Frühwarnzeichen

Bauchspeicheldrüsenkrebs: 5 Symptome für eine Früherkennung

Eine Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nicht einfach. Nur wenige Symptome deuten auf die Erkrankung hin.

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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein bösartiger Tumor in der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreaskarzinom genannt. Nach Darm- und Magenkrebs ist Bauchspeicheldrüsenkrebs der dritthäufigste Tumor des Verdauungstraktes. Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse ist meistens sehr aggressiv und bösartig. In den meisten Fällen führt die Erkrankung zum Tod.

Priv.-Doz. Dr. med. Faik Uzunoglu - Foto: UKE

Unser Experte Priv.-Doz. Dr. med. Faik Uzunoglu

Der praktizierende Facharzt für Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Hamburg, Dr. med. Faik Uzunoglu, stand dem Magazin Liebenswert für einige Fragen als Experte zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs zur Verfügung.

Wer besonders gefährdet ist und wie es sich mit familiärer Vorbelastung verhält, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Faik Uzunoglu: "Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen. Die meisten Betroffenen erkranken im höheren Lebensalter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 72, für Frauen bei 76 Jahren. Für erstgradige Verwandte ist das Risiko, selbst zu erkranken, um das Zweifache erhöht. Bei einem frühen Erkrankungsalter des Patienten (unter 60 Jahren) erhöht sich das Risiko weiter und liegt dann beim dreifachen im Vergleich zur Normalbevölkerung. Das geschätzte Lebenszeitrisiko liegt für Menschen mit zwei erstgradigen erkrankten Verwandten bei ungefähr acht Prozent. Ein familiär erhöhtes Risiko für ein Pankreaskarzinom liegt vor, wenn mindestens zwei erstgradig Verwandte einen Bauchspeicheldrüsenkrebs aufweisen. Hiervon zu unterscheiden sind Bauchspeicheldrüsenkarzinome, die auf spezifischen Mutationen beruhen, und einer genetischen Testung bedürfen."

Warum die Früherkennung schwer ist

Eine Früherkennung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist schwierig. Die Symptome treten im frühen Stadium der Erkrankung selten auf. Zudem sind die Anzeichen nicht eindeutig mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in Verbindung zu bringen.

Trotzdem können die Symptome Hinweise darauf geben, dass der Patient an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft treten fünf Beschwerden verstärkt bei Erkrankten auf.

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Dr. med. Faik Uzunoglu erklärt, warum die Krankheit nur schwer rechtzeitig zu erkennen ist: "Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ruft leider relativ unspezifische Symptome hervor. Oftmals beschreiben die Patientin ein dumpfes Druckgefühl im Oberbauch oder Rückenschmerzen. Diese Symptome können begleitet sein von Veränderungen des Stuhlgangs, wie z.B. fettig glänzend, übelriechender weicher Stuhlgang, der teils entfärbt sein kann. Auch ein neu aufgetretener Diabetes mellitus ohne die klassischen Risikofaktoren kann ein Hinweis auf ein Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Einen weiteren Hinweis kann der Urin geben, der sich dunkel verfärben kann, gemeinsam mit einem zu Beginn nur leicht ausgeprägten Gelbfärbung der Augen. Allgemeine Symptome einer bösartigen Erkrankung können zum Beispiel ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Leistungsminderung oder Nachtschweiß sein."

5 Frühwarnzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Folgende Frühwarnzeichen sollte Sie daher nicht ignorieren, sondern ärztlich abklären lassen:

Gewichtsabnahme

Plötzlicher Gewichtsverlust ist das häufigste Symptom, das Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Etwa 90 Prozent der Erkrankten leiden unter unbegründeter Gewichtsabnahme.

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Bauchschmerzen und Rückenschmerzen

Die Bauschmerzen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs äußern sich anders, als normalerweise. Beugt sich der Betroffene nach vorne, lässt der Schmerz nach. Die Bauchschmerzen sind chronisch, treten in unterschiedlicher Intensität auf und ziehen oft in den Rücken. Hervorgerufen werden die Bauchschmerzen durch die Ausbreitung von bösartigen Zellen im Nervengewebe.

Gelbsucht

Ist die Haut gelblich verfärbt, ist Gelbsucht dahinter zu vermuten. Schuld an der verfärbten Haut ist ein erhöhter Bilirubinwert im Blut. Patienten, deren Tumor sich im oberen Bereich der Bauchspeicheldrüse befindet, leiden unter gelblicher Haut, auch Juckreiz an Händen und Füßen kann auftreten. Bei rund 70 Prozent der Patienten zeigen sich diese Anzeichen.

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Appetitlosigkeit oder Übelkeit

Etwa 40–50 Prozent der Patienten leiden unter Appetitlosigkeit oder Übelkeit im Zusammenhang mit der Erkrankung. Diese Anzeichen sind schwer mit der Krankheit in Verbindung zu bringen, da sie andere Ursachen haben können.

Verdauungsprobleme

Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Schmerzen, Entzündung und Schwellungen oder Blähungen können Anzeichen für eine Krebserkrankung sein. Gerade diese Symptome sind dem Bauchspeicheldrüsenkrebs schwer zuzuordnen, weil sie ebenso durch andere Erkrankungen oder eine falsche Ernährung hervorgerufen werden können.

Die Symptome sind ernst zu nehmen. Durch eine Krebserkrankung werden die Verdauungsenzyme blockiert, die für die Verdauung von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten verantwortlich sind. Veränderungen des Stuhls sollten ebenfalls beobachtet werden. Ein Tumor kann Störungen der Verdauung verursachen, ein veränderter Geruch oder gar Blut im Stuhl könnten alarmierende Signale für eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.

Wie kann man sich vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen?

Zum Thema Vorbeugen hat unser Experte leider keine richtig befriedigende Antwort: "Exzessiver Alkoholkonsum und Tabakkonsum im Allgemeinen sind Risikofaktoren, die man beeinflussen kann. Gleiches gilt für krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und hiermit oft einhergehendem Diabetes mellitus.  Es gibt Hinweise, dass eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung eine schützende Wirkung hat. Eine spezifische Empfehlung hinsichtlich der Ernährung zur Minimierung des Risikos kann nicht ausgesprochen werden. So besteht zum Beispiel kein Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und dem Bauchspeicheldrüsenkrebsrisiko. Je früher die genannten Risikofaktoren minimiert werden, desto geringer fällt das Lebenszeitrisiko aus."

Quellen

  • Deutsche Krebsgesellschaft

  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf