Sepsis

Blutvergiftung erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Die Blutvergiftung ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. Was im Körper passiert und bei welchen Anzeichen Sie einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie hier.

Infiziert sich eine Schnittwunde kann es zu einer Blutvergiftung kommen.
Dringen in eine tiefe Schnittverletzung Bakterien ein, kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Foto: Fertnig / iStock
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Laut des deutschen Sepsis-Hilfe e.V. erkranken in Deutschland jährlich rund 154.000 Menschen an einer Blutvergiftung. Bei 56.000 endet die Erkrankung tödlich. Mit einer Sterberate von 36,4 Prozent ist die Sepsis damit die dritthäufigste Todesursache. Wichtig zu wissen ist, dass eine Sepsis nicht nur durch eine entzündete Wunde entstehen kann, sondern auch infolge einer Lungenentzündung oder Harnwegsinfektion – nämlich immer dann, wenn Erreger wie Bakterien in die Blutbahn gelangen. Meist sind die Symptome einer Blutvergiftung unspezifisch, sodass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt erkannt wird.

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Was passiert bei einer Blutvergiftung?

Zu einer Blutvergiftung kommt es immer infolge einer Infektion, wenn Erreger in die Blutbahn gelangen. Hierbei muss es sich jedoch nicht unbedingt um eine entzündete Wunde handeln. Auch eine Harnwegsinfektion, eine Lungenentzündung oder ein operativer Eingriff können eine Sepsis auslösen. Der Körper reagiert mit einer Immunabwehrreaktion, jedoch gelingt es dem Immunsystem nicht, den Erreger im Blut zu eliminieren. Er breitet sich weiter aus und sorgt für eine schwere Entzündungsreaktion im ganzen Körper, wodurch die Blutgefäße geschädigt werden. Wird eine Blutvergiftung nicht schnellstmöglich erkannt, werden im weiteren Verlauf lebenswichtige Organe nicht mehr richtig versorgt und es kommt zum sogenannten Septischen Schock, der nicht selten zum Tod führt.

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Sepsis erkennen: Das sind die Symptome

Eine Blutvergiftung ist anfangs nur schwer zu erkennen. Der bekannte 'rote Strich', der sich an den Gliedmaßen bilden kann, ist entgegen der landläufigen Meinung kein sicheres Anzeichen einer Sepsis. Hierbei handelt es sich um die Entzündung einer Lymphbahn, welche zwar auftreten kann, aber nicht muss. Viele Patienten weisen ihn bei einer Blutvergiftung nicht auf, fühlen sich aber schwer krank. Es kann zu grippeähnlichen Symptomen kommen, die sehr unspezifisch sind und daher leider sowohl vom Betroffenen selbst, als auch vom Fachpersonal verkannt werden. Da es bei einer Blutvergiftung auf jede Minute ankommt, werden im Folgenden weitere Symptome aufgelistet, die helfen sollen sie möglichst schnell zu erkennen:

  • Starkes Krankheits- und Schwächegefühl

  • Hohes Fieber, oft in Verbindung mit Schüttelfrost oder Untertemperatur

  • Hohe Herzfrequenz in Verbindung mit Herzrasen

  • Erhöhte Atemfrequenz

  • Bewusstseinsveränderungen, Verwirrtheit

  • Abfallender Blutdruck

  • Blasse bis graue Hautfarbe

  • Schmerzen der jeweils auslösenden Infektion

  • Störung der Organfunktion

Schauen Sie im Video, wie Sie den Unterschied zwischen Erkältung und Grippe erkennen: (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Video: extern

Wie wird eine Blutvergiftung behandelt?

In den meisten Fällen muss eine Blutvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Hier liegt der Fokus auf der Behandlung der auslösenden Infektion und der Gabe von Antibiotika, um die Bakterien möglichst schnell zu bekämpfen. Außerdem muss der Kreislauf, meist durch die Gabe von Infusionen aufrechterhalten werden. Sollten Organe bereits Schaden genommen haben, muss ihre Funktion mit intensivmedizinischen Maßnahmen ausgeglichen werden.

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Wie beuge ich einer Sepsis vor?

Da eine Blutvergiftung immer infolge einer Infektion entsteht, ist es nicht möglich, sich gänzlich vor ihr zu schützen. Ein starkes Immunsystem kann hier dennoch der Schlüssel sein, denn es mindert die Infektanfälligkeit. Außerdem können Hygienemaßnahmen und Impfungen vor Infekten schützen. Besteht der Verdacht auf eine Sepsis sollte umgehend der Notarzt gerufen oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Die genannten Symptome sind auf jeden Fall behandlungsbedürftig und sollten in jedem Fall einem Arzt vorgestellt werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die zum Beispiel krankheitsbedingt ein schlechtes Immunsystem haben. Nach einem schweren operativen Eingriff, einer Chemotherapie oder der Einnahme bestimmter Immunsuppressiva ist das Risiko erhöht.

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