Prächtiger Winterblüher

Amaryllis pflegen: So gießen, schneiden & überwintern Sie sie richtig

Der üppig blühende Ritterstern ist im Winter sehr beliebt. So pflegen Sie die Amaryllis richtig.

Rot blühender Ritterstern, auch Amaryllis genannt
Von der Weihnachtszeit bis Februar ist der rot blühende Ritterstern ein echter Hingucker. Foto: Istock/leisuretime70
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Der prächtige Ritterstern verschönert im Winter viele deutsche Heime. Kein Wunder: Im Topf holt er den Frühling bis zu vier Wochen ins Haus – mit seiner roten, weißen oder pinken Blüte. Selbst in der Vase bleibt die Blume zehn Tage lang frisch. Mit der richtigen Pflege können Sie die Blütezeit der Zimmerpflanze ausdehnen und sich auch im kommenden Winter an ihr erfreuen.

Umgangssprachlich wird der Ritterstern auch gern als Amaryllis bezeichnet. Die echte Amaryllis ähnelt in ihrer Blüte jedoch eher einer Lilie. Da der Ritterstern auch zur Familie der Amaryllisgewächse gehört, verwenden wir – wie im Alltag üblich – beide Begriffe synonym.

Im Video erfahren Sie, wie die Amaryllis besonders schön blüht. Der Artikel geht darunter weiter.

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Der perfekte Standort für die Amaryllis

In der Wohnung stellen Sie den Blumentopf an einen hellen Platz ohne direkte Sonne. Die Zimmerpflanze hat es gern warm, zwischen 16 und 20 Grad fühlt sich die subtropische Schönheit wohl. Es gilt jedoch: Je kühler, desto länger blüht die Amaryllis. Durchzug oder Heizungsluft mag die Hippeastrum – so der wissenschaftliche Name – gar nicht.

Nach den Eisheiligen im Mai kann die subtropische Amaryllis auch nach draußen in den Garten oder auf den Balkon, weil sie dann etwas mehr Wärme und Sonne tanken kann. Jetzt gilt im Gegensatz zum Winter: Je wärmer, desto wohler fühlt sich die Blume. Direktes Sonnenlicht verbrennt ihr die großen Blätter. Im Garten steht die Blume deshalb  am liebsten absonnig bis halbschattig.

Etwa ab August geht die Pflanze in die Ruhephase über. Sind alle Blätter vertrocket kann die Hippeastrum bei 10 bis 16 Grad im Keller stehen. Im November kommt sie wieder zurück an ihren hellen, warmen Platz in der Wohnung – das weckt die Amaryllis aus ihrem Schönheitsschlaf.

So kippt die Amaryllis nicht um

Damit der Topf nicht umkippt, sollten Sie die Zimmerpflanze am besten alle paar Tage um 180 Grad drehen – denn die massigen Blüten richten sich immer zum Licht aus.

Wie wird der Ritterstern gegossen?

Geben Sie Ihre Pflanze in der Blütezeit (ab Dezember) wöchentlich und von unten, also über einen Untersetzer etwas zu trinken. Überschüssiges Wasser gießen Sie anschließend weg, damit keine Staunässe entsteht.

Nachdem die Amaryllis verblüht ist, geht sie im März in die Wachstumsphase über. Jetzt sollten Sie Ihrer Zimmerpflanze etwas mehr Wasser gönnen: Immer wenn die Erde angetrocknet ist, können Sie gießen. Ab Ende August, zur Ruhephase, wird kein Wasser und keine Pflege mehr benötigt.

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Wenn Sie die Knolle Anfang November in frische Erde gepflanzt haben, gießen Sie einmal kräftig an. Sobald sich das erste Grün des frischen Stängels zeigt, sollten Sie sie wieder wöchentlich wässern. Etwa acht Wochen später öffnet sich die Blüte.

Tipp: Wenn Sie pünktlich zu Weihnachten die Blüte der Amaryllis bewundern wollen, können Sie die Pflanze auch schon eine Woche früher aus der Ruhephase wecken.

