Der Faktencheck Ist Milch ungesund? 7 Fragen & Antworten im Check

Über die Milch wird derzeit heftig gestritten: Ist sie nun gesund, oder trägt sie gar zur Entstehung von Krankheiten bei? Unser Faktencheck.

Ist Milch ungesund? 7 Fragen & Antworten im Check
Ob pur oder als Zutat: Milch schmeckt vielen. Doch hat sie auch negative Auswirkungen auf den Körper?
Inhalt
  1. Begünstigst Milch Krebs?
  2. Fördert Milch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes?
  3. Macht Milch Pickel?
  4. Ist Bio-Milch gesünder?
  5. Verschleimt Milch die Atemwege?
  6. Sind Hafer-, Reis- und Sojadrinks die bessere Wahl?
  7. Schützt sie vor Osteoporose?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung räumt Milch weiterhin einen wichtigen Platz auf unserem Speiseplan ein: Täglich 200 bis 250 Gramm fettarme Milch und Milchprodukte plus zwei Scheiben fettarmen Käse empfehlen uns die Experten. Dennoch wird in Freundes- und Bekanntenkreisen sowie im Internet heiß diskutiert: Da verteufeln die einen sämtliche Milchprodukte als krebserregend, andere halten höchstens Bio-Produkte für gesundheitlich akzeptabel – und wir fragen uns, ob wir unseren Caffè Latte jetzt besser nur noch mit Sojadrinks zubereiten. Aber wäre das echt gesünder? Wir haben die häufigsten Argumente der aktuellen Milchdebatte unter die Lupe genommen.

 

Begünstigst Milch Krebs?

Nein. Für Brust-, Darm- und Blasenkrebs zeigen Studien sogar einen schützenden Effekt. Bei allen anderen Krebsarten gibt es überhaupt keinen, weder positiv noch negativ. Ausnahme: Prostatakrebs. Männer, die täglich mehr als einen Liter Milch trinken, erkranken etwas häufiger. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht anhand der aktuellen Studienlage aber keinen Grund für Verzicht. "Wer Milch und Milchprodukte in den von uns empfohlenen, normalen Mengen zu sich nimmt, hat dadurch kein erhöhtes Risiko für Krebs", versichert Antje Gahl, Sprecherin der DGE.

 

Fördert Milch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes?

Nein, im Gegenteil. So deutet eine niederländische Studie darauf hin, dass Milch und Milchprodukte hohem Blutdruck vorbeugen. Schwedische Wissenschaftler zeigten zudem: Probanden, die täglich mehrere Portionen fettreicher Milchprodukte aßen, verringerten ihr Risiko für Diabetes Typ 2 um 23 Prozent gegenüber jenen, die nur eine Portion konsumierten.

 

Macht Milch Pickel?

Ja, das stimmt. Italienische Forscher haben in Studien mit Jugendlichen einen klaren Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Akne hergestellt. Grund dafür ist wohl der hohe Vitamin-B12-Gehalt der Milch.

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Ist Bio-Milch gesünder?

Ja, allerdings nur ein bisschen. Tatsächlich stecken in Bio-Milch mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren, weil Bio-Kühe mehr Zeit auf der Weide verbringen und mehr frisches Gras fressen als ihre Artgenossen auf den konventionellen Höfen. Sonst unterscheidet sich die Milchqualität aber nicht.

 

Verschleimt Milch die Atemwege?

Nein. Es gibt keine medizinischen Belege dafür, dass Milch die Schleimproduktion in den Atemwegen verstärkt, weder bei Gesunden noch bei Erkälteten. Das leicht schleimige Mundgefühl kommt vom Fettgehalt.

 

Sind Hafer-, Reis- und Sojadrinks die bessere Wahl?

Nein. Alle drei sind lecker. Aber an die Nährstoffzusammensetzung von Milch kommt keiner heran: Milch enthält Proteine, die dem Körpereiweiß sehr ähnlich sind, sowie reichlich Kalzium. Veganer sollten deshalb darauf achten, dass den Drinks Kalzium zugesetzt wurde. Soja gilt zudem als starkes Allergen – auch die Wirkung der enthaltenen Phytoöstrogene ist umstritten, sie sollten nicht in großer Menge verzehrt werden. Wer eine Laktoseintoleranz hat, nimmt statt der Drinks besser laktosefreie Milch. Sie enthält noch alle wichtigen Inhaltsstoffe.

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Schützt sie vor Osteoporose?

Laut einer neuen schwedischen Studie kann hoher Milchkonsum bei Frauen das Risiko für Knochenbrüche sogar erhöhen. Die Forscher machen die im Milchzucker (Laktose) enthaltene Galaktose dafür verantwortlich. Sie fördere Entzündungsreaktionen und Alterungsprozesse. Interessant: Milchprodukte mit einem geringen Laktosegehalt (etwa Kefir, Hartkäse, Ricotta) zeigen den gegenteiligen – tatsächlich schützenden – Effekt.

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