Katzengesundheit

Bandwurm Katze - Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Eine Infektion mit Bandwürmern sollte frühestmöglich behandelt werden, denn sie stellt eine mögliche Gefahr für Katzen und ihre Halter dar. 

Video: Glutamat

Ist Ihre Katze von Würmern befallen, ist dies nicht immer sofort sichtbar. Umso wichtiger ist es, Symptome richtig zu deuten und schnell mit der Behandlung zu beginnen.

Für junge Kitten kann ein starker Wurmbefall sogar lebensbedrohlich werden. Außerdem wichtig zu beachten: Einige Arten von Bandwürmern können sich auch auf den Menschen übertragen

Was sind Bandwürmer?

Der häufigste bei Katzen vorkommende Bandwurm ist der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum). Dieser wird beispielsweise über Flöhe übertragen, kann aber auch durch infizierte Mäuse, die Katzen fressen, in den Darm Ihres Tieres gelangen. 

Flöhe eignen sich als Zwischenwirt, da sie die Larven des Gurkenbandwurms in sich tragen können. Verschluckt Ihre Katze einen infizierten Floh, beispielsweise bei der Fellpflege, gelangen die Larven ins Innere des Tieres. Hier können sie sich zu einem ausgewachsenen Bandwurm entwickeln. Dieser lebt dann im Verdauungstrakt der Katze und nimmt über die Nahrung Nährstoffe auf.

Auch interessant: Katze übergibt sich: Was Sie beachten müssen, wenn Ihr Tier erbricht

Auch Menschen können sich mit diesem Bandwurm infizieren, indem sie ihn versehentlich über das Fell des Tieres aufnehmen (z.B beim Streicheln über die Hand zum Mund). Dies kommt jedoch selten vor. Weitere Informationen zu einem möglichen Wurmbefall bei Menschen, finden sie weiter unten im Text

Zu beachten gilt, dass Kinder besonders gefährdet sind, da sie im Umgang mit Tieren weniger auf die Hygiene achten, im Vergleich zu Erwachsenen. Hier gilt es, aufmerksam zu sein.

Wie werden Bandwürmer übertragen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich Ihr Tier mit Bandwürmern infiziert haben könnte. Das liegt auch daran, dass es über 3500 verschiedene Arten von Bandwürmern gibt, die sich unterschiedlich verhalten. 

Flöhe oder kleine Beutetiere wie Vögel und Mäuse können sich mit Würmern infizieren und sie auf Ihre Katze übertragen. Foto: iStock/Firmafotografen

Häufig werden Bandwürmer von Flöhen übertragen, können aber auch auf anderem Wege in den Darm Ihrer Katze gelangen. Der Katzenbandwurm (Taenia taeniaeformis) nutzt beispielsweise kleine Beutetiere wie Vögel oder Mäuse als Zwischenwirt.

Würmer bei Katzen: Die Symptome

Symptome für einen Wurmbefall bei Katzen sind häufiges Jucken im Analbereich sowie Durchfall und Erbrechen. 

Ein Wurmbefall kann sich aber auch durch Symptome wie Appetitlosigkeitstumpfes FellAbgeschlagenheit oder Gewichtsverlust bemerkbar machen. Ebenso kann ein aufgeblähter Bauch ein Warnzeichen sein. 

Was tun, wenn die Katze Würmer hat?

Besteht der Verdacht auf einen Wurmbefall, sollte die Katze zunächst einem Tierarzt vorgestellt werden.

Wenn Ihre Katze mit Würmern infiziert ist, ist ein Besuch beim Tierarzt unverzichtbar. Foto: Vasyl Dolmatov / iStock

Bestätigt sich der Verdacht, ist meist eine Wurmkur notwendig. 

Behandlung mit der Wurmkur

Eine Wurmkur ist in der Regel erforderlich, um die Infektion bei Ihrem Tier zu behandeln. Es ist wichtig, dass auch die Umgebung der Katze, insbesondere der Bereich, in dem die Katze sich die meiste Zeit aufhält, desinfiziert wird, um eine erneute Infektion zu verhindern.

Es gibt keine bewährten Hausmittel, gegen Bandwürmer bei Katzen. Eine Wurmkur, die von einem Tierarzt verschrieben wird, ist die sicherste und wirksamste Methode, um eine Bandwurminfektion zu behandeln.

Es ist wichtig, dass die Wurmkur nach den Anweisungen des Tierarztes verabreicht wird, um sicherzustellen, dass alle Würmer erfolgreich abgetötet werden.

Übertragung auf Menschen: Habe ich mich angesteckt?

Ob Sie sich bei Ihrer Katze mit Würmern angesteckt haben, ist von einigen Faktoren abhängig.

Auch Menschen können sich mit Bandwürmern infizieren. Es passiert zum Glück selten. Foto: iStock/SeventyFour

Zunächst einmal ist entscheidend, von welcher Art Wurm Ihre Katze befallen ist. Fragen Sie hier gegebenenfalls Ihren Tierarzt um Rat

Diese Wurmarten können sich auf den Menschen übertragen:

Spulwürmer

Der häufigste Wurm bei Haustieren (Katze und Hund) ist der Spulwurm. Männliche Spulwürmer werden bis zu 25 Zentimeter, weibliche bis zu 40 Zentimeter lang.

Menschen können sich mit Spulwürmern infizieren, indem sie infektiöse Eier über den Mund (über das Fell des Tieres) aufnehmen. Die Wurmlarven schlüpfen jedoch nicht im menschlichen Körper, sondern verbleiben dort im Larvenstadium. Die Eier des Parasiten können jedoch durch Organe und Gewebe wandern.