Amaryllis Pflege: Die Kurzanleitung fürs ganze Jahr

Kurzanleitung in Grafiken zur Amaryllis Pflege
Die Grafik zeigt, was die Amaryllis übers Jahr braucht. Wasser, einen Schnitt, Dünger oder einfach nur Ruhe. Das Bild können Sie gern herunterladen (Rechtsklick – Bild speichern unter...) und ausdrucken. So haben Sie immer eine Gedächtnisstütze parat.  Foto: Eine Collage von Liebenswert.de &iStock : Tatsiana Kuryanovich , colorcocktail, Ulyana Moskalchuk

Die richtige Düngung

Nur in der Wachstumsphase, also von März bis August, benötigt die Pflanze eine Extraportion Nährstoffe. Diese kann die Amaryllis dann in der Zwiebel einspeichern, um im kommenden Winter prächtige Blüten zu bilden.

Zu Beginn der Wachstumsphase reicht eine Düngung alle drei bis vier Wochen. Dafür verwenden Sie einfach flüssigen Blühpflanzendünger* und mischen ihn in das Gießwasser. In der Hochsaison von Mai bis August freut sich der Ritterstern auch alle zwei Wochen über eine Düngung.

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Hausmittel eignen sich zum Düngen der Amaryllis leider nicht. Diese müssen erst von Mikroorganismen zersetzt werden, ehe die Nährstoffe zur Verfügung stehen. Die Amaryllis hat in ihrem kleinen Topf aber kaum Helfershelfer, die ihr Teeblätter und Co. zersetzen könnten. Selbstgemachter Flüssigdünger ist aber eine umweltfreundliche Alternative zum Fertigprodukt.

So wird die Amaryllis geschnitten

Zwei Mal kommt für die Pflege des Rittersterns die Pflanzenschere zum Einsatz. Sobald die Amaryllis verblüht ist, ist es an der Zeit, den Stiel kurz über der Zwiebel abzuschneiden. Die Blätter bleiben stehen. Diese braucht die Pflanze, um Sonnenenergie zu tanken und so genug Kraft für eine erneute Blüte im nächsten Jahr zu sammeln. Erst wenn die Blätter vertrocknet sind, werden sie kurz über der Zwiebel gekappt.

Am besten wird stets mit einer scharfen Klinge gearbeitet. So werden die empfindlichen Pflanzenzellen sauber durchtrennt statt zerquetscht.

Amaryllis im Keller überwintern

Bei der Amaryllis ist der Ausdruck "Überwintern" irreführend, da sie ja nur im Winter blüht - passender wäre deshalb eher der Begriff "Übersommern". Sobald die Pflanze in die Ruhephase übergeht, kann sie aus ihrem Topf geholt und von Erde befreit werden. Gewachste Exemplare können direkt in ihr Winterquartier umziehen. Ungewachste Zwiebeln locker in Zeitungspapier einschlagen. Bis November braucht die Knolle weder Licht noch Wasser und eine Temperatur von 10 bis 16 Grad sind ideal. Im Keller oder Hausflur überwintert die Zwiebel besonders gern. Wer wenig Platz zur Verfügung hat, kann die Knolle der Zimmerpflanze auch kopfüber unter die Kellerdecke hängen.

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Achtung, giftige Schönheit

Sämtliche Teile der Amaryllis, besonders aber die Zwiebel, sind giftig. Arbeiten Sie daher bitte immer mit Handschuhen. Halten Sie außerdem Haustiere oder kleine Kinder außer Reichweite.

Amaryllis umtopfen: Auf Substrat und Topf achten

Ist die Ruhephase Ihrer Amaryllis beendet (ab November etwa), pflanzen Sie Ihre Blume in durchlässige, mäßig nährstoffreiche Erde. Da der Ritterstern Staunässe nur schlecht verträgt, eignet sich am Besten normale Blumenerde mit Sand oder Kakteenerde gemischt – so kann das Wasser gut abfließen.

Setzen Sie die Zwiebel in einen frischen Topf, dessen Durchmesser etwa zwei bis fünf Zentimeter größer ist als der der Zwiebel. Ist er zu groß, bildet die Knolle fleißig Wurzeln anstatt ihre Energie auf die Blüte zu fokussieren.

Achten Sie beim Einpflanzen darauf, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Die Zwiebel sollte zu etwa einem Drittel aus der Erde schauen. Nun nur einmal angießen – erst, wenn etwas Grün zu sehen ist, steigt der Feuchtigkeitsverbrauch der Pflanze an.