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Wollläuse: So bekämpfen Sie den Pflanzenschädling

Die hartnäckigen Schädlinge schwächen Pflanzen mit ihrem Gift. Wie Sie Wollläuse bekämpfen, erfahren Sie im Text.

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Wollläuse befallen so gut wie alle Zimmerpflanzen und gehören zu den besonders hartnäckigen Schädlingen.

Oft haben sich die ungebetenen Gäste bereits vor dem Kauf einer Pflanze eingenistet. Das Gift kann von starken Schäden bis hin zum Tod der Pflanze führen. Umso wichtiger ist es, die Wollläuse rechtzeitig zu bekämpfen.

Im Artikel verrät Ihnen Pflanzenarzt René Wadas, wie dies gelingt.

Der Pflanzenarzt René Wadas - Foto: Patrice Kunte

Unser Experte

René Wadas ist Pflanzenarzt. Nach einer klassischen Ausbildung zum Zierpflanzen-Gärtner machte er sich 1989 selbstständig als Pflanzenarzt.

Seit 2006 verzichtet er konsequent auf Chemie und Pestizide. Er ist überzeugt: Natur ist die beste Medizin.

Was sind Wollläuse?

Wollläuse sind eine Unterart der Schildläuse. Sie werden auch Schmierläuse oder Wurzelläuse genannt. Besonders auffällig ist ihr Aussehen. Sie scheiden eine wachsartige Substanz aus, die ihren Körper wie einen kleinen weißen Wattebausch umhüllt. "Diese umhüllen die Läuse, um sie zu schützen. Wasser perlt so einfach ab und schützt die ungebetenen Gäste vor Nässe", erklärt der Pflanzenarzt. Nässe würden die Tierchen überhaupt nicht mögen.

Wollläuse können bis zu 12 Millimeter groß werden und schädigen Pflanzen, indem sie mit ihrem Saugrüssel an Blättern, Stängeln und Wurzeln der Pflanze den Saft aussaugen. Gleichzeitig scheiden sie mit ihrem Speichel ein Gift aus, das die Vitalität und den Wachstumsprozess der Pflanze beeinträchtigt. Zudem produzieren sie Honigtau. Diese klebrige Substanz überzieht die gesamte Pflanze - wie ein Film. Honigtau kann den Befall vom Rußtaupilz begünstigen.

Daran erkennen Sie einen Befall

Je früher Sie einen Befall erkennen, desto besser können Sie Ihrer Pflanze helfen.

In unsere Galerie erfahren Sie, wie und woran Sie Pflanzenschädlinge zuverlässig erkennen:

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Wie erkenne ich Pflanzenschädlinge?
Schädlinge sitzen häufig an diesen Stellen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Elena Makeeva)

Es gibt viele verschiedene Arten von Schädlingen, die meisten finden Sie jedoch an folgenden Stellen: Blätter, Blattunterseite, Knospen, Triebspitzen oder den Früchten der Pflanze.

Tipp: Überprüfen Sie diese Bereiche am besten schon vor dem Kauf der Pflanze gründlich. So vermeiden Sie, dass Schädlinge unbemerkt in Ihren Haushalt und womöglich auf Ihre andere Pflanzen gelangen.

Honigtau ist ein sicheres Indiz
Honigtau ist ein sicheres Indiz. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Good Job, Elena Makeeva)

Honigtau ist ein sicheres Indiz für einen Schädlingsbefall. Sie erkennen diesen an seinem Namen: Die Flüssigkeit ist klar wie Tau und klebrig wie Honig.

Die Blätter können Aufschluss über die Gesundheit der Pflanze geben
Die Blätter sagen viel über die Gesundheit der Pflanze aus. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Elena Makeeva)

Pflanzenblätter, die sich einrollen, gelb färben, verkümmern oder gar abfallen, können auf einen Schädlingsbefall (z.B. Wollläuse) hindeuten.

So erkennen Sie einen Schädlingsbefall
Diese drei Dinge sind essenziell, um Schädlinge erfolgreich zu bekämpfen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (aspctstyle, Capt. Jack Sparrow, Maria Voronovich)

Grundsätzlich können Sie sich noch diese drei Tipps merken, wenn es um das Thema Schädlingsbefall geht:

  • Pflanzenratgeber helfen - Mithilfe von Ratgebern können Sie den Schädling, der Ihre Pflanze befallen hat, bestimmen. Das ist wichtig, um den Befall nachhaltig loszuwerden (schauen Sie hierfür auch gerne auf unserer Schädlings-Seite nach)

  • Die Zeit läuft - Die Uhr symbolisiert die Tatsache, dass je früher Sie den Befall erkennen oder behandeln, desto schneller kann Ihre Pflanze wieder genesen und umso besser stehen die Erfolgschancen.

  • Lupe - Überprüfen Sie Ihre Pflanze regelmäßig auf Schädlinge, um diese in Schach und die Pflanze gesund zu halten.

Haben Sie eine Wolllaus in Ihrer Pflanze erspäht, gilt es schnell zu handeln. Denn sobald sich die Blätter der befallenen Pflanze einrollen und abfallen, ist "das Ende der Pflanze nah", mahnt Wadas.

Umso wichtiger ist es, die Wollläuse mit geeigneten Mitteln und rechtzeitig zu bekämpfen. Wie dies gelingt, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Wollläuse erfolgreich bekämpfen: Das rät der Pflanzenarzt

Ist es zu einem Befall der Pflanze durch die Wolllaus gekommen, dann sollten Sie die Pflanze zunächst einmal so schnell wie möglich von der anderen isolieren, damit sich der Schädling nicht weiter ausbreiten kann.

Wollläuse bekämpfen
Wollläuse erkennt man daran, dass sie aussehen als wären sie in Watte eingehüllt. Bei dem weißen Gespinst handelt es sich um ein Ausscheidungssekret. Foto: legna69 / iStock

Leichter bis mittelschwerer Befall

Am Anfang können Sie noch versuchen, die Wollläuse einzeln abzusammeln. Diese Variante ist aber sehr aufwendig und hilft auch nur bei einem anfänglichen Befall.

Wollläuse können sich gleichgeschlechtlich vermehren, weshalb meist nur Weibchen auf den Pflanzen zu sehen sind. Diese können alle zwei Monate bis zu 600 Eier legen. Diese Nachkommen können dann erneut Nachwuchs produzieren. "So kommt es, dass die ganze Pflanze schnell mit einem weißen Flaum überzogen ist", erklärt Wadas. Eine frühzeitige und effektive Bekämpfung ist daher umso wichtiger.

Der Pflanzenarzt empfiehlt für die Bekämpfung Orangenöl aus dem Fachmarkt. Hierfür einfach - je nach Stärke des Befalls - fünf bis zehn Milliliter Orangenöl mit einem Liter warmen Wasser mischen. Das Gemisch in eine Sprühflasche geben und die befallenen Blätter besprühen.

Das Orangenöl löst die Wolle und sorgt dadurch dafür, dass die Wollläuse austrocknen.

Eine weitere Möglichkeit, die Pflanze von Wollläusen zu befreien, bieten sogenannte Combistäbchen. Die Stäbchen werden einfach in die Blumenerde gesteckt. Der Wirkstoff verteilt sich über das Gießwasser im gesamten Blumentopf.

Bei robusten Pflanzen, wie beispielsweise Kakteen, Gummibäumen oder Yucca-Palmen, empfiehlt der Pflanzenarzt folgendes Vorgehen:

Schritt 1: 10-20 Milliliter Paraffinöl und 10-20 Milliliter Spiritus in 1 Liter warmes Wasser mischen.

Schritt 2: Geben Sie das Gemisch in eine Sprühflasche oder tragen Sie - bei empfindlicheren Pflanzen - direkt mit einem Pinsel auf die betroffenen Stellen auf.

Tipp: Stark befallene Kakteen vertragen sogar eine einmalige Behandlung mit Brennspiritus.

Wieso kommen Wollläuse immer wieder?

Viele vergessen bei der Bekämpfung des Schädlings die Wolllauseier. Da diese von Pflanzenschutzmitteln unberührt bleiben, sollten Sie die Behandlung der Pflanze nach 10 bis 14 Tagen wiederholen.

Damit auch die nächste Generation von Wollläusen abgetötet wird. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen ist es auch ratsam die Blumenerde zu wechseln, um auch die Eier aus der Erde zu entfernen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass keine Eier mehr übrig sind, wechseln Sie den Blumentopf gegen einen neuen aus oder wischen den alten gründlich mit Essig aus. Die Essigbehandlung ist auch für die unmittelbare Umgebung der Pflanze ratsam. Denn die Wolllauseier können auch in Ritzen und Spalten der Fensterbank zurückbleiben.

Schwerer Befall - Das sollten Sie tun

Besonders schweren Befall erkennt man daran, dass die Läuse bis hin zu den Wurzeln der Pflanze vorgedrungen sind. "Dann sollte die Pflanze umgetopft werden", weiß der Pflanzenarzt.

Wichtiger Hinweis

Die alte Erde sollte im Biomüll entsorgt werden, nicht im Kompost, sonst besteht die Gefahr, dass die Plagegeister wiederkommen.

Anschließend sollten die Wurzeln der Pflanze mit Wasser abgespült werden, damit möglichst alle Quälgeister entfernt werden können. Anschließend muss die Pflanze nur noch in einen Topf mit neuer Erde eingepflanzt werden.

Da die Bekämpfung von Wollläusen sehr aufwendig sein kann, empfiehlt es sich einem Befall vorzubeugen. Wir verraten Ihnen, wie das gelingen kann.

Wie beuge ich einem erneuten Befall vor?

Um den Schädlingen vorzubeugen, ist es wichtig zu wissen, wo sie eigentlich herkommen.

Wo kommen Schmierläuse oder Wurzelläuse her?

Oft werden Wollläuse durch den Kauf von Neupflanzen in die eigenen vier Wände oder in den Garten geholt. Nehmen Sie die Pflanzen im Baumarkt oder Gartencenter genau unter die Lupe. Fallen Ihnen dort schon weiße Gespinste auf, sollten Sie auf jeden Fall die Finger von der Pflanze lassen.

Der richtige Standort ist entscheidend, um einem Wolllausbefall zu entgehen. Sie sollten lichtarme Standorte grundsätzlich vermeiden. Trockene und warme Heizungsluft bietet ideale Bedingungen dafür, dass sich Wollläuse ausbreiten. Deswegen sollten Sie vor allem im Winter darauf achten, öfter zu lüften und die Pflanze nicht direkt über die Heizung zu stellen. Vermeiden Sie auch eine zu hohe Stickstoff-Düngung.

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Auch wenn Wollläuse alle Zimmerpflanzen befallen können, scheint es so, als würden sie sich besonders gerne auf Orchideen ansiedeln. Doch warum ist dem so?

Warum befallen Wollläuse so oft Orchideen?

Besonders Orchideen werden immer wieder von Wollläusen befallen. Das liegt nicht selten daran, dass bei ihrer Pflege einiges falsch gemacht wird. Sie werden zu wenig oder zu viel gedüngt.

Für Ihre Orchideen sollten Sie einen Standort wählen, der nicht in der Nähe der Heizung ist und der von Tageslicht erhellt wird. Informieren Sie sich beim Händler außerdem über die richtige Düngung der Pflanze und sorgen Sie dafür, dass die Pflanze nie zu trocken steht.

Im Video erfahren Sie mehr über die richtige Pflege der Orchidee:

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Wie lange überleben Wollläuse ohne Pflanze?

Ohne einen Wirt sterben Wollläuse sehr schnell ab, es sei denn, sie können auf eine neue Pflanze übergehen.

Deshalb ist es so wichtig, die betroffene Pflanze so schnell wie möglich von anderen Pflanzen zu isolieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Wollläuse nicht auf einer anderen Pflanze zurückkehren.

So gefährlich sind Wollläuse für den Menschen

Die gute Nachricht vorweg: Wollläuse sind ungefährlich für den Menschen.

Sie befallen ausschließlich Pflanzen und keine Menschen. Sie sollten sich allerdings um die gesundheitlichen Risiken der Pflanzenschutzmittel, die Sie verwenden, bei ihrem Fachhändler informieren und diese auf jeden Fall außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Um dieses Risiko zu minimieren, lohnt es sich auf pflanzliche, ungiftige Hausmittel wie z.B. das Orangenöl zurückzugreifen.

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