Pflegetipps

Rasen verbrannt? Das können Sie tun, um ihn zu retten

Oh nein, der Rasen ist verbrannt. Was tun? Mit diesen SOS-Maßnahmen wird er wieder grün.

Ein verbrannter Rasen mit gelben, strohigen Halmen.
Schon nach wenigen heißen Tagen kann der Rasen stellenweise verbrannt sein und sich in eine braune Fläche verwandelt haben. Foto: Boszorka / iStock
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Die Sonne scheint und die Menschen treibt es wieder in ihren Garten. Doch während unsereins die Wärme genießt, verträgt unser Rasen die Hitze nicht besonders gut. Braune Stellen und strohiges, vertrocknetes Gras können die Folge davon sein.

Doch keine Sorge, in unserem Artikel verraten wir Ihnen, wie Sie Ihren verbrannten Rasen retten und optimal auf die nächste Hitzewelle vorbereiten können.

Ursachen für einen verbrannten Rasen und vertrocknete Stellen

Die durch den Klimawandel veränderten Wetterbedingungen bringen einige neue Herausforderungen mit sich, wenn man seine Grünflächen und Gartenpflanzen gut durch die Trockenheit und Dürre-Perioden bringen will.

Vor allem die saftig grüne Rasenfläche dürstet schon noch ein paar Tagen intensiver Sonneneinstrahlung nach Wasser. Gießt man sie nicht, verbrennt sie sehr schnell und braune, dürre Stellen machen sich auf der einst so schönen Grünfläche breit. Hitze und Trockenheit in Kombination mit zu wenig Wasser im Sommer sind also die größten Feinde des Rasens.

Das liegt vor allem daran, dass die Pflanze nur sehr schlecht Wasserreserven speichern kann und in der Regel je nach Grassorte recht flach wurzelt. Ist die Fläche zudem nicht optimal durch regelmäßiges Düngen, Mähen und gegebenenfalls auch Belüften und Vertikutieren gepflegt, fehlen den Wurzeln neben Wasser schnell auch wichtige Mineralstoffe. Das Resultat sind gelbe, strohige Halme sowie eine Zunahme an unerwünschten Unkräutern wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Ampfer oder Moos, die den Rasen weiter verdrängen.

Neben Trockenheit und mangelnder Pflege gibt es noch weitere Ursachen für schnelles Vertrocknen der Grashalme:

  • Ein zu kurzes Mähen auf unter drei Zentimeter.

  • Falsches Bewässern: Gießt man das Gras zu einem ungünstigen Zeitpunkt und es ist noch nass, wenn die Sonne in der Mittagszeit vom Himmel knallt, entsteht ein sogenannter Lupeneffekt und das Gras ist innerhalb weniger Stunden verbrannt.

  • Auch durch zu viel Dünger kann der Rasen unschöne braune Stellen davon tragen. Die richtige Auswahl und eine genaue Dosierung sind hier sehr wichtig.

  • Feuerschalen können ebenfalls zu verbranntem Rasen führen, wenn sich keine Unterlage darunter befindet. Rasen, der durch Feuer verbrannt wurde, muss neu angelegt werden. Wie das gelingt, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung weiter unten.

  • Der Befall von Schädlingen und Krankheiten die Rasengesundheit negativ beeinflussen und zu braunen Stellen führen. Wenn Sie Hitzeschäden ausschließen können, sollten Sie überprüfen, ob Ihre Grünfläche möglicherweise von der Wiesenschnake oder Rasenkrankheiten wie Rasenrost oder Pilzen befallen ist.

Im Video zeigt Selbst-Redakteur und Gartenexperte Gereon Bründt Ihnen, wie Sie Ihrer geschädigten Grünfläche schnell helfen können (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

Video Platzhalter
Video: Floragard

Kann verbrannter Rasen wieder grün werden? SOS-Tipps

Ist es bereits passiert und der Rasen durch die Sonne verbrannt, können Sie ihm mit der richtigen Pflege recht schnell wieder zu grünen Halmen verhelfen.

Unsere Kolleg*innen von Selbst.de haben alle wichtigen Maßnahmen zur Rasenpflege in diesem Kalender zusammengefasst: Rasenkalender: Wann Ihr Rasen welche Pflege braucht

Grundsätzlich ist die Pflanze nämlich sehr hart im Nehmen und beginnt schon innerhalb einer Woche mit der Erholung, wenn die Wurzeln noch intakt sind. Natürlich ist auch die Regenerationsphase je nach Ausmaß der Verbrennung unterschiedlich lang. Sie müssen also ein bisschen Geduld mitbringen und Ihrem Rasen Zeit zur Regeneration geben.

Welche SOS-Tipps Ihren verbrannten Rasen retten können, erfahren Sie in unserer Galerie. Klicken Sie sich einfach durch:

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SOS-Tipps bei verbranntem Rasen
Im ersten Schritt empfiehlt es sich, den Rasen zu bestimmten Zeiten zu gießen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock ( Natalia Misintseva / OksanaTkachova)

SOS-Tipp 1: Gießen Sie Ihren Rasen morgens oder abends, wenn die Sonne untergegangen ist, mit ausreichend Wasser.

Tipp: Zwischen vier und fünf Uhr morgens bildet sich oft ein wenig Tau. Mit dessen Hilfe dringt das Wasser noch besser in den Boden.

SOS-Tipps bei verbranntem Rasen
Die richtige Zeit zum Gießen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Natalia Misintseva / chrupka / AntonioFrancois)

SOS-Tipp 2: Bewässern Sie Ihren verbrannten Rasen zwei bis dreimal pro Woche mit einem Rasensprenger.

Damit das Wasser tief genug eindringt, bietet sich eine Sprengzeit von anderthalb Stunden an.

SOS-Tipps bei verbranntem Rasen
Schonen Sie den angegriffenen Rasen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Natalia Misintseva / OksanaTkachova / Tetiana Lazunova / diane555)

SOS-Tipp 3: Schonen Sie den betroffenen Rasen, indem Sie ihn nicht mähen, auf ihn drauftreten oder auf ihm picknicken, bis er sich wieder erholt hat.

SOS-Tipps bei verbranntem Rasen
Dort, wo der Rasen bereits abgestorben ist, müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Natalia Misintseva / FARBAI)

SOS-Tipp 4: Dort, wo der Rasen bereits abgestorben ist, sollten Sie die toten Grasteile mit einem Gartenrechen grob entfernen. Anschließend lässt sich die Fläche mit sogenannten Rasenpflastern oder Rasenreparatur-Sets in nur wenigen Wochen wieder nutzbar machen.

Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung weiter unten im Artikel.

SOS-Tipps bei verbranntem Rasen
Langzeit-Tipp: Das richtige Nachsäen kann den Rasen fit für den Sommer machen. Foto: Collage von Liebenswert.de & iStock (Natalia Misintseva / OksanaTkachova)

SOS-Tipp 5: Wenn Sie Ihren Rasen nachsäen wollen, ist die beste Zeit dafür im Frühjahr, zwischen März und Mai.

Der Vorteil: So bekommen Sie nicht nur einen schöneren Rasen, sondern machen Ihre Grünfläche gleichzeitig auch fit für den Sommer und weitere Hitze.

Hinweis: Für eine erfolgreiche Keimung ist es wichtig, dass die Bodentemperatur über 10 Grad liegt. Frost, viel Regen oder zu starke Hitze sind nicht förderlich für die Keimung. Achten Sie darauf, die nachgesäte Fläche stets feucht zu halten.

Sollte man verbrannten Rasen düngen?

Unterstützen Sie Ihren Rasen außerdem mit gutem Rasendünger. Hier haben sich organische Rasendünger mit Mikroorganismen gut bewährt.

Der Vorteil zu mineralischen Düngemitteln ist, dass sie in der Regel aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen, den Boden beleben und ungiftig für Mensch und Tier sind.

Lassen Sie sich hierzu in Ihrem örtlichen Gartencenter im Hinblick auf Qualität und Dosierung beraten. Stark geschädigtes Gras kann zusätzlich auch mit einem sogenannten Bodenaktivator gestärkt werden. Hierbei handelt es sich nicht um reinen Dünger, sondern um eine Vielzahl organischer Bestandteile wie zum Beispiel Humus, die die Bodenqualität und das Bodenleben nachhaltig verbessern sollen.

Lesen Sie dazu auch: Rasendünger mit Unkrautvernichter: Top 6 im Vergleich

Wie lange braucht verbrannter Rasen, um sich zu erholen?

Haben Sie den Dünger auf dem Rasen verteilt, können Sie direkt mit dem gründlichen Wässern beginnen. Die Wurzeln brauchen viel Flüssigkeit und der Dünger wird durch das Wässern besser in das Erdreich getragen. Nach spätestens zehn Tagen sollten frische grüne Halme sichtbar werden.

Rasensprenger und Rasendünger
Verbrannter Rasen braucht viel Wasser und auch Dünger. Wässern oder düngen Sie aber falsch, bleibt die Fläche braun. Foto: oxign, iamporpla / iStock

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Rasen neu anlegen

Sollten Sie nach zwei Wochen trotz intensiver Pflege immer noch keine Besserung feststellen, ist Ihr Rasen möglicherweise doch nachhaltiger geschädigt und einige der Wurzeln durch die Trockenheit zerstört worden.

Das ist aber auch kein Weltuntergang, denn mit sogenannten Rasenpflastern oder Rasenreparatur-Sets lässt sich die Fläche in wenigen Wochen wieder nutzbar machen. Folgende Schritte sind zur Rettung Ihrer Grünfläche notwendig:

So retten Sie den Rasen trotz hartnäckiger Schäden

Schritt 1:

Entfernen Sie mit einem Gartenrechen grob die toten Grasteile und rauen Sie den Boden mit einer Harke etwas auf.

Schritt 2:  

Beregnen Sie die Fläche mindestens 15 Minuten mit einem Rasensprenger und lassen Sie die Feuchtigkeit in den Boden einziehen.

Schritt 3:

In der Zwischenzeit können Sie die Rasenpflaster- oder Nachsaat-Mischung mit Blumen- oder Rasenerde mischen. Nehmen Sie je nach Fläche rund 60 Liter Erde für 2 kg Rasensamen.

Schritt 4:

Verteilen Sie die Erde-Samen-Mischung auf dem verbrannten Teil des Rasens. Wenn Sie die Samen nicht mit einem Streuwagen oder Schleuderstreuer ausgebracht haben, können Sie die Mischung mit einem groben Besen verteilen.

Ihnen fehlen noch die richtigen Rasensamen? Dann könnte dieser Artikel für Sie interessant sein: Rasensamen-Test: Empfehlungen für dichtes Gras

Schritt 5: Wässern Sie die frisch eingesäte Fläche mit einem feinen Strahl oder Sprenger, damit die Samen nicht weggespült werden.

Hinweis: Rasenkeimlinge können sich in den ersten Wochen nach der Aussaat noch nicht alleine mit Wasser versorgen, weil ihre Wurzeln noch zu klein sind. Ein tägliches Bewässern der neu gesäten Fläche, bestenfalls am Abend, ist daher erforderlich. Nach der Keimphase, wenn Sie erste Halme sehen, meist nach sieben bis zehn Tagen reicht es, wenn Sie den Rasen alle vier Tage wässern.

Tipps zu Rasenpflaster- und Nachsaatmischungen

Rasenreparatur-Mischungen bestehen in der Regel aus schnell wachsenden Grassorten. Ein Vorteil hierbei ist, dass der Rasen innerhalb weniger Wochen wieder grün und nutzbar ist. Sie sind im Vergleich zu Standard-Mischungen meist etwas teurer, können aber sofort ausgesät werden.

Wenn Sie große Teile der Fläche nachsäen wollen, hat es sich bewährt, eine an den Standort angepasste, hochwertige Rasenmischung mit Grassorten zu wählen, die tiefer wurzeln. Hiermit sollten Sie dann bis September oder auf das Frühjahr warten.

Verbrannten Rasen vermeiden: Tipps und Tricks

Damit sie künftig keine Probleme mehr mit verbranntem Rasen haben, sollten Sie folgende Tipps und Tricks berücksichtigen:

  • Gießen Sie Ihren Rasen bei hohen Temperaturen und viel Sonne mindestens zwei bis dreimal pro Woche, bestenfalls am Abend, mit einem Rasensprenger, der die Grünfläche gleichmäßig bewässert. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die ersten zehn bis 15 Zentimeter des Bodens gut durchfeuchtet sind.

  • Vermeiden Sie das Rasenmähen und Gießen in der Mittagshitze. Auch Ersteres sollte erst nach Sonnenuntergang oder frühmorgens passieren. Eine Schnitthöhe von vier Zentimetern sollte beim Mähen nicht unterschritten werden, damit die Rasenpflanze noch genug Kraft zum Wachsen hat.

  • Achten Sie auf eine regelmäßige Rasenpflege! Damit Sie lange Freude an Ihrer Grünfläche haben und Ihr Rasen über die Jahre immer widerstandsfähiger wird, sollte Sie ihn zwei- bis dreimal im Jahr mit einem organischen Dünger düngen und den Boden stetig verbessern. Hierzu kann das Lüften oder Aerifizieren des Rasens, sowie das Ausbringen von Kalk, Rasensand bzw. -erde und Bodenaktivator mit natürlichen Mykorrhiza-Pilzen hilfreich sein. Bei stark verwachsenem Rasen kann vertikutiert werden.

Hitzebeständige Grassorten: So beugen Sie Hitzeschäden vor

Um die Grünfläche auch in den kommenden Jahren auf die immer heißer werdenden Sommer einzustellen, lohnt es sich, bei der Nachsaat genau auf die Zusammensetzung der Rasenmischung zu schauen.

Hersteller bezeichnen die Saatmischungen, die sich für besonders trockene und sonnige Flächen eignen als Trockenrasen. Enthalten sind meist Grassorten wie Rotschwingel, Rohr-Schwingel oder Wiesen-Rispengras, die im Vergleich zu klassischen Sport- und Spielrasengräsern deutlich tiefer wurzeln und sich so länger selbst Wasser und Nährstoffen aus den tieferen Bodenschichten ziehen können.

Wenn Ihnen die Rasenpflege schon seit jeher ein eher leidiges Thema ist, könnten Kleerasen oder Kräuterrasen gute Alternativen für Sie sein. Beim Kleerasen handelt es sich um Saatmischungen, denen Mikroklee-Sorten beigemischt sind.

Meist sind es Weißkleesorten, die ähnlich strapazierfähig wie Spielrasensaaten sind und besonders niedrig wachsen. Beste Zeitpunkte für die Aussaat sind im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst ab September.

Im MDR Garten-Podcast "Komm mit in den Garten", Folge 44, klärt Gartenexpertin Brigitte Goss über die Vorteile eines Kräuterrasens auf. In der Rasenmischung seien meist flachwachsende Kräuter wie Schafgarbe, Thymian oder Wiesensalbei enthalten Die robuste Kräutergrünfläche müsse nur selten gemäht werden, benötige aber einen nährstoffarmen Untergrund, so die Expertin im Gespräch mit Kleingärtnerin Nadine Witt. Für nicht so stark ausgelastete Bereiche im Garten klingt der Kräuterrasen nach einer pflegeleichten und gut riechenden Alternative.