THV-Formel

Idealgewicht berechnen: Wie viel sollte ich wirklich wiegen?

Wie Sie Ihr ideales Körpergewicht mit einer Formel berechnen und warum ein paar Zusatzkilos nicht schlimm sind.

Mithilfe einer neuen Formel lässt sich das Idealgewicht besser berechnen.
Für Ihr Idealgewicht ist die Zahl auf der Waage gar nicht so entscheidend - sie verrät uns wenig darüber, ob wir zu dick sind. Es kommt vielmehr darauf an, wo unsere Pölsterchen sitzen. Foto: Rostislav_Sedlacek / iStock
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Häufig stehen wir vor dem Spiegel und fragen uns, ob wir eventuell zu dick sind oder, ob unser Aussehen so nicht mehr gesund ist. Übergewicht ist schließlich nicht gesund und kann zum Problem werden. Doch keine Sorge, Sie müssen ab jetzt keine strenge Diät halten – ein paar Pölsterchen sind unproblematisch, solange sie an den richtigen Stellen sitzen. Welche Anzeichen auf Übergewicht hindeuten, und wie Sie dann gesund abnehmen erklären wir Ihnen hier.

Wovor ein paar Extrapfunde schützen können

Die Auswertung von mehr als 40 internationalen Studien zeigt Überraschendes: Ein paar Kilogramm mehr können Osteoporose, Diabetes und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern.

Eine mögliche Erklärung stammt ebenfalls aus der neueren Forschung: Das an Hüfte, Po und an den Oberschenkeln sitzende Fett produziert hilfreiche Hormone, die etwa unsere Arterien vor Verkalkung schützen und den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Auch bei schweren Erkrankungen wie Rheuma, Krebs oder Nierenleiden haben etwas fülligere Menschen gegenüber den ganz schlanken einen Vorteil.

Verschiedene Ansätze, um Idealgewicht zu berechnen

Doch wo liegt die Grenze zwischen etwas mehr und zu viel? Lange Zeit haben Ärzte das Über- beziehungsweise Idealgewicht mit einer einfachen Formel berechnet: Körpergröße minus 100 für Männer, Körpergröße minus 110 für Frauen. Ist eine Frau 165 Zentimeter groß, liegt ihr Idealgewicht laut dieser Formel bei 55 Kilogramm. Das ist heute nicht mehr aktuell.

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Im Video erfahren Sie mehr dazu. Der Artikel geht darunter weiter.

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Body-Mass-Index (BMI) ist nicht mehr gefragt

Danach kam der Body-Mass-Index (BMI). Man teilt das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern zum Quadrat). Bei zu hohen Werten – Männer über 25, Frauen über 24 – hat man Übergewicht. Inzwischen gilt der BMI als nicht mehr aussagekräftig genug. Denn er berücksichtigt weder Fett- noch Muskelmasse. Muskeln sind schwerer als Fett – das heißt, ein Leistungssportler darf relativ viel wiegen. So kommt der Boxer Wladimir Klitschko wegen seiner Muskelmasse auf einen BMI von 28 – laut Tabelle wäre er damit fast schon krankhaft übergewichtig.

Neue Formel: Das Taille-Hüft-Verhältnis (THV)

Der BMI spielt keine Rolle etwa für das Schlaganfall- oder Infarktrisiko. Denn: Wo sitzt das Fett am Körper? Wie muskulös, wie schmal oder stämmig ist jemand? All diese unberücksichtigten Faktoren sind jedoch wichtig, um bedenkliches Übergewicht sicher zu erkennen. Deshalb ist jetzt das Taille-Hüft-Verhältnis, kurz THV, gefragt: Es gibt einen Hinweis darauf, ob die Fettverteilung unseres Körpers günstig ist.

Dafür wird die Taille am Bauchnabel, die Hüfte an der dicksten Stelle des Pos gemessen. Dann wird der Wert des Taillenumfangs durch den Wert des Hüftumfangs geteilt. Als gesundheitlich ideal gilt bei Männern ein Ergebnis bis 1, bei Frauen ein Ergebnis bis 0,85. Also zum Beispiel: Den Taillenumfang von 75 Zentimetern durch den Hüftumfang von 110 Zentimetern teilen. Das Ergebnis ist 0,68 und damit ideal.

