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Geschwollene Finger & Co.: Die 7 Warnsignale unserer Hände

Von Eisenmangel über Funktionsstörungen der Leber bis zu Arthrose: Wie unsere Hände Warnsignale geben.

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Sie leisten so viel – und sie erzählen uns so viel: unsere Hände! Denn über den Blutkreislauf werden sie mit Nährstoffen versorgt. Liegt da etwas im Magen, verändern sowohl Hände als auch Finger sich. Da das Zeichen für Mangelerscheinungen oder Krankheiten sein können, sollten Sie sie vom Arzt begutachten lassen. Hier die häufigsten Veränderungen:

Geschwollene Fingergelenke

Leiden Sie unter geschwollenen Fingergelenken, kann das mehrere Ursachen haben. Gelenkverschleiß (Arthrose) oder eine Gelenkentzündung (Arthritis) können zu geschwollenen Fingergelenken führen. Dr. Bastian Marquaß ist leitender Facharzt für Orthopädie und gibt im Interview mit Liebenswert einen tieferen Einblick in die Ursachen. "Die Hauptursachen sind zum einen degenerative Gelenkveränderungen der kleinen Fingergelenke oder Entzündungen der Fingergrundgelenke, was am ehesten auf Rheuma als Grunderkrankung hindeutet."

Dr. Bastian Marquaß - Foto: Privat

Ihr Experte zum Thema geschwollene Fingergelenke

Dr. Bastian Marquaß ist Privatdozent und leitender Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie der Gelenkklinik Gundelfingen. Der Mediziner legt seinen Forschungsschwerpunkt auf die Therapie von Knorpeldefekten und den Einsatz von Stammzellen. Wenn Sie mehr erfahren oder eine medizinische Einschätzung möchten, erreichen Sie Dr. Marquaß telefonisch unter 0761 791170 oder Sie senden eine E-Mail an anfrage@gelenk-klinik.de

Rheuma, Arthritis oder Arthrose – So finden Sie die Ursache

Wie kann nun erkannt werden, ob es sich bei geschwollenen Fingergelenken um eine Folge von Rheuma oder etwas anderem handle? "Neben einer klinischen Untersuchung ist ein Röntgenbild hilfreich, um das Ausmaß eines Gelenkverschleißes nachzuweisen oder auszuschließen", so der orthopädische Facharzt. "Die klinische Untersuchung und die Anamnese des Patienten sind jedoch ebenso wichtig, da Arthrose und Rheuma unterschiedliche Schwerpunkte des Gelenkbefalls aufweisen. So sind Beschwerden in den kleinen Fingergelenken häufig auf eine Arthrose zurückzuführen und Beschwerden in den Fingergrundgelenken deuten auf Rheuma als Grunderkrankung hin." Daher sollten Sie versuchen zu lokalisieren, wo sich die Beschwerden genau bei Ihnen befinden.

Außerdem ist es wichtig zu erkennen, "wann und wie häufig die Beschwerden auftreten", so Dr. Marquaß. "Sind diese an eine übermäßige Belastung gebunden oder treten die Schwellungen auch im Alltag auf?"

Das können Sie selbst gegen geschwollene Finger tun

Testen Sie zunächst, ob die Schwellung schmerzempfindlich und weich ist. Dr. Bastian Marquaß rät, was man selbst bei Schmerzen tun kann: "Bei wiederkehrenden Beschwerden können leichte Bewegung, kombiniert mit Wärme- oder Kälteanwendungen, Linderung bringen." Außerdem gibt er einen wertvollen Tipp aus der Praxis: "Vielen Patienten hilft es, die Hände vorsichtig in trockenen, warmen Linsen zu baden." Allerdings sollte "bei fehlender Besserung der Facharzt kontaktiert werden." Denn dann liegt bei Ihnen eine Entzündung vor, die medikamentös behandelt werden muss.

Der leitende Facharzt gibt auch einen Hinweis, was man bei geschwollenen Fingergelenken auf keinen Fall tun sollte: "Schmerzhafte Belastung oder Belastungen, die zu einer Verschlechterung der Situation führen, zu vermeiden."

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Schmerzende und kalte Finger

Es passiert innerhalb von Sekunden: Sobald Ihre Fingerspitzen mit etwas Kaltem (Luft, Wasser, Metall) in Berührung kommen, werden sie plötzlich blass, blau und schmerzen. Auch Stress kann der Auslöser für die Symptome sein. Der Grund: das sogenannte Raynaud-Syndrom. Bei der eher harmlosen Gefäßkrankheit ziehen sich die Finger-Arterien abrupt zusammen, das Blut entweicht. Ein unangenehmer, aber ungefährlicher Zustand. Im Akutfall können Handwärmer (Apotheke) die Symptome lindern, indem sie die Durchblutung anregen.

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Rötliche Verfärbungen in den Handinnenflächen

Fühlen sich die betroffenen Stellen dazu noch warm an, kann das häufig auf eine Lebererkrankung hindeuten. Denn wenn das Organ nicht richtig funktioniert, kommt es zu Gefäßveränderungen im Körper. In den Handflächen erweitern sich die Adern und das ergibt die rötliche Färbung.

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Trommelschlägelfinger

Das Lymphsystem ist für Bildung und Transport der Abwehrzellen zuständig. Ist das vordere Fingerglied wie bei einem Trommelschlägel verdickt, deutet das unter anderem auf eine krankhafte Erweiterung der Lymphgefäße hin. Häufig tritt dieses Symptom mit "Uhrglasnägeln" auf: Die Nägel sind vergrößert, rundlich geformt und stark nach außen gewölbt. Liebenswert sprach zu Warnsignalen an den Händen auch mit Dr. med. Peter Weisenseel aus dem Dermatologikum Hamburg. Dieser erklärte im Gespräch: "Trommelschlägerfinger an mehreren Fingern können auf Lungenerkrankungen hinweisen."

Dr. med. Peter Weisenseel ist Facharzt für Dermatologie - Foto: Privat

Ihr Experte zum Thema Dermatologie und Veränderungen an den Fingern

Dr. med. Peter Weisenseel ist seit 2005 Facharzt für Dermatologie mit der Zusatzbezeichnung Allergologie. Außerdem leitet er die klinische Forschung am Dermatologikum Hamburg. Sein breites Handlungsspektrum umfasst unter anderem Hautkrebsvorsorge und Schuppenflechte. Außerdem verfasste er das Buch "Syphilis & Co.: Ein Arzt klärt auf"*. Sie erreichen Dr. Weisenseel und sein Team telefonisch unter 040/3510750. Alternativ können Sie auch hier einen Termin vereinbaren.

Rillen in den Nägeln

Sie sind beunruhigt, weil Sie an Ihren Nägeln merkwürdige Rillen entdecken? Dr. med. Weißensee ist Facharzt für Dermatologie und erläuterte im Liebenswert-Interview: "Da Nagelveränderungen eine Vielzahl von möglichen, auch harmlosen Ursachen haben können: Zunächst keine Panik!"

"In der Regel sind Längsrillen harmlos,", so Dr. Weisenseel. Diese können "zum Teil auf Veranlagung beruhen und mit zunehmendem Lebensalter häufiger auftreten." Allerdings kann Flüssigkeitsmangel sie auch begünstigen. Deshalb sollten Sie überprüfen, ob Sie genug trinken: Zwei Liter pro Tag sind das Minimum (bei Herz- oder Nierenschwäche bitte die Trinkmenge mit dem Arzt absprechen).

Querrillen entstehen oft durch verlangsamtes Nagelwachstum. Der Mediziner des Hamburger Dermatologikums gibt aber im Interview noch einen tieferen Einblick hinter die Ursachen: "Querrillen deuten auf eine vorübergehende Schwächung oder Störung der Nagelbildung hin und können zeitlich versetzt nach Verletzungen oder schweren Infekten, Chemotherapie oder Nährstoffmangel sichtbar werden. Seltener sind chronische Erkrankungen wie Diabetes,  Herzleiden oder Autoimmunerkrankungen als Ursache."

Sie können aber auch eine Irritation der Nagelwurzel anzeigen, wenn beispielsweise bei der Maniküre das Nagelhäutchen zu weit zurückgeschoben wurde.

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Tüpfel- und Löffelnägel

Stecknadelkopfgroße Grübchen auf der Nageloberfläche können auf Schuppenflechte hindeuten. Die winzigen Dellen treten durch kleine Entzündungsherde in der Nagelwurzel auf.

Senkt sich die Nagelplatte nach innen, während der Rand nach oben ragt, handelt es sich um Löffelnägel. Dies kann laut Dr. Weisenseel "auf einen Eisenmangel hinweisen". Auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion kann Ursache für die verformten Nägel sein. "Löffelnägel kommen aber auch bei Schuppenflechte vor", so der Facharzt für Dermatologie.

Gelbliche Verfärbungen

Schuld kann ein Nagelpilz sein. Gehen die gelblichen Nägel mit Verdickungen einher, kann das am Yellow-Nail-Syndrom liegen. Dahinter steckt womöglich eine versteckte Bronchitis. Durch die Erkrankung wachsen Nägel viel langsamer, werden dadurch dicker und erscheinen gelblich.

Als Fazit zu Warnsignalen unserer Hände rät der Hamburger Facharzt Dr. Weisenseel: "Ärztlichen Rat sollte man bei neu auftretenden Nagelveränderungen aufsuchen." Dies gelte vor allem bei Querrillen und etwa Nagelablösungen – die keinen klaren Zusammenhang mit einer Verletzung haben.

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