Symptome äußern sich ganz vielseitig, je nachdem welche Organe betroffen sind. Genaue Zahlen, wie oft Menschen sich mit Spulwürmern infizieren, sind nicht bekannt. Experten gehen aber von einigen hundert Fällen jährlich aus. Bei einem Spulwurmbefall kann eine einmalige Gabe von Medikamenten das Problem lösen und der Parasit abgetötet werden. 

Hakenwürmer

Hakenwürmer sind nicht ganz so häufig wie der Spulwurm, nur etwa ein Prozent der Katzen sind mit ihnen infiziert. Das Besondere an diesem Wurm ist, dass er durch die Haut in den Wirt eindringt. So kann es, in seltenen Fällen vorkommen, dass sich Menschen infizieren

Auch interessant: Flöhe bei Katzen: Parasiten erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Zu einer Infektion kann es kommen, wenn wir barfuß mit Erde in Kontakt kommen, die Larven des Wurms enthält. So können die Larven des Parasiten in die Haut eindringen und Hautveränderungen auslösen.

In seltenen Fällen kommt es auch zu einer Darmentzündung. Es kommt jedoch nur selten vor, dass sich Menschen mit dem Wurm infizieren. 

Sicheres Indiz: Um Spul- oder Hakenwürmer nachzuweisen, wird der Stuhl des Patienten daraufhin untersucht. Bei starkem Befall lassen sich aber meist schon mit bloßem Auge Würmer im Stuhl erkennen

Fuchsbandwurm

Der Bandwurm, der dem Menschen wohl am gefährlichsten werden kann, ist der sogenannte Fuchsbandwurm. Auch er wird vorwiegend über infektiöse Eier des Parasiten verbreitet und gelangt so in den Magen-Darm-Trakt. 

Die gute Nachricht für Katzenbesitzer: Hunde sind für den Fuchsbandwurm attraktiver als Katzen, da sie als Wirt geeigneter sind. Im Körper eines Hundes kann der Wurm nämlich mehr Würmer entwickeln, also mehr Eier produzieren. Ihre Katze kann sich somit nur in seltenen Fällen mit diesem gefährlichen Wurm infizieren.

Fuchsbandwurm-Infektionen sind generell sehr selten. Laut RKI (Robert-Koch-Institut) wurden zuletzt (im Jahr 2019), deutschlandweit lediglich 25 Fälle gemeldet. Das liegt auch daran, dass nicht jeder, der mit den infektiösen Eiern dieses Wurms in Berührung kommt, zwangsläufig erkrankt. 

So wird eine Infektion beim Menschen behandelt

Die typische Therapie gegen einen Bandwurm sind Anthelminthika (Anti-Wurm-Mittel), vorwiegend in Tablettenform. Diese Medikamente töten die Würmer ab, oder lähmen sie, damit sie sich nicht mehr im Darm festhalten können. So können die Würmer einfach ausgeschieden werden

Diese Informationen ersetzen kein Gespräch mit einem Arzt. Sollten Sie einen ernsthaften Verdacht haben, suchen Sie Ihren Hausarzt auf

Um der Übertragung auf Sie und Ihrer Familie keine Chance zu geben, sollten Sie Ihr Tier regelmäßig entwurmen.

Bei einem Wurmbefall ist es wichtig, schnell zu handeln. Foto: iStock/sestovic

Würmer bei der Katze: So beugen Sie dem Wurmbefall vor

Tipp: Freigänger sollten mindestens viermal im Jahr, Hauskatzen zweimal im Jahr entwurmt werden. Wenn Ihr Freigänger häufiger Mäuse mit nach Hause bringt oder sogar frisst, kann sich eine Wurm-Kur sogar alle zwei Monate empfehlen. Fragen Sie hierfür Ihren Tierarzt um Rat.

Einige Tierärzte empfehlen auch eine monatliche Entwurmung oder eine regelmäßige Kot-Untersuchung. Finden Sie kleine, weiße Bandwurm-Segmente im Kot Ihrer Katze, ist dies auch ein sehr sicheres Indiz für einen Wurmbefall. 

Wichtig: Finden Sie die kleinen, weißen Bandwurm-Segmente im Katzenklo, sollte Sie den Kot unverzüglich entfernen und über einen verschlossenen Beutel im Hausmüll entsorgen. Es kann sonst passieren, dass sich eine andere Katze aus Ihrem Haushalt über den Kot ebenfalls mit den Parasiten/Würmern infiziert.  

So halten Sie das Risiko eines Wurmbefalls möglichst klein

Es gibt einige Schritte, die man ergreifen kann, um die Infektionsgefahr zu minimieren und eine erneute Infektion durch Würmer zu verhindern:

  • Halten Sie die Umgebung Ihrer Katze sauber und desinfizieren Sie regelmäßig Flächen, auf denen die Katze verweilt.

  • Verhindern Sie, dass Ihre Katze in Kontakt mit Flöhen kommt, da diese die Überträger der Würmer sind.

  • Entfernen Sie regelmäßig Kot und Urin von der Katzentoilette und desinfizieren Sie diese.

  • Lassen Sie Ihre Katze regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen, um frühzeitig mögliche Infektionen zu erkennen.

  • Töten Sie die möglicherweise übrig gebliebenen Eier des Wurms ab, indem Sie z.B Decken über 60 Grad waschen 

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Schritte nicht als Ersatz für eine professionelle Behandlung durch einen Tierarzt gelten und dass jede Infektion mit einem Parasiten behandelt werden sollte.

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Katze an einer Bandwurminfektion leidet, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.