Insekten Hornissen im Garten: Wie gefährlich ist ein Hornissenstich wirklich?

Wie gefährlich sind Hornissen eigentlich wirklich und was sollte man im Umgang beachten. Wir klären Sie auf. 

Hornisse
Hornissen sind deutlich friedlicher und ungefährlicher als ihr Ruf verlauten lässt.
Inhalt
  1. Was Sie über Hornissen wissen sollten
  2. Hornissennest auf dem Grundstück: Der richtige Umgang
  3. Hornissenstich: Schnelle Hilfe
  4. Hornissen und Wespen im Vergleich
  5. Hornissen stehen unter Artenschutz

 

Was Sie über Hornissen wissen sollten

Die Hornisse, auch 'Vespa Crabro' genannt, zählt zu den Sozialen Faltenwespen und ist damit eng mit den, bei uns lebenden, Wespen verwandt. Die Königin kann eine Größe von bis zu 3,5 Zentimeter erreichen, die Arbeiterinnen werden bis zu 2,5 Zentimeter groß, womit die Hornisse die größte, in Mitteleuropa lebende, Faltenwespe ist. Meist ist sie außerdem an ihrer rötlichen Färbung zu erkennen. 

Von August bis Mitte September ist Hornissenzeit. Das Hornissenvolk erreicht in dieser Zeit eine Größe von 400 bis 700 Tiere. Allerdings werden nur die Jungköniginnen den Winter überleben. Nachdem die Altkönigin genügend Jungköniginnen und Drohnen (Männchen) produziert hat, stirb sie im Herbst ab. Auch die Arbeiterinnen und Drohnen überwintern nicht. Lediglich die im Herbst begatteten Jungköniginnen überwintern und beginnen im nächsten Frühjahr mit dem Entwickeln eines neuen Volkes. 

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Hornissen: Friedliche Insekten mit schlechtem Ruf

Auch, wenn die Hornisse nach wie vor einen schlechten Ruf innehat, ist sie eigentlich sehr verträglich und wenig aggressiv. Sie ernährt sich und ihre Brut von Insekten, Raupen und Baumsäften und kann problemlos in Koexistenz zu uns Menschen leben. Auf Angriff gehen Hornissen nur, wenn sie ihr Nest oder ihre Königin in Gefahr sehen. Ist dies nicht der Fall, geht der scheue Hautflügler Konflikten meist durch Flucht aus dem Weg. Als Insektenjäger ist die Hornisse meist deutlich schneller und agiler als Bienen, Hummeln oder Wespen unterwegs. Dadurch und durch ihre enorme Größe kann sie für uns aggressiv wirken, dies ist aber keineswegs der Fall. Kommt man einer Hornisse doch mal in die Quere, muss sie nicht zwangsläufig von ihrem Stachel Gebrauch machen. Möglicherweise setzt sie auch nur ihr Beißwerkzeug zur Verteidigung ein. Wird man dennoch gestochen, tut dies nicht unbedingt mehr weh, als der Stich einer Biene oder Wespe. Er wird nur oftmals als schmerzhafter empfunden, weil der Stachel länger ist und tiefer in die Haut eindringen kann. Außerdem beinhaltet er eine Giftkomponente, die im Bienen- und Wespengift fehlt.

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass drei Stiche einen Menschen und sieben Stiche gar ein Pferd töten können. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass die Giftwirkung beim Stich einer Honigbiene sogar stärker ist, weil diese den Stachel nicht mehr herausziehen kann. 

Sehen Sie hier, wie Sie Wespen vom Essplatz im Freien vertreiben (Artikel geht unten weiter):

 
 

Hornissennest auf dem Grundstück: Der richtige Umgang

Da Hornissen für den Nestbau dunkle, vor Regen geschützte, Hohlräume bevorzugen, nisten sie sich immer wieder auch in menschengemachte Hohlräume wie Vogelnistkästen oder Schuppen ein. Befindet sich das Nest an einem abgelegenen Ort auf Ihrem Grundstück, an dem Sie das Volk nicht regelmäßig unbeabsichtigt stören müssen, können Sie es problemlos unbeachtet lassen. Da ein Hornissennest lediglich eine Saison genutzt wird, können Sie die Reste im Folgejahr entfernen. Geraten Sie doch in die Nähe eines bewohnten Nestes, sollten Sie zwei bis drei Meter Abstand halten und die Tiere nicht in ihrer Flugbahn kreuzen.

In der Regel ist eine friedliche Koexistenz mit Hornissen ohne Komplikationen möglich, denn sie interessieren sich nicht für süße Speisen, Getränke oder andere Lebensmittel und bleiben größtenteils in ihrem eigenen Bereich. Lediglich Fallobst ist ihnen ein willkommenes Futter.

Natürlich ist auch das Entfernen, besser gesagt, dass Umsiedeln des Hornissennestes möglich. Hierbei gibt es jedoch strenge Auflagen und es sollte ein Experte dafür beauftragt werden. Außerdem genießen Hornissen einen besonderen Artenschutz, weshalb ein bewohntes Nest nicht ohne Genehmigung zerstört oder umgesiedelt werden darf. Hält man sich an diese Verordnung nicht, kann es zu hohen Geldbußen kommen. Im Ernstfall kann die örtliche Gemeinde Auskunft geben. 

Hornisse
Hornissen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Größe von ihren Artgenossen, sondern auch durch ihre rötliche Färbung. 
 

Hornissenstich: Schnelle Hilfe

Da sich ein Hornissenstich in der Schmerzhaftigkeit kaum von einem Hummel-, Bienen- oder Wespenstich unterscheidet, ist auch die Behandlung identisch. 

Zuerst sollte der Stachel entfernt werden, sofern die Hornisse ihn nicht sauber rausgezogen hat. Danach können Sie den Stich kühlen und anschließend die Einstichstelle desinfizieren. Das Auftragen von Heilerde oder einer Salbe kann den Juckreiz und die Schwellung lindern. Das reicht - solange keine allergische Reaktion eintritt. Wenn allerdings Anzeichen von Übelkeit, Schwindel, Schwitzen und Kreislaufproblemen auftreten, sollte sofort ein Arzt benachrichtigt werden.

Auch die Hitzebehandlung des Stichs hat sich als gute Alternative zu den oben genannten Maßnahmen bewährt. Lesen Sie in folgendem Artikel, wie Sie Ihren Stich mit Hitze heilen können:

Mückenstich
Juckreiz adé  

Mückenstiche mit Hitze behandeln

Nie wieder juckende Stiche mit dem Hitze-Trick. Wir zeigen Ihnen drei Methoden.



 

Hinweis: In seltenen Fällen kann das Gift auch eine allergische Reaktion hervorrufen. Geht diese neben den oben genannten Symptomen mit Atemnot einher, sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Eine schwere Allergie entwickelt sich jedoch erst nach mehreren Stichen derselben Hornissenart.

Lesen Sie auch: Verkapselter Insektenstich: So erkennst du ihn und so behandelst du ihn

 

Hornissen und Wespen im Vergleich

Im Gegensatz zur Hornisse, ist die, bei uns am häufigsten vertretene, Deutsche und Gemeine Wespe deutlich aggressiver und verhaltensauffälliger. Dies liegt vor allem daran, dass diese beiden Wespenarten sehr an unseren Leckereien interessiert sind und somit häufiger mit Menschen in Berührung kommen. Durch die Distanzlosigkeit der Wespen, sorgt jedoch dafür, dass die Insekten sich häufiger bedroht fühlen und zustechen. 

 

Hornissen stehen unter Artenschutz

Da einige Hornissenarten mittlerweile vor dem Aussterben bedroht sind, ist die Hornisse in Deutschland durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt und gilt somit als besonders geschützte Art. Bewohnte Nester dürfen nicht vernichtet oder ohne Ausnahmegenehmigung entfernt werden. Für die Umsiedelung gibt es geschulte Personen, die auch vorab beratend zur Seite stehen. Weitere Auskunft erhalten Sie über den Naturschutzbund Deutschland (NABU) oder das bei Ihnen ansässige Ortsamt (Gemeinde).
Der Bußgeldkatalog der Bundesregierung Deutschland sieht für das Fangen, Verletzen und Töten von Hornissen, sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten eine Strafe von bis zu 50.000 Euro vor. 

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