Spätfolgen von Corona

Long-Covid: Was sind die Symptome?

Nicht jeder, der eine Infektion mit Covid-19 überstanden hat, kann aufatmen: Viele Betroffene berichten, dass sie nach einer Infektion weiterhin an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden.

Nicht jeder, der an Corona erkrankt, kann hinterher aufatmen.
Nicht jeder, der an Corona erkrankt, kann hinterher aufatmen. Foto: SnowMannn / iStock

Was ist Long-Covid?

Von Long- Covid - auch als Post-Covid-Syndrom bekannt- spricht man, wenn ein Patient, der eine Corona-Infektion bereits überstanden hat, erneut in ärztliche Behandlung muss. Eine Corona-Infektion kann etwa anhaltende Atemwegserkrankungen, neurologische oder kardiologische Erkrankungen verursachen. Auch die Schädigung von Organen wie Herz, Niere oder Leber gehören dazu. Ebenso berichten Betroffenen von psychischen Belastungen wie Müdigkeit und Depression. Bei besonders schwerem Verlauf können Betroffene selbst nach überstandener Erkrankung noch an der Infektion sterben.

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Wie häufig tritt Long-Covid auf?

Welche Personengruppen sind besonders von Long-Covid betroffen?

Als besonders gefährdet gelten Menschen mit einer Vorerkrankung wie Diabetes, einer Atemwegsstörung oder einer Herzkrankheit leiden. Studien kamen aber auch zu dem Ergebnis, dass eine Corona-Infektion auch Auslöser einer Neuinfektion mit einer solchen Erkrankung sein kann.

Professor Oliver Witzke schildert im Interview mit Liebenswert seine Erfahrungen aus der Post-Covid-Ambulanz in Essen. Demnach treten die Symptome häufiger bei Patienten auf, die aufgrund ihrer Ansteckung mit dem Corona-Virus vergleichsweise lange beatmet werden mussten. Bei Frauen beobachtet der Infektiologe der Universitätsmedizin Essen öfter psychosomatische Symptome. Frauen scheinen demnach auch eher am Müdigkeitssyndrom zu leiden als Männer, da ihr Immunsystem bei einer Infektion stärker abreitet als bei Männern und somit länger für eine Regeneration benötigt.

Welche Symptome deuten auf Long Covid hin?

Generell kann man sagen, dass jemand, der sich nach einer Covid-19-Erkrankung nicht wieder richtig gesund fühlt oder weiterhin mit Begleitsymptomen zu kämpfen hat, höchstwahrscheinlich am Long-Covid-Syndrom leidet. In der Regel dauert eine Infektion mit dem Covid 19-Virus zwei bis drei Wochen, in selten Wochen auch bis zu sechs Wochen. Wer sich auch dann noch nicht richtig gesund fühlt, sollte auf folgende Warnzeichen achten:

  • Ein weit verbreitetes Symptom ist Erschöpfung. Schon nach kurzer Beanspruchung fühlen sich Betroffene müde und ausgelaugt - vor allem im Gegensatz zu Zeiten vor der Erkrankung.

  • Konzentrationsschwierigkeiten: Auch die Konzentrationsfähigkeit ist bei Long-Covid-Patienten beeinträchtigt

  • Kopfschmerzen: Durch Störungen des Nervensystems klagen viele Long-Covid-Patienten über häufiges Kopfweh

  • Atemprobleme wie Husten und Kurzatmigkeit können ein weiteres Post-Covid-Symptom sein

  • Psychische Erkrankungen wie Schlaflosigkeit, Angststörungen oder Stimmungsschwankungen

  • Oftmals klagen Betroffene über anhaltenden Verlust ihres Geruchs- und Geschmacksinns

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Wie lange dauert eine Erkrankung?

Wie lange die Spätfolgen einer Corona-Erkrankung anhalten, lässt sich nicht genau sagen. Da die Krankheit noch neu und unerforscht ist, gibt es zu wenig Langzeitstudien. Doch laut einer Studie aus Wuhan, die im Januar veröffentlicht wurde, klagen Patienten auch noch nach sechs Monaten nach Entlassung aus dem Krankenhaus über Symptome wie Müdigkeit, Muskelschwäche, Schlafstörungen sowie Angstzuständen oder Depressionen.

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Was hilft bei Long-Covid?

Vorweg: Der beste Schutz vor Post Covid ist natürlich, eine Ansteckung mit dem gefährlichen SARS-CoV-2-Virus zu vermeiden. Wer noch keine Schutzimpfung erhalten hat, sollte daher seine sozialen Kontakte weiterhin auf ein Minimum beschränken und Hygiene-und Abstandsregeln einhalten.

Wer das Gefühl hat, nach einer Covid-19-Erkrankung mit langanhaltenden Symptomen zu kämpfen, sollte unbedingt einen Arzt konsultieren. Dieser kann im Einzelfall eine wirksame Behandlung bestimmen. Zudem haben vielen Krankenhäuser mittlerweile Post-Covid-Ambulanzen mit speziellen Sprechstunden eingerichtet.

Darüber hinaus können folgenden Maßnahmen helfen:

  • Vermeiden Sie Stress und schonen Sie sich, wann immer es geht.

  • Geben Sie Ihrem Körper die Zeit und Ruhe, die er benötigt, um das Virus langfristig zu bekämpfen.

  • Wenn Sie auch psychisch unter der Situation leiden, reden Sie mit vertrauten Menschen über Ihre Sorge und scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ist Post-Covid ansteckend?

Die einzelnen Symptome einer Long-Covid-Erkrankung sind nicht ansteckend. Um Ihre Mitmenschen jedoch optimal zu schützen, sollten Sie immer abklären, ob Sie die Ansteckung mit dem Corona-Virus optimal überstanden haben, ehe Sie die Quarantäne beenden.

Schützt die Corona-Impfung vor Long-Covid?

Wer geimpft ist und daher einen fast vollständigen Schutz vor der gefährlichen Infektion besitzt, muss entsprechend auch nicht mit Spätfolgen rechnen. Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass diese nur im Zusammenhang mit einer Erkrankung auftreten.