Vorsicht bei Fettpölsterchen am Bauch

Porträt von Christian Köhler - Foto: Christian Köhler

Unser Experte:

Christian Köhlers Herzensthema ist gesunde Ernährung & gesunder Lifestyle. Er berät sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen mit den unterschiedlichsten Anliegen aus den Bereichen Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Mehr informationen erhalten Sie unter: Ernährungscoach.com

Gefährlich wird es, wenn die oben genannten Werte deutlich überschritten werden. Dann sammelt sich das Fett größtenteils am Bauch an und sitzt auch unter der Muskelmasse. Dieses sogenannte viszerale Fett wirkt wie ein Beschleuniger bei zahlreichen schweren Krankheiten, denn das Fettgewebe produziert Signalstoffe und setzt schlechte Fettsäuren frei, die Entzündungen im Körper fördern und sogar Blutgefäße schädigen.

In diesem Fall ist es ratsam, etwas Gewicht zu verlieren. Strikte Diäten sind allerdings nicht notwendig und können sogar schaden. Ernährungscoach Christian Köhler verrät im Liebenswert-Interview: "Ich würde mich immer für eine grundlegende Ernährungsumstellung entscheiden", betont unser Experte. Denn so sei das Thema "Abnehmen" mit viel weniger Zwängen belastet. Diese darf laut dem Coach gern langsam und behutsam in Angriff genommen werden. Von heute auf Morgen sämtlichen Zucker oder Fast Food weglassen? Das halte kaum jemand durch. Besser sei es, beispielsweise langsam einen Vorrat an gesunden vorgekochten Gerichten im Tiefkühler aufzubauen, die an stressigen Abenden schnell aufgewärmt sind.

Mit einer gesunden Ernährung und Sport stellt sich die Gewichtsreduktion meist schnell ein.

Woran erkenne ich, dass mir das Abnehmen nicht guttut?

Das einem das Abnehmen guttut, bemerkt man häufig schnell: "Viele Menschen, die Abnehmen, berichten von positiven Veränderungen im körperlichen und auch psychischen Bereich. Dies kann an vielen Faktoren liegen. Je weniger wir wiegen, desto leichter fallen uns Dinge, die uns vorher schwerfielen. Hinzu kommt, dass man Erfolge selbst im Spiegel sieht und oft auch positive Resonanz von seinem Umfeld bekommt", so Christian Köhler. Außerdem werden Körper und Geist mit mehr Nährstoffen versorgt.

Wenn Sie jedoch bemerken, dass Sie sich schlapp fühlen und auch mental sehr erschöpft sind, sollten Sie einen Experten kontaktieren. Möglicherweise muss etwas an Ihrem Abnehm-Plan geändert werden.

Wann steckt eine Krankheit hinter Übergewicht?

Schlafmangel, Stress oder wenig Bewegung tragen häufig dazu bei, dass man zunimmt. Sollte man trotz Sport und einer Ernährungsumstellung nicht abnehmen können, sollten Sie sich mit einem Arzt zusammensetzen. Denn: "Es gibt viele Krankheiten im physischen und auch psychischen Bereich, die zur Einlagerung von Fett beziehungsweise Übergewicht führen", erklärt unser Experte. Krankheiten wie Lipödem, Essstörungen, Depression, Probleme mit der Schilddrüse oder Mangelerscheinungen können ebenfalls die Ursache sein.

Was genau ist Fett?

"Von der Sache her ist Fett eingelagerte Energie und unser Körper handelt eigentlich sehr clever. Führe ich zu viel Energie zu, wird diese nicht ausgeschieden, sondern in Form von Fett gespeichert", betont Christian Köhler. Beim erfolgreichen Abnehmen soll der Körper an die Fett-Reserven gehen. Wichtig ist, dass man durchs Essen weniger Energie aufnimmt, als man eigentlich braucht.

Generell gilt: Birnenform ist besser als Apfel

Beim Apfeltyp (vor allem Männer) speichert der Körper viel Fett am Bauch. Zu viel davon schüttet Fettsäuren aus, die Entzündungen auslösen. Beim Birnentyp (vor allem Frauen) wird das Fett vor allem unter der Haut gelagert. Es fängt schädliche Fettsäuren ein und schützt so vor Erkrankungen.