Während der Chemo Welche begleitenden Krebstherapien sind sinnvoll?

Ergänzende Krebstherapien
Bei einer Krebserkrankung ist es wichtig, dass Sie ein Vertrauensverhältnis zu Ihrem behandelnden Arzt aufbauen.
Inhalt
  1. Bewusst ernähren
  2. Sport stärkt das Immunsystem
  3. Mit Wärme den Krebs bekämpfen
  4. Mistel gegen Übelkeit & Co.
  5. Ananas macht die Therapie erträglicher
  6. Warum Selen für Krebs-Patienten wichtig ist
  7. Aktivieren Sie Ihre Selbstheilungskräfte
  8. Wenn das versprochen wird, sollten Sie misstrauisch werden

Die Liste an begleitenden Behandlungen von bösartigen Krebserkrankungen ist lang. Lesen Sie hier, welche sinnvoll sind.

Mehrere Patienten sind Anfang August 2016 während ihrer Behandlung in einem alternativen Krebszentrum gestorben. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und verunsicherte viele andere Erkrankte. Das Aus für alternative Therapien? Nein! "Naturheilverfahren können die Standardbehandlung bei Krebs – also Operationen, Bestrahlung, Chemo-, Hormonoder Antikörpertherapie – nicht ersetzen", erklärt Prof. Josef Beuth von der Uniklinik Köln. Es gibt aber Methoden, die eine Krebs-Therapie sinnvoll ergänzen können. Sie lindern die Nebenwirkungen, helfen dem Körper bei der Genesung und verbessern die Lebensqualität. Prof. Beuth hat Hunderte Verfahren bewertet. Das sind seine Empfehlungen:

 

Bewusst ernähren

Zwar gibt es keine Diät, mit der sich Krebs aushungern lässt, wie dubiose Therapeuten oft versprechen. Viele können sogar die Lebensqualität der Betroffenen einschränken oder zu Mangelzuständen führen. "Trotzdem spielt die Ernährung bei einer Tumorerkrankung eine wichtige Rolle", erklärt Prof. Beuth. "Der Körper kann beispielsweise Chemo- oder Strahlentherapie besser vertragen, wenn er optimal mit Nährstoffen versorgt ist."

Zu den wichtigsten Nährstoffen zählen Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken bei Krebspatienten dem gefürchteten Gewichtsverlust entgegen. Die beste Quelle ist Fischöl, das vor allem in fettem Seefisch (Makrele, Lachs, Hering) vorkommt. "Fisch sollte also häufiger verzehrt werden", sagt Prof. Beuth. Zudem sollten Patienten auf eine gute Eiweißversorgung achten. Ideal: Pflanzliche Quellen, zum Beispiel Kartoffeln oder Getreide, mit tierischen, wie etwa Quark oder Käse, kombinieren.

Weitere Tipps zur optimalen Ernährung bei Krebs gibt eine individuelle Beratung. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte oder die Krankenkasse.

 

Sport stärkt das Immunsystem

Ein an die individuelle Situation angepasstes Training unterstützt den Körper während der Krebsbehandlung sowie bei der Rehabilitation zusätzlich. Beim Sport werden sowohl Fress- als auch natürliche Killerzellen aktiviert und ihre abtötende Wirkung auf Krebszellen deutlich verbessert. Des Weiteren wirkt sich Sport positiv auf die Hormone und den Stoffwechsel aus und Patienten können das Vertrauen in die Funktionen des eigenen Körpers wieder festigen. Bevor Sie mit Sport beginnen, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob und in welchem Ausmaß Sie aktiv werden sollten.

Lesen Sie mehr über den Ablauf der Chemotherapie hier: 

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Viele Krebspatienten haben Angst vor der Chemotherapie und möglichen Nebenwirkungen.

 

Mit Wärme den Krebs bekämpfen

Temperaturen von über 40 Grad machen Krebszellen unter anderem empfindlicher für Chemotherapien und können die Wirksamkeit einer Strahlentherapie verstärken. „Am besten wenden Sie sich an ein universitäres Hyperthermiezentrum“, rät Prof. Beuth.

 

Mistel gegen Übelkeit & Co.

Mistelextrakte gehören zu den bekanntesten ergänzenden Krebsbehandlungen. "Besteht bei fortgeschrittenen Erkrankungen keine Chance auf Heilung, kann sie laut Studien die Lebensqualität verbessern", erklärt Prof. Beuth. Chemo- oder Strahlentherapie können besser wirken und haben zugleich weniger Nebenwirkungen, zudem wird die körpereigene Abwehr gestärkt. Einige Kassen übernehmen die Kosten (teilweise) auf Antrag. Bei Erkrankungen, die den ganzen Körper befallen, wie Lymphome oder Leukämie, sollte die Mistel nicht angewendet werden.

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Ananas macht die Therapie erträglicher

Ananas und Papaya enthalten Substanzen, die Stoffwechselreaktionen im Körper in Gang setzen, beschleunigen oder abbremsen. Diese Bromelain und Papain genannten Enzyme können die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie bei Dickdarm-, Brust- und bestimmten Formen von Blutkrebs (Plasmozytom) nachweislich reduzieren. Prof. Beuth: "In diesen Fällen kann die ergänzende Therapie sinnvoll sein."

 

Warum Selen für Krebs-Patienten wichtig ist

Selen spielt bereits bei der Krebsvorbeugung eine wichtige Rolle, da es den Körper vor krebserregenden Stoffen schützt und das Immunsystem stärkt. Studien zeigen zudem, dass Krebstherapien besser vertragen werden, wenn der Körper mit ausreichend Selen versorgt ist. Da viele Krebspatienten unter einem Mangel leiden, sollte dieser ausgeglichen werden. Der Experte rät Betroffenen, begleitend zu einer Chemo- oder Strahlentherapie bis zu 300 – 1 000 ìg Natriumselenit (Apotheke) pro Tag einzunehmen.

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Aktivieren Sie Ihre Selbstheilungskräfte

"Freude, Lachen und eine positive Stimmungslage stärken das Immunsystem, während Trauer und Niedergeschlagenheit den gegenteiligen Effekt haben", erklärt Prof. Beuth. Da eine Krebserkrankung aber negative Gefühle hervorruft, sollten sich Betroffene auch um ihre Seele kümmern. Am besten ist es, sich möglichst schnell nach der Diagnose psychoonkologisch behandeln zu lassen.

 

Wenn das versprochen wird, sollten Sie misstrauisch werden

  • Heilung ist möglich, selbst wenn alle (Standard-)Therapien versagt haben
  • "verstümmelnde" Operationen werden überflüssig
  • aggressive Chemo- oder Strahlentherapien können ausgesetzt werden
  • die Behandlung hat keine Nebenwirkungen

 

In seinem Buch 'Krebs ganzheitlich behandeln'* (Trias, 24,99 Euro) bewertet Prof. Josef Beuth Therapien zu über 25 Krebsarten und gibt viele weitere Tipps.

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Kategorien:
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