Experten-Meinungen

Hexenhaar richtig entfernen

Ein langes, dickes, borstiges Haar sprießt am Kinn - am liebsten würde man das sogenannte Hexenhaar sofort entfernen. Was Sie dabei beachten sollten und wieso Hexenhaare überhaupt wachsen, erklären zwei Dermatologinnen.

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Was ist ein Hexenhaar?

Ein sogenanntes Hexenhaar wächst vereinzelt und kann entweder aus einem Muttermal oder an der Kinn-Partie wachsen. Das Haar ist länger und dicker als die feinen Gesichtshärchen. Es kann hell oder dunkel sein.

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Was fördert das Haar-Wachstum?

Wie man lästige Gesichtshaare am besten entfernt.
Hexenhaare nennt man die besonders auffälligen Härchen, die bei Frauen am Kinn wachsen können. Foto: PeopleImages/ iStock

Wenn ein Hexenhaar bei Ihnen wächst, ist das reiner Zufall, wie Dermatologe Dr. med. Christian Drerup gegenüber Liebenswert erklärt: "Es handelt sich um ein Terminalhaar, also ein dickeres pigmentiertes Haar, das sonst an der Kopfhaut, den Achseln oder im Schambereich zu finden ist. Die Gründe für das Wachstum eines solchen Haares sind vielfältig und können hormonelle Veränderungen, genetische Faktoren oder normale Alterserscheinungen umfassen. Meist treten sie am Kinn auf, können aber auch an anderen Körperstellen wachsen." Jedoch ist es laut dem Facharzt "eine Beeinflussung des Wachstums eines einzelnen Haares ist nicht möglich."

Ihre Experten im Artikel:

Dr. med. Christian Drerup ist Facharzt für Dermatologie, Ästhetik und Lasermedizin und Gründer der Online-Hautarztpraxis doctorderma.

Dr. med. Johanna Lanwehr arbeitete von 2016 bis 2019 als Assistenzärztin in der Hamburg Dermatologie. Inzwischen arbeitet sich in der HNO Gemeinschaftspraxis Osterstraße in Hamburg.

Dr. med. Susanne Steinkraus leitet ihre eigene Hautarztpraxis in Hamburg, auch Dr. Drerup ist Teil ihres Teams. Sie ist ebenfalls Fachärztin für Dermatologie, Ästhetik und Lasermedizin.

Bei Frauen kann durch einen erhöhten Testosteronspiegel oder einen Gendefekt ein Hexenhaar dort entstehen, wo bei Männern Bartwuchs vorherrscht, erklärt Dr. med. Johanna Lanwehr. "Auch aus Muttermalen wachsen Haare. Ein Muttermal ist eine Pigmentstörung, die schon während der Schwangerschaft auftritt. Diese Störung verleitet andere Zelltypen wie auch Haarzellen dazu, sich genau an der gleichen Stelle anzusiedeln", so Dr. Lanwehr.

Dr. med. Susanne Steinkraus ('Hautarztpraxis Dr. med. Susanne Steinkraus') betont, dass bei hormonellen Ursachen die Haare am Kinn empfindlicher auf Hormonschwankungen reagieren können. "Hormonänderungen mit abfallenden Östrogenspiegeln bedingt durch Wechseljahre oder aber auch ausgelöst durch Übergewicht können das Wachstum von dickeren, manchmal auch intensiver pigmentierten, borstigen Haaren fördern", erklärt Frau Dr. Steinkraus.

Mögliche Ursachen für das Wachstum von Hexenhaaren können also Testosteron-Überschuss oder eine genetische Störung sein.

Darf man das Haar aus einem Muttermal zupfen?

Hier sind Ärzte geteilter Meinung: "Die Haare, die aus einem Muttermal wachsen, sollten nicht gezupft werden, da so immer neue Reizungen und gegebenenfalls auch Entzündungen entstehen können", erklärt Dr. Steinkraus, denn so könnten Veränderungen der Hautoberfläche begünstigt werden.

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Dr. Drerup ist da etwas anderer Meinung, wie er im Gespräch mit Liebenswert erklärt: "Das Zupfen dieser Haare ist häufig die einzige Möglichkeit, das Haar zumindest temporär loszuwerden. Alternativen sind Rasieren, Wachsen oder Epilieren. Auch eine Laserbehandlung kann versucht werden, ist aber bei einem einzelnen Haar sehr schwierig und meist langwierig. Ein Hexenhaar kann gelegentlich vorsichtig aus einem Muttermal gezupft werden, wenn das Muttermal dabei nicht verletzt oder gereizt wird. Das Epilieren, Wachsen oder Rasieren ist dann aber nicht zu empfehlen, da so ein Muttermal traumatisiert werden kann."

Dr. Lanwehr weist ebenfalls darauf hin, dass man ein Hexenhaar, das aus einem Muttermal wächst, vorsichtig mit einer Pinzette zupfen könne.

Eine solche, geeignete Pinzette ist unter anderem bei Amazon erhältlich:

Da beim Zuppfen jedoch schmerzhafte Entzündungen verursacht werden können, sollten Sie dabei Vorsicht walten lassen und abwägen, ob Sie das Haar wirklich entfernen möchten. Dass durch das Zupfen der Haare aus einem Muttermal Hautkrebs entstehen könne, schließt die Ärztin jedoch aus.

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Wie entfernt man ein Hexenhaar?

Mit einer Pinzette lassen sich Hexenhaare schnell und einfach entfernen, allerdings wächst das Haar nach kurzer Zeit an der gleichen Stelle wieder nach. Für eine langfristige Entfernung empfehlen beide Ärztinnen eine Epilationslasertherapie. Bei dieser Methode zerstören Lichtimpulse die Haarwurzel, das Haar ist dauerhaft entfernt. Eine solche Behandlung kann zwischen 50 und 100 Euro kosten, je nach Anzahl der notwendigen Sitzungen.

Dr. Steinkraus ergänzt: "[Haare], die aus einem Muttermal wachsen, sollte man nicht zupfen aber eben auch nicht lasern, damit keine bösartigen Veränderungen der pigmentbildenen Zellen ausgelöst werden. Hier hilft dann leider nur rasieren oder mit der Nagelschere ganz kurz schneiden."

Autorin: Alice Beller

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