auf saubere Katzenklos- als Faustregel gilt: Immer ein Katzenklo mehr als Katzen im Haushalt.

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