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Gefährliche Infektionskrankheit

Lungenentzündung: Symptome, Dauer und Behandlung einer Pneumonie

Die Lungenentzündung ist eine nicht zu unterschätzende Infektionskrankheit. Wir klären Sie über die Entzündung des Lungengewebes auf.

Die Lungenentzündung ist auch heute noch eine gefährliche Infektionskrankheit.
Die Lungenentzündung ist auch heute noch eine gefährliche Infektionskrankheit. boonchai wedmakawand / iStock

Was Sie über eine Lungenentzündung wissen müssen

Bei einer Lungenentzündung oder Pneumonie handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, die meist durch eine Infektion mit Bakterien, seltener mit Viren oder Pilzen, entsteht. Die für den Gasaustausch wichtigen Lungenbläschen (Alveolen) und das dazwischenliegende Lungengewebe sind durch Wassereinlagerungen und Schleim verdichtet und die Lunge kann ihrer Funktion nicht mehr nachkommen. Je nach Schwere und Form der Lungenentzündung, sind entweder ein oder beide Lungenflügel betroffen.

Laut des Lungeninformationsdienstes des Helmoltz Zentrums München, erkrankten in Deutschland jährlich 350.000 bis 500.000 Menschen an einer ambulanten, das heißt außerhalb eines Krankenhauses erworbenen, Lungenentzündung. Damit ist sie unter allen Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache.  

Lesen Sie hier mehr zur Lungenkrankheit Covid-19:

Erste Anzeichen, Symptome und Verlauf einer Pneumonie

Es gibt verschiedene Arten von Lungenentzündungen, die sich in Symptomen und Verlauf unterscheiden können. Die typische bakterielle Pneumonie wird in der Regel durch sogenannte Pneumokokken hervorgerufen. Sie tritt meist in der kalten Jahreszeit auf und kommt besonders häufig bei älteren und vorerkrankten Person vor. Die atypische Lungenentzündung wird meist durch Viren hervorgerufen und beginnt schleichend. Die Symptome sind in den meisten Fällen deutlich schwächer ausgeprägt und gehen selten mit Temperaturen über 38, 5 Grad Celsius einher, weshalb Mediziner auch von einer 'kalten' Lungenentzündung sprechen. Von einer nosokomialen Pneumonie spricht man, wenn der Erkrankte die Lungenentzündung im Krankenhaus, durch Krankenhauskeime erworben hat.

Im Folgenden betrachten wir die Symptome der klassischen bakteriellen Lungenentzündung näher. Der Krankheitsverlauf hängt stark vom allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen ab. Häufig beginnt die Entzündung mit einer Infektion des Hals- oder Rachenbereichs und stellt sich innerhalb weniger Tage ein starkes Krankheitsgefühl und Schwäche ein. Zu den typischen Symptomen einer Pneumonie gehören:

  • Fieber über 38,5 °C bis hin zu 40°C

  • Schüttelfrost

  • Abgeschlagenheit

  • Lethargie

  • Husten, erst trocken, später produktiv mit gelbem, grünem oder braunem Schleim

  • Schnelle Atmung

  • Erhöhter Puls

  • Brust- oder Rückenschmerzen beim Atmen

  • Atemnot

  • Blaufärbung der Lippen (Zyanose) bei Sauerstoffmangel

Natürlich können auch bei einer Lungenentzündung abweichende Symptome auftreten. Stellen Sie oben genannte Krankheitsanzeichen bei sich fest, sollten Sie umgehen Ihren Hausarzt kontaktieren. Unbehandelt kann eine Lungenentzündung einen schweren Verlauf nehmen. Es kann sich beispielsweise eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln oder die Entzündung wird chronisch.

Wird die Lungenentzündung rechtzeitig behandelt, sollte sie innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeklungen sein. Patienten können sich jedoch auch Wochen später noch weniger leistungsfähig und schwach fühlen, weil die Lunge sich erst wieder vollständig regenerieren muss.

Sehen Sie im Video, wie Sie eine Lungenembolie frühzeitig erkennen können: (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Ursachen einer Lungenentzündung

Ursache für eine Pneumonie ist meist die Infektion mit Erregern wie Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten. Allerdings können auch eingeatmete Gase, Fremdkörper oder Tumore eine Entzündung der Lunge hervorrufen. Auch Störungen der Durchblutung wie bei einer Lungenembolie, können eine Lungenentzündung auslösen.

Bei Erwachsenen wird eine bakterielle Lungenentzündung am häufigsten durch Pneumokokken ausgelöst. Die Bakterien verursachen die Hälfte aller Erkrankungen. Über eine Tröpfcheninfektion gelangen sie in die Atemwege und verursachen dort eine Entzündung, wenn sie nicht durch die Abwehrmechanismen der Lunge und das Immunsystem unschädlich gemacht werden können. Die Erreger können außerdem über den eigenen Nasen-Rachenraum in die Lunge gelangen und eine Pneumonie begünstigen.

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Wie wird die Entzündung der Lunge behandelt?

Je nach Erregertyp kommt eine andere Behandlung zum Einsatz. Schwere Fälle, die mit akuter Atemnot einhergehen, müssen stationär behandelt werden. Anderenfalls verordnet der Lungenfach- oder Hausarzt dem Patienten strikte Bettruhe. Es wird empfohlen, viel Flüssigkeit aufzunehmen, um den Schleim zu lösen.

Bei einer klassischen bakteriellen Pneumokokken-Pneumonie kommt meist Penicillin als Antibiotikum zum Einsatz. Ist der Erreger noch nicht ermittelt, beginnt die Therapie mit einem Breitbandantibiotikum. Das Antibiotikum wird in der Regel sieben Tage lang eingenommen und sollte nach zwei bis drei Tagen die erste Wirkung zeigen. Um Resistenzen nicht zu begünstigen, sollten Sie das Medikament nicht vorzeitig absetzen!

Wurde die Lungenentzündung durch Viren ausgelöst, sind Antibiotika unwirksam und es muss auf eine symptomatische Behandlung zurückgegriffen werden. Hierbei geht es in erster Linie darum, den produktiven Husten mit Schleimlösern zu bekämpfen und trockenen Husten mit Hustenstillern zu behandeln.

Wichtig zu wissen ist, dass Hustenlöser (Sekretolytika) niemals mit Hustenblockern (Antitussiva) kombiniert werden dürfen, weil der gelöste Schleim sonst nicht abgehustet werden und sich die Atemnot verschlimmern kann.

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Heilungschancen, weiterfolgende Therapie und Vorbeugung

Natürlich sind die Heilungschancen von vielen Faktoren abhängig. So spielen der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, der Erreger und die Schwere der Infektion zum Beispiel eine übergeordnete Rolle bei der Prognose. Die Deutsche Lungenstiftung e.V. geht davon aus, dass die Sterblichkeit bei einer stationär behandelten Pneumokokken-Pneumonie immer noch bei 20 Prozent liegt.

Schlägt die Therapie schnell an, geht es dem Erkrankten meist nach wenigen Tagen deutlich besser. Nach durchschnittlich zwei bis drei Wochen ist die Lungenentzündung weitgehend abgeheilt. Viele Patienten beobachten jedoch auch nach Wochen eine geminderte Leistungsfähigkeit, die sich zum Beispiel daran zeigt, dass sie schnell aus der Puste geraten und in eine Kurzatmigkeit verfallen. Besprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, ob Atemgymnastik, Physiotherapie oder die Anschaffung eines Inhalationsgeräts hilfreich und sinnvoll sein können.

Neben einem gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung an frischer Luft, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr die Impfung gegen Pneumokokken. Diese wird bei gesetzlich Versicherten von der Krankenkasse übernommen. Auch die Grippeimpfung wird empfohlen.

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