Selbstfürsorge

Weibliche Masturbation: Wie Selbstbefriedigung das gemeinsame Sexleben anregt

Selbstbefriedigung kann für Frauen wie das Öffnen der kostbaren Schatzkiste der Gefühle sein. Warum weibliche Masturbation sogar Ihre Partnerschaft versüßt.

Weibliche Masturbation
Für viele ist weibliche Masturbation ein Tabu-Thema – gerade in der Partnerschaft. Wer sich selbst befriedigt, tut dies deshalb oft hinter verschlossenen Türen. Doch es gibt gute Gründe, sich häufiger sexuell zu verwöhnen. Foto: pcess609 / iStock
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Worauf hätten Sie heute Abend so richtig Lust? Auf köstliches Vitello tonnato zum Rotwein beim Italiener? Endlich das Staffelfinale der aktuellen Lieblingsserie schauen? Oder in Eigenregie ein kleines, feines Prickeln bis zum Orgasmus dirigieren? Falls Sie sich jetzt für Antipasti oder TV entscheiden, sollten Sie dringend weiterlesen – Sie verpassen sonst ein Geschenk, das nach Erfahrung von Sexualtherapeutin Dr. Carla Thiele "glücklicher macht als jedes Geschmeide".

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Sehen Sie hier warum Masturbieren gesund ist (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Ist Selbstbefriedigung egoistisch?

Wir Frauen lesen zwar, ohne rot zu werden, im überfüllten ICE den Erotikbestseller 'Shades of Grey'. Wir zeigen Freundinnen neu erworbene Dessous und wagen uns für die Verfilmung des Skandalromans 'Feuchtgebiete' ins Kino. Aber Sex im Alleingang? Darüber spricht man doch nicht! Nur hinter verschlossener Tür geht es zur Sache, weiß Dr. Thiele: "Laut Umfragen masturbiert über die Hälfte der Männer einmal die Woche. Von den Frauen tut das im gleichen Zeitraum gerade mal ein Drittel ... Schon das Wort Selbstbefriedigung klingt für viele zu egoistisch."

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Wie regt weibliche Masturbation das gemeinsame Sexleben an?

Dabei ist der Solo-Sex keineswegs ehegefährdend. Im Gegenteil, er kann das Liebesleben sogar bereichern, meint die Expertin: "Durch Selbstbefriedigung können wir in einem geschützten Raum neue Wege ausprobieren – ohne Leistungsdruck, ohne fremde Erwartungen, ohne Zwang zur Rücksicht. Und was uns im Alleingang gefällt, können wir auch beim Sex zu zweit anregen."

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Typisch sei etwa, dass Frauen das Abschalten beim Liebesspiel mit dem Mann schwerfällt. Die Therapeutin: "Ich frage dann, was sie bei der Selbstbefriedigung heiß macht, welche Musik, welche Lieblingsfantasien oder welcher Anblick. Denn das ist die zuverlässigste Methode, um Stress im Job und die Einkaufsliste auch beim gemeinsamen Sex beiseite zu schieben."

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Es gibt zwar noch immer Männer, die die Masturbation der Partnerin als Affront empfinden, weil sie fürchten, ihrer Frau nicht zu genügen. Doch Dr. Thiele sieht das pragmatisch: "Selbst in aufgeklärten Zeiten besteht kein Zwang, mit ihm über Selbstbefriedigung zu reden. Sehen Sie es als Schatztruhe, aus der Sie sich im Geheimen bedienen. Ganz ehrlich: Auch für Männer gibt es nichts Schöneres als Sex mit einer Frau, die ihren Körper kennt und liebt!"

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Tipp: Probieren Sie doch mal einen Vibrator aus und stimulieren Sie damit ganz langsam Ihre erogenen Zonen. Spüren Sie die sexuelle Erregung am eigenen Körper?

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Warum steigert Selbstbefriedigung unsere Zufriedenheit?

Was soll es noch zu entdecken geben, fragen Sie sich? Eine Menge! Schließlich verändert sich unser Körper mit den Jahren und ebenso unsere Sexualität. Rein statistisch gesehen, nimmt laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "die koitale Aktivität" während der Wechseljahre ab – nicht aber die der Selbstbefriedigung. "Ein großer Vorteil ist, dass man Solo-Sex jederzeit genießen kann, auch ohne Beziehung", erklärt Dr. Thiele.

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Trotzdem ist er keineswegs eine Notlösung für einsame Herzen. Im Gegenteil, häufige Masturbation hat sogar gesundheitliche Vorteile: So kann es durch Hormonveränderungen länger dauern, bis Vagina und Schleimhäute feucht werden. Selbstbefriedigung aber wirkt durchblutungsfördernd, regt das Herz-Kreislauf-System und sorgt für ein positive Effekte wie ein gutes Körpergefühl. Die Expertin kennt dennoch Frauen, die sagen: Ich muss schon so vieles. Muss es auch noch die Solo-Nummer sein? "Ich sage dann: Stopp! Jetzt geht es mal nicht um Leistung. Sondern um Ihre eigene Wertschätzung und darum, dass Sie sich Zeit nehmen für sich selbst."

Wie entdeckt man die eigene Sexualität neu?

Wie eine Entspannungsinsel im Alltag, so umschreiben es Frauen, die ihre Lust tatsächlich auch alleine ausleben. Anfängerinnen oder Frauen, die sich schon lange nicht mehr selbst befriedigt haben, empfiehlt Dr. Thiele, den Körper vorm Spiegel einzucremen: "Betrachten Sie Ihre Scheide, wie sie sich bei Berührung verändert."

Nur ein Patentrezept für den Weg zum selbst gemachten Orgasmus kann auch sie nicht geben: "Die meisten Frauen stimulieren ihre Klitoris. Aber ob mit Drücken oder Reiben, langsam oder schnell: Jede empfindet Erregung anders." Bestes Aufputschmittel sei unsere Fantasie: "Im Kopfkino muss auch nicht zwingend der Gatte die Hauptrolle spielen ..." Wichtig ist nur, dass wir bei der Solo-Nummer positive Empfindungen haben, ähnlich wie beim Essen. Denn mit unserer Lust verhält es sich wie mit einem Trampelpfad: Je häufiger er begangen wird, desto leichter wird der Weg zum Gipfel.

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