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Mit Extremsituation umgehen

Einkauf während Corona-Krise: Wichtige Fragen und Antworten

Worauf sollte ich beim Einkaufen in Zeiten des Coronavirus achten? Und gibt es Lieferengpässe? Wir klären auf.

Durch die Ausbreitung des Coronavirus sind Menschen weltweit nicht nur in Sorge um ihre Gesundheit (und die ihrer Lieben), sondern auch ihr Alltag hat sich stark verändert. Die Regierung ruft dazu auf, möglichst zu Hause zu bleiben und Abstand zu anderen Personen zu wahren, Hamsterkäufe von Desinfektionsmitteln, Toilettenpapier und Lebensmitteln sind an der Tagesordnung.

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Viele Bürger sind deshalb verunsichert, ob eine ausreichende Versorgung in Deutschland noch gewährleistet ist, wie sie am besten einkaufen sollten und welche Risiken der Gang in den Supermarkt birgt. Wir beantworten hier die dringlichsten Fragen zum Thema.

Gibt es Lieferengpässe bei Lebensmitteln oder anderen Waren?

Wer einkaufen geht, dem fällt in diesen Zeiten eins auf: Insbesondere Produkte wie Mehl, Nudeln, Brot und Toilettenpapier sind so stark nachgefragt, dass die entsprechenden Regalen bereits früh am Tage und dann quasi nonstop leer sind oder nur noch wenig Auswahl möglich ist. Die in vielen Märkten angebrachten Hinweise, dass bestimmte Waren nur noch rationiert abgegeben werden, zeigen offenbar keine ausreichende Wirkung. Gibt es also Lieferengpässe?

Nein - sagt Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) nach Informationen von tagesschau.de. "Die Logistikketten arbeiten unter Volllast, aber sie funktionieren." Die Ware werde auch einfach meist schon so schnell verkauft, dass die Regale nicht schnell genug aufgefüllt werden könnten. Lebensmittel und andere Produkte sind aktuell also nicht knapp, aber deren Nachfrage überlastet die Logistikinfrastruktur. Ausnahme: Wie eine Sprecherin der Verbraucherzentrale gegenüber der Hamburger Morgenpost erklärte, gebe es derzeit tatsächlich ein Nachschubproblem bei Desinfektionsmitteln.

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Langfristig gesehen kann es außerdem passieren, dass es durch Auswirkungen des Coronavirus auf die Landwirtschaft zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von frischem (saisonalen) Obst und Gemüse kommt, wie Experten gegenüber stern.de erklären.

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Muss ich in der Corona-Zeit Angst vor Lebensmittelknappheit haben?

Nein, denn generell sei die Lebensmittelversorgung gesichert, wie Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, noch am Dienstag erklärte. Im Gegensatz zu anderen, bereits geschlossenen Geschäften unseres alltäglichen Bedarfs sollen Supermärkte auch weiterhin geöffnet bleiben - das würde sich wohl auch im Falle einer bundesweiten Ausgangssperre nicht ändern.

Was bedeutet die Ausbreitung des Coronavirus für das alltägliche Einkaufen?
Die Ausbreitung des Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Einzelhandel. In vielen Supermärkten sind einige Produkte so stark nachgefragt, dass Leerstellen in den Regalen entstehen - wie hier in einem Markt am 16. März in Berlin. Sean Gallup/Getty Images

Warum ist die Versorgung mit Toilettenpapier aktuell so schwierig?

Speziell bei Produkten wie Toilettenpapier oder Nudeln liegt das Problem offenbar außerdem darin, dass diese Artikel normalerweise nicht in solchen Mengen verkauft werden. Wie das Wirtschaftsmagazin t3n.de erklärt, seien die Lieferketten der Waren möglichst genau an dem Bedarf der Kunden ausgelegt. In den Zentrallagern der Supermärkte werde nur aufbewahrt, was voraussichtlich den Tag über benötigt werde - und dieser Bedarf habe sich nun innerhalb kürzester Zeit drastisch erhöht. Noch dazu gehöre Toilettenpapier (ebenso wie Nudeln, Mehl und Co.) zum sogenannten Trockensortiment, was ein anderes Lieferintervall (meist wöchentlich) als nicht so lange haltbare, frische Ware (täglich) habe.

Solche Prozesse auf die Schnelle an die aktuelle Situation anzupassen, sei für den Handel schwierig - doch es sei bereits zur Priorisierung der momentan stark nachgefragten Produkte angesetzt worden. Trotzdem: Die Lieferintervalle plötzlich zu verändern, stellt eine große Herausforderung dar und ist nur begrenzt möglich. Immer größere Warenmengen, die in Regale einsortiert werden müssen, sind darüber hinaus eine immense Belastung für sämtliche Supermarkt-Mitarbeiter.

Wann ist momentan der beste Zeitpunkt zum Einkaufen?

Pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale erklärte gegenüber der Hamburger Morgenpost, dass es tendenziell aber am sinnvollsten sei, "ganz früh morgens einzukaufen", weil dann die meisten Supermärkte beliefert würden. Positiver Nebeneffekt: Es ist dann in der Regel noch nicht so voll, was die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, potenziell senkt.

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Erfahrungsgemäß ist es auch zum Ende der Öffnungszeiten in den Supermärkten leerer, aber natürlich sind dann viele Produkte vergriffen. Als vorteilhaft haben sich an vielen Stellen ansonsten auch die Nachmittagsstunden erwiesen. Generell sollten Sie es außerdem vermeiden, am Freitag, Samstag oder Montag große Einkäufe erledigen zu wollen.

Coronavirus: Was tun gegen die Ansteckungsgefahr beim Einkaufen?

Natürlich wäre es am sichersten, sich gar nicht mehr aus dem Haus zu begeben - abgesehen von einem kleinen Gang an die frische Luft, der sogar das Immunsystem stärkt. Doch wer sich seine Waren des täglichen Bedarfs nicht (komplett) von einem Lieferdienst bringen lassen möchte oder kann (die Lieferkapazitäten sind hier natürlich auch begrenzt), dem bleibt letztlich einfach keine andere Wahl, als einkaufen zu gehen. Nichtsdestotrotz sollten Sie aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus dabei eine besondere Vorsicht walten lassen.

Wie mittlerweile bekannt ist, kann das Virus eine Zeit lang auf Oberflächen überleben. Bei faz.net, dem Online-Auftritt der Frankfurter Allgemeinen, wird in diesem Zusammenhang aber darauf hingewiesen, dass das Tragen von Handschuhen im Supermarkt nur theoretisch vor einer Ansteckung mit Corona schützt. Sobald man sich ins Gesicht fassen, die Handschuhe ausziehen oder diese mit bloßen Händen anfassen würde, käme man schließlich doch in Kontakt mit den Viren. Außerdem: Durch das Tragen von Handschuhen verteilt man die Viren weiter, sodass andere sich anstecken könnten. Verzichten Sie also lieber darauf.

Beim Einkaufen sollten Sie am besten folgende Hinweise beachten, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten:

  • Kaufen Sie möglichst dann ein, wenn die Supermärkte noch nicht so voll sind (früh morgens/nachmittags, außerhalb von Stoßzeiten).

  • Vermeiden Sie Hamsterkäufe und kaufen Sie nicht alles auf einmal, aber gehen Sie auch nicht unnötig oft in den Supermarkt.

  • Gehen Sie auf Abstand zu anderen Personen (etwa 1 bis 2 Meter). In vielen Märkten sind an den Kassen Markierungen auf dem Boden angebracht, die das Distanzhalten in der Schlange erleichtern.

  • Fassen Sie nicht jedes Produkt/Lebensmittel unnötig an (insbesondere Obst/Gemüse) oder nehmen es in die Hand.

  • Halten Sie auch hier die Husten- und Nies-Etikette ein (wegdrehen und in Armbeuge oder Einwegtaschentuch husten/niesen).

  • Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (Maske) ist bei gesunden Menschen nicht nötig, wie die Verbraucherzentrale erklärt, da bisher nicht nachweisbar ist, ob das eigene Ansteckungsrisiko dadurch wirklich sinkt. Eine Maske könne laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sogar dazu führen, dass andere Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden. Sie können allerdings aus Höflichkeit anderen gegenüber eine selbst gemachte Maske aufsetzen, da ihr durchaus ein Fremdschutz zugeschrieben wird.

  • Sobald Sie Symptome einer Erkrankung verspüren, bleiben Sie zu Hause und lassen Sie andere für Sie einkaufen - tun Sie das am besten auch dann, wenn Sie ein schwaches Immunsystem haben oder aus anderen Gründen zur Corona-Risikogruppe gehören.

  • Tätigen Sie Ihre Einkäufe auf dem Wochenmarkt, weil im Freien das Ansteckungsrisiko etwas geringer ist.

  • Zahlen Sie möglichst kontaktlos, also nicht mit Bargeld.

  • Waschen Sie sich aktuell besonders häufig und sehr gründlich die Hände mit Seife, am besten sogar zweimal hintereinander - und das auf jeden Fall auch nach dem Einkauf, wenn Sie nach Hause gekommen sind, sowie nach dem Einräumen der Ware. Hände immer gut abtrocknen.

  • Waschen Sie sich unterwegs zur Not auch mal nur mit etwas Leitungswasser aus der Flasche, sofern Sie kein kleines Desinfektionsmittel zur Hand haben - und zwar am besten, bevor Sie zurück in Auto oder Bus steigen.

  • Pflegen Sie ausgetrocknete Hände mit Feuchtigkeitscreme, da rissige Haut das Infektionsrisiko erhöhen kann.

Machen Sie sich allerdings keine zu großen Sorgen, was das Einkaufen in der aktuellen Corona-Krise angeht: Das Virus wird in erster Linie über Tröpfchen bei engem Kontakt zu anderen Personen übertragen, nicht über Oberflächen.

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