Verbreitete Zahnerkrankung FORL bei Katzen: Was ist das und was kann man dagegen tun?

Sie beginnt schleichend und macht sich erst spät bemerkbar: FORL bei Katzen, eine Zahnerkrankung. Nach und nach wird die Zahnhartsubstanz aufgelöst, das Tier leidet unter starken Schmerzen. Was tun, wenn Ihre Katze betroffen ist?

Ein Tierarzt untersucht die Zähne einer grau getigerten Katze
FORL ist eine recht verbreitete und sehr schmerzhafte Zahnerkrankung bei Katzen.
Inhalt
  1. Was ist FORL bei Katzen eigentlich genau?
  2. Welche Symptome der Zahnerkrankung lassen sich erkennen?
  3. Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?
  4. Was tun, wenn die Katze an FORL leidet?
  5. Muss ich meine Katze einschläfern, wenn sie erkrankt ist?
  6. Welches Futter eignet sich für betroffene Tiere?
  7. Ist FORL ansteckend?
  8. Welche Ursachen könnten hinter der Zahnkrankheit stecken?
  9. Stimmt es, dass Dosenfutter FORL auslöst?
  10. Kann man FORL vorbeugen?
 

Was ist FORL bei Katzen eigentlich genau?

Hinter der Abkürzung FORL verbirgt sich die "Feline Odontoklastische Resorptive Läsion". Dieser sperrige Begriff beschreibt eine Zahnerkrankung bei Katzen, bei der körpereigene Abwehrzellen anfangen, das Kalzium aus der Zahnhartsubstanz zu resorbieren, also zu ziehen. Der Vorgang entspricht damit dem einer Autoimmunerkrankung.

Die Abwehrzellen nennen sich "Odontoklasten" und dienen bei jungen Katzen dazu, vor dem Zahnwechsel die Wurzeln der Milchzähne "aufzuweichen". Bei FORL passiert dies jedoch mit dem bleibenden Gebiss. Die Zahnsubstanz, wozu Dentin, der Zahnschmelz und der Wurzelzement gezählt werden, löst sich allmählich auf. Es kommt zu unwiederbringlichen Schäden an den Zähnen, sogenannten Läsionen.

Es gibt zwei verschiedene Typen der Krankheit, die jedoch auch gemeinsam auftreten können. FORL vom Typ 1 geht mit schweren Zahnfleischentzündungen einher, beim Typ 2 fallen keine Entzündungen auf. Dafür wird hier die "herausgesaugte" Zahnsubstanz durch ein knochenähnliches Material ersetzt. Dadurch verändern die Zähne jedoch ihre Struktur und können am Zahnhals abbrechen - die Zahnwurzel oder Wurzelreste verbleiben jedoch im Zahnfleisch.

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Welche Symptome der Zahnerkrankung lassen sich erkennen?

Das Tückische an FORL ist, dass die Erkrankung langsam verläuft und unauffällig beginnt. Am Anfang ziehen die Odontoklasten üblicherweise die Zahnhartsubstanz aus den Wurzeln, sodass sich der Vorgang unter der sichtbaren Oberfläche abspielt. Später kann es infolge dessen aber zu Entzündungen um die betroffenen oder abgebrochenen Zähne herum kommen.

Das verursacht starke Schmerzen bei der Katze, die sie jedoch versuchen wird, sich nicht anmerken zu lassen. Dennoch gibt es ein paar Indizien, die auf Zahnschmerzen bei Ihrem Haustier hinweisen können:

  • Ihre Katze ändert plötzlich, ohne erkennbaren Grund, ihre Fressgewohnheiten. Sie frisst nur noch Nassfutter, obwohl sie vorher nur Trockenfutter mochte - oder umgekehrt.
  • Sie schreit auf, wenn sie versucht, ihr Futter zu kauen.
  • Sie lässt bei der Futteraufnahme die meisten Bröckchen gleich wieder fallen oder mag gar nichts mehr fressen.
  • Sie hat seit Kurzem einen auffallend üblen Mundgeruch.
  • Sie sabbert stärker als sonst oder knirscht mit den Zähnen
  • Sie hält ihren Kopf schief.
  • Das Zahnfleisch ist gerötet, entzündet oder scheint hochzuwachsen.
  • Es fehlen scheinbar Zähne, die in Wirklichkeit abgebrochen sind.
     

Welche Anzeichen darauf hindeuten, dass Ihre Katze unglücklich ist, sehen Sie im Video (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 
 

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Gewissheit, was mit Ihrer Katze los ist, kann jedoch nur der Tierarzt bringen. Für die Diagnose von FORL ist es notwendig, jeden einzelnen Zahn zu röntgen - nur so lässt sich erkennen, ob Zahnhartsubstanz aus den Wurzeln gezogen wurde und welche Zähne betroffen sind.

Um eine Narkose kommt Ihr Haustier für dieses Verfahren nicht herum. Um die Belastung und die Risiken für die Katze möglichst gering zu halten, wird der Tierarzt aller Voraussicht nach die Diagnose auch gleich mit der Behandlung verknüpfen. Dazu erfahren Sie im Folgenden mehr.

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Was tun, wenn die Katze an FORL leidet?

Rückgängig machen oder aufhalten lässt sich FORL nicht - die einzige Möglichkeit, Ihrer Katze Linderung zu verschaffen, besteht darin, alle Zähne zu ziehen, die betroffen sind. Anschließend vernäht der Tierarzt die offenen Stellen im Zahnfleisch, damit diese besser verheilen können. So setzen sich beim Fressen keine Futterreste in den Lücken fest, die die fehlenden Zähne im Gebiss hinterlassen haben. Außerdem verabreicht der Tierarzt Ihrem Haustier ein Schmerzmittel.

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Muss ich meine Katze einschläfern, wenn sie erkrankt ist?

Nein, Sie müssen Ihre Katze zum Glück nicht einschläfern, wenn sie an FORL leidet. Katzen kommen auch zahnlos gut zurecht. Sie sind nach der Zahnentfernung sogar erleichtert, da die Schmerzen insbesondere bei der Futteraufnahme nun endlich aufgehört haben.

Mehr zu dieser schweren Entscheidung: Das Haustier einschläfern lassen: Wann wird Leid unzumutbar?

 

Welches Futter eignet sich für betroffene Tiere?

Im Prinzip können Sie Ihrer Katze einfach weiterhin ihr gewohntes Futter geben. Allerdings kann es hilfreich sein, ihr Futter zu zerkleinern oder zu pürieren, wenn sie zum Schlingen neigt oder sichtlich Schwierigkeiten damit hat, ohne ihre Zähne zu kauen.

 

Ist FORL ansteckend?

Nein. FORL hat keine bakterielle Ursache und wird auch nicht durch andere Krankheitserreger ausgelöst, sondern durch körpereigene Zellen. Diese können nicht auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden.

 

Welche Ursachen könnten hinter der Zahnkrankheit stecken?

Eine eindeutige Ursache von FORL konnte bislang noch nicht entdeckt werden, schreibt der Tier- und Zahnarzt Dr. Markus Eickhoff. Es gibt jedoch einige Theorien, welche Faktoren den Ausbruch der Erkrankung begünstigen können. So scheint etwa das Alter der Katze eine Rolle zu spielen. Vor dem fünften Lebensjahr ist rund jede dritte Katze von der Zahnerkrankung betroffen, danach sogar jede zweite.

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Als besonders wahrscheinlicher FORL-Auslöser gilt ein Mangel an Kalzium beziehungsweise ein aus dem Gleichgewicht geratener Kalziumhaushalt. Dies kann durch einen Überschuss an Vitamin D3 im Futter passieren. Ein Übermaß dieses Vitamins bringt den Nährstoffhaushalt des Tiers durcheinander, sodass das Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Magnesium nicht mehr ausgeglichen ist.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass chronische Entzündungen in der Mundhöhle oder des Zahnhalteapparates FORL Vorschub leisten, zum Beispiel Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder eine Mundschleimhautentzündung (Stomatitis). Möglich ist auch, dass Viren oder andere Krankheitserreger zum Ausbruch der Zahnkrankheit beitragen. Ebenfalls als Risikofaktor in Erwägung gezogen wird mechanischer Stress - also eine starke Reizung der Zähne und des Zahnfleisches.

 

Stimmt es, dass Dosenfutter FORL auslöst?

Nein. Diese Vermutung gehört ins Reich der Mythen. FORL ist keine Zivilisationskrankheit, die durch Fertigfutter oder Trockenfutter verursacht wird. Denn auch Wild- und Raubkatzen können an der Zahnerkrankung leiden und Ausgrabungen haben ergeben, dass Katzenzähne auch lange vor der Existenz von Dosenfutter befallen wurden.

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Kann man FORL vorbeugen?

Da man noch nicht genau weiß, warum so viele Katzen an FORL erkranken, kann man den Läsionen nicht zuverlässig vorbeugen. Sie können allerdings durch eine gute Mundhygiene Ihres Haustiers generell zu seiner Gesundheit beitragen. Achten Sie beispielsweise darauf, dass sich nicht zu viel Zahnbelag und Zahnstein bildet, was entzündetes Zahnfleisch nach sich ziehen kann.

Sollten Sie außerdem bei Ihrer Katze Indizien für Zahnschmerzen erkennen - eine Kopfschiefhaltung, vermehrtes Speicheln oder ein verändertes Fressverhalten etwa -, gehen Sie mit ihr zum Tierarzt. Er kann sich den Mundraum genauer anschauen und bei Verdacht auf FORL einzelne Röntgenaufnahmen jedes Zahns veranlassen.

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