Erkältungszeit

Nasennebenhöhlenentzündung: Wenn der Schnupfen wandert

Wenn der Schnupfen wandert, kommt es zu einer schmerzhaften Nasennebenhöhlenentzündung. Mehr als eine verstopfte Nase: Ein Druckgefühl hinter der Stirn und Kopfweh deuten auf einen tiefergehenden Infekt hin.

Video Platzhalter
Video: extern

Erkältungen sind im nasskalten Herbst wieder auf dem Vormarsch. Ein Schnupfen ist aber manchmal nur der Anfang - wer nicht aufpasst, handelt sich schnell eine Nasennebenhöhlenentzündung ein. Wie Sie sich davor schützen und warum Salz hilft, erläutert unser Experte, Dr. Michael Bohndorf.

Trockene Luft begünstigt die Nasennebenhöhlenentzündung

Jeder siebte Deutsche hat mindestens einmal pro Jahr eine sogenannte Sinusitis. Diese Entzündung der Nasennebenhöhlen tritt meist im Herbst oder Winter auf. "Das feuchte ungemütliche Wetter einerseits und kuschelig warme Wohnräume andererseits bieten ideale Voraussetzungen für eine Infektion", so Dr. med. Michael Bohndorf, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Düsseldorf. Denn bei niedrigen Temperaturen ist das Immunsystem angreifbarer. Heizungsluft hingegen trocknet die Schleimhäute aus, Krankheitserreger können sich dann leichter dort einnisten. Eine Erkältung ist die Folge.

Kopfschmerzen können ein Warnzeichen sein

Wird ein Schnupfen nicht richtig auskuriert, kann er weiterwandern: "Der Infekt breitet sich über die Nase in den Nebenhöhlen aus", so Dr. Bohndorf. Sie sind über enge Gänge miteinander verbunden. Entsteht auf diese Weise eine akute Sinusitis, zählen eine verstopfte Nase, Schnupfen, Mattigkeit und ein Druckgefühl hinter Stirn und Wangenknochen zu den typischen Symptomen. Der Druck wird übrigens größer, wenn man sich vornüberbeugt. Hinzu kommt oft Kopfweh.

Salz desinfiziert und wirkt beruhigend

Eine Sinusitis lässt sich - vor allem im Anfangsstadium - gut mit natürlichen Mitteln behandeln: Wohltuend wirken salzhaltige Sprays (Apotheke) oder Nasenduschen mit Meersalzlösungen (Drogerie). Sie reinigen Nase und Nebenhöhlen von Sekreten, wirken desinfizierend sowie entzündungshemmend, feuchten die Schleimhäute an und beruhigen diese.

Mehr zum Thema: Darauf sollten Sie bei der Anwendung von Nasenduschen achten

Nach einer Woche den Arzt aufsuchen

Läuft die Nase zu stark, helfen Sprays mit gefäßverengenden Substanzen (Apotheke). Diese bewirken, dass die Nasenschleimhaut für ein paar Stunden abschwillt. Sie sollten jedoch höchstens sieben Tage lang verwendet werden, da sie schnell zu einer Gewöhnung führen. Nach spätestens einer Woche wird ohnehin von der weiteren Selbstbehandlung abgeraten: "Ist nach ein paar Tagen keine Besserung spürbar oder kommen starke Schmerzen hinzu, so sollte der HNO-Arzt aufgesucht werden. So verhindert man, dass chronische Entzündungen entstehen", sagt Dr. Bohndorf.

Auch auf die Art der Erreger kommt es an

Der Facharzt kann durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) und gegebenenfalls eine Ultraschall-Untersuchung feststellen, wie weit sich der Infekt ausgebreitet hat. Entscheidend sind auch die Verursacher: Etwa zwei Drittel aller Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren ausgelöst. Dann verordnet der Arzt Medikamente mit speziellen pflanzlichen Wirkstoffen oder Kortison-Sprays gegen die Entzündung. Nur bei hartnäckigen bakteriellen Infektionen sollten Antibiotika eingesetzt werden.

Atemwegsleiden frühzeitig vorbeugen

Wichtig sind zudem körperliche Schonung und ausreichend Schlaf. Damit es jedoch gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie pro Tag mindestens 1,5 Liter Wasser trinken. Dann bleiben die Schleimhäute feucht und abwehrfähig. Vitaminreiche Kost und 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft