Gängige Fehler vermeiden Blumenzwiebeln pflanzen: 15 Profi-Tipps für Krokusse, Tulpen & Co.

Sie wünschen sich ein farbenfrohes Beet oder Hingucker für Ihren Balkon - und das zu fast jeder Jahreszeit? Dann können Blumenzwiebeln die richtige Wahl sein. Unsere Expertin verrät die besten Tipps zu Pflanzung und Pflege.

Worauf sollte ich beim Pflanzen von Blumenzwiebeln achten?
Worauf kommt es beim Pflanzen von Blumenzwiebeln wirklich an?
Inhalt
  1. Worin unterscheiden sich Blumenzwiebeln und -knollen?
  2. Worauf sollte ich beim Kauf von Blumenzwiebeln achten?
  3. Wie lagere ich die Zwiebeln nach dem Kauf richtig?
  4. Was tun, wenn Blumenzwiebeln bereits anfangen zu keimen?
  5. Welche Pflanzzeit wähle ich für Herbst-, Frühlings- und Sommerblüher?
  6. Worauf sollte ich bezüglich Boden, Standort und Pflege achten?
  7. Wie tief und in welchem Abstand zueinander pflanze ich sie ein?
  8. Was sind die größten Fehler beim Pflanzen von Blumenzwiebeln?
  9. Sollte ich die Pflanzen ausgraben, wenn sie verblüht sind?
  10. Was tun, damit mehrjährige Pflanzen regelmäßig blühen?
  11. Was ist beim Pflanzen von Blumenzwiebeln im Kübel wichtig?
  12. Welche Sorten eignen sich besonders für den Balkon?
  13. Wie kombiniere ich die Zwiebeln im Beet für eine lange Blütenpracht?
  14. Treiben Zwiebeln zu früh aus, wenn es lange warm und trocken war?
  15. Wie schütze ich mäßig oder gar nicht winterharte Zwiebeln vor Frost?

Mit Blumenzwiebeln wie Krokussen, Hyazinthen, Tulpen oder Dahlien können Hobbygärtner besonders hübsche Pflanzkombinationen in ihrem Garten (oder auf dem Balkon) umsetzen. Doch damit sich das Ergebnis auch sehen lassen kann, sollten einige Dinge beachten werden.

Wir haben bei Svenja Schwedtke nachgefragt, die 20 Jahre Erfahrung mit Blumenzwiebeln vorweisen kann, da sie diese in ihrer Staudengärtnerei Bornhöved ausprobiert und anschließend die besten Sorten für ihren Onlineshop aussucht. Uns hat sie verraten, was bezüglich Kauf, Pflanzzeit, Beetgestaltung und Pflege (inbesondere bei frühjahrsblühenden Zwiebeln) besonders wichtig ist.

Übrigens: Zwiebelblumen sind oft auch tolle Schnittblumen - probieren Sie es einfach aus!

 

Worin unterscheiden sich Blumenzwiebeln und -knollen?

Sowohl Zwiebeln, als auch Knollen dienen als Speicherorgane für Nährstoffe - häufig werden Knollen auch unter Blumenzwiebeln gefasst. Streng genommen meinen beide Begriffe aber etwas anderes: Zwiebeln sind verdickte Blattrosetten, die sich fleischig um den Spross setzen. Da ist schon alles drin, was die Pflanze ausmacht (Beispiele: Narzisse, Tulpe). Knollen sind entweder Wurzelverdickungen (wie bei Dahlien) oder Sprossverdickungen (wie bei der Kartoffel).

 

Worauf sollte ich beim Kauf von Blumenzwiebeln achten?

Wichtig ist zum Beispiel die Größe der Zwiebel: Je größer sie ist, desto größer ist auch ihre Blüte (was natürlich auch sortenabhängig ist). Achten Sie auch darauf, dass die Zwiebeln nicht verschimmelt oder verletzt sind.

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Wie lagere ich die Zwiebeln nach dem Kauf richtig?

Zierlauch und Tulpen sollten trocken und gut belüftet bei 17 bis 23 Grad lagern (pflanzen Sie diese erst nach den ersten Frösten). Narzissen mögen es ebenfalls trocken und gut belüftet - Sie sollten sie aber nicht zu lange lagern, sondern noch im September pflanzen. Schneeglöckchen am besten feucht lagern und schnell pflanzen. Dahlien sollten Sie im Frühling gleich nach dem Kauf topfen, dann etwas gießen und sie nach den Eisheiligen rausstellen - dann sind sie schon ein bisschen größer, wenn sie den Schnecken überlassen werden ...

 

Was tun, wenn Blumenzwiebeln bereits anfangen zu keimen?

Das macht nichts, das tun eigentlich nur herbstblühende Krokusse und Herbstzeitlose - die können auch noch mit Blüte gepflanzt werden. Auch Tulpen tun das manchmal, sollten aber trotzdem nicht zu früh gepflanzt werden.

 

Welche Pflanzzeit wähle ich für Herbst-, Frühlings- und Sommerblüher?

Im August werden herbstblühende Krokusse, Herbstzeitlose und Madonnenlilien gepflanzt. Im September sind dann die Narzissen und Schneeglöckchen an der Reihe. Im Oktober werden die meisten Frühjahrsblüher, wie zum Beispiel Tulpen, Zierlauch, Traubenhyazinthen, Krokusse und Blausternchen gepflanzt. Lilien am besten im Oktober/November oder im Frühling pflanzen. Im April ist es Zeit für sommerblühende Zwiebeln wie Dahlien, Gladiolen, Montbretien, Freesien und Inkalilien.

Mit Blumenzwiebeln lassen sich tolle Farbspiele im Garten erzielen.
Blumenzwiebeln wie Zierlauch sind echte Hingucker im Gartenbeet.
 

Worauf sollte ich bezüglich Boden, Standort und Pflege achten?

Frühjahrsblühende wie Tulpen, Zierlauch, die meisten Krokusse und Narzissen sowie Traubenhyazinthen wollen voll sonnig stehen und mögen durchlässigen Boden. Die Zwiebeln brauchen zur Vegetationszeit eine gute Wasserversorgung, anschließend gern eine sommerliche Trockenzeit - die Zwiebel ist ja als Speicher ein Überdauerungsorgan für die trockenen Sommer an den Naturstandorten. Einige Narzissen, Schneeglöckchen, Winterlinge, Lerchensporn und Blausternchen mögen es auch, halbschattig zu stehen und können etwas frischere Böden vertragen.

 

Wie tief und in welchem Abstand zueinander pflanze ich sie ein?

Bis auf wenige Ausnahmen werden Zwiebeln zwei- bis dreimal so tief gepflanzt, wie die Zwiebel groß ist. Der Abstand lässt sich aus der Blütengröße herleiten: Zierlauch mit 15-Zentimeter-Blütenköpfen sollte mindestens dreißig Zentimeter auseinander gepflanzt werden, damit die Blüten nicht aneinanderstoßen. Tulpen haben ja eher einen geringeren Blütendurchmesser, die würde man zehn Zentimeter auseinander setzen. Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen und so weiter immer als Handvoll in ein mit dem Spaten ausgehobenes Pflanzloch setzen, das gibt schöne Tuffs.

 

Was sind die größten Fehler beim Pflanzen von Blumenzwiebeln?

Im folgenden Video haben wir die wichtigsten Punkte für Sie aufgelistet, die einem schönen Pflanzergebnis im Weg stehen würden (Artikel geht unten weiter).

 

Zusammengefasst bedeutet das, dass Sie die jeweils passenden Pflanzzeitpunkte beherzigen sollten (wie unter Punkt 5 erläutert). Sorgen Sie außerdem dafür, Staunässe im Boden zu vermeiden und seien Sie beim Pflanzen der Blumenzwiebeln möglichst vorsichtig. Davon abgesehen ist es generell wichtig, die grundsätzliche Gestaltung Ihres Beets oder Balkons im Auge zu behalten. Nicht nur die farbliche Zusammenstellung sollte harmonisch sein, sondern auch die Verträglichkeit zu benachbarten Stauden sollte gegeben sein.

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Sollte ich die Pflanzen ausgraben, wenn sie verblüht sind?

Bei Tulpen und Narzissen ist es gut, die abgeblühten Blüten auszuknipsen, damit sie keine Saat ansetzen (das kostet die Zwiebel viel Kraft). Grundsätzlich sollte nie das Laub entfernt werden, bevor es ganz trocken und braun ist. Die frühjahrsblühenden Zwiebeln können in der Erde bleiben. Sommerblüher wie Dahlien und Gladiolen nach dem ersten leichten Frost ausgraben und je nach Gattung trocken oder in Erde überwintern.

 

Was tun, damit mehrjährige Pflanzen regelmäßig blühen?

Düngen, düngen, düngen ist hier die Devise. Frühlingsblüher am besten schon im Herbst bei der Pflanzung mit einem nicht zu stickstoffbetonten Volldünger oder Kompost düngen - im Frühling, zur Zeit des Austreibens (und das ist früh, oft vor Mitte März) dann noch mal. Gut geeignet ist dafür Tomatendünger. Dahlien und andere Sommerblüher während der Vegetationszeit düngen. Düngen ist wirklich sehr sehr wichtig!

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Was ist beim Pflanzen von Blumenzwiebeln im Kübel wichtig?

Beachten Sie die Pflanztiefen (wie unter Punkt 7 erläutert) und sorgen Sie dafür, dass die Kübel einen guten Wasserabzug haben. Auch eine ausreichende Düngung ist wichtig.

 

Welche Sorten eignen sich besonders für den Balkon?

Alle, die nicht zu hoch sind (Stichwort: Wind) und die zu den Standortbedingungen des Balkons passen. Besonders schön sind Wildtulpen oder kleine Narzissen. Die kann man mit Hornveilchen kombinieren, wo sie dann durchgucken - wirklich sehr schön.

 

Wie kombiniere ich die Zwiebeln im Beet für eine lange Blütenpracht?

Auch hier sollten Sie zunächst auf die jeweiligen Blütezeiten achten und frühe, mittlere und späte Sorten miteinander kombinieren. Es gibt zum Beispiel neben dem normalen Schneeglöckchen ein ganz besonders frühes, Galanthus elwesii (Elwes-Schneeglöckchen/Großblütiges Schneeglöckchen). Wenn Sie die beiden Arten mischen, haben Sie über eine viel längere Zeit blühende Schneeglöckchen. Ebenso kann man Zierlauch von Mai bis August haben oder Tulpen von März bis Mai.

 

Treiben Zwiebeln zu früh aus, wenn es lange warm und trocken war?

Nein, das glaube ich nicht - viele unserer Zwiebeln brauchen Frost um zu treiben. Sie werden aber insgesamt knapp sein, wenn der vorausgegangene Herbst/Winter viel zu nass war: Dann ist die Gefahr, dass die Zwiebeln in der Erde verfaulen, sehr groß und die Ernte wird geringer ausfallen, als in anderen Jahren.

 

Wie schütze ich mäßig oder gar nicht winterharte Zwiebeln vor Frost?

Häufig ist bei nicht ganz winterharten Sorten eher die Nässe als die Kälte das Problem: Da hilft es, eine Drainage einzubauen. Das bedeutet, dass das Pflanzloch tiefer ausgehoben werden muss um eine Schicht Sand oder Kies unten hineinzugeben. Darauf dann die Blumenzwiebeln setzen. Ansonsten ist sandiger Boden wärmer als lehmiger. Sie können Zwiebeln auch mit Reisig abdecken oder diese, wenn sie ziemlich wenig Frost vertragen, in Töpfen kultivieren, die Sie dann im Herbst frostfrei unterbringen.

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