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Martin Rütter: So konnte er mit seiner Mutter Frieden schließen

Hundetrainer Martin Rütter (50) litt früher sehr unter seiner Mutter, doch ein Schicksalsschlag veränderte vor wenigen Jahren alles für ihn und seine Familie.

Martin Rütter im Jahr 2019.
Martin Rütter spricht offen über die schwere Erkrankung seiner mittlerweile verstorbenen Mutter. Foto: imago images / Future Image

Als 'Hundeprofi' bei VOX, mit seinen verschiedenen Bühnenprogrammen und als Autor (aktuell: 'Hundetraining mit Martin Rütter')* hat er sich eine große Fangemeinde geschaffen - doch Tipps und Witze zum Thema Hundeerziehung sind nicht das einzige, mit dem Martin Rütter von sich reden macht.

Seine Mutter Hanni, die in diesem Jahr verstarb, hatte Demenz und der gebürtige Duisburger Rütter will mit ihrer Geschichte anderen betroffenen Familien helfen.

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Martin Rütters Mutter war lange unbemerkt krank

Wie der 50-Jährige jetzt in der 'NDR Talk Show' verriet, litt seine Mama unter Frontotemporaler Demenz (FTD) - einer seltenen Form dieser Erkrankung, die über Jahrzehnte hinweg unentdeckt geblieben war. Bei dieser Krankheit werden Stirnlappen angegriffen, die für die soziale Kompetenz zuständig sind, und sie setzt meist in jüngeren Jahren ein als bei anderen Demenzformen - teilweise sind Betroffene sogar erst um die 30. "Meine Mutter muss diese Erkrankung schon gehabt haben, aber wir wussten es nicht", so Rütter heute.

Sehen Sie hier, welche Ratschläge Martin Rütter HundebesitzerInnen mit auf den Weg gibt (Artikel geht unten weiter):

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Die Demenz-Diagnose tilgt Rütters Hass auf seine Mutter

Die unerkannte Krankheit hatte schlimme Folgen für die Familie: "Meine Mutter hat sich ihr ganzes Leben sozial unangemessen verhalten." Der heutige TV-Star hatte dieses Verhalten, für das er sich oft geschämt habe und das ihm immer wieder peinlich gewesen sei, als normal hingenommen und es sich mit ihrer schwierigen Kindheit in der Nachkriegszeit erklärt. "Sie war einfach eine wahnsinnig schlechte Mutter", so Rütter. "Ich habe sie wirklich gehasst - und das Wort "Hass" ist wirklich ernst gemeint." Er und seine Schwester hätten sehr unter ihr gelitten.

Doch vor circa sechs Jahren erhielt Mutter Hanni dann die FTD-Diagnose, die alles veränderte. "In der Sekunde konnte ich mit meiner Mutter Frieden schließen", erzählt Martin Rütter. Auf einmal gab es für ihr verletzendes Verhalten in all den Jahren eine medizinische Erklärung, eine Rechtfertigung. So bedrückend es auch gewesen sei, zu wissen, dass sie so lange unbemerkt eine Krankheit erleiden musste: Gleichzeitig habe diese Diagnose auch ein sehr positives Gefühl in der Familie ausgelöst.

Als sie starb, war Martin Rütter bei seiner Mutter

Wie Martin Rütter zugibt, habe seine Familie im Verlauf der Erkrankung leider vieles falsch gemacht und es sei zu "unglaublichen Konflikten" gekommen, weil alle "total überfordert" mit der Situation gewesen seien - doch als schließlich der Moment von Hannis Tod gekommen war, seien all diese Streitigkeiten vergessen gewesen. In diesem ebenso dramatischen wie friedlichen Augenblick habe er gemeinsam mit seinem Stiefvater ihre Hand gehalten, während sie den letzten Atemzug tat, erzählt Rütter.

Wirklich schön, dass sich Martin Rütter noch mit seiner Mutter noch versöhnen konnte, bevor er sich für immer von ihr verabschieden musste! Um weiteren Angehörigen von demenziell Beeinträchtigten zu helfen, wendet er sich mit seinen Erlebnissen an die Öffentlichkeit - er hat sie auch bereits in einer Reportage über die Erkrankung seiner Mutter verarbeitet. Eine zweite soll noch folgen.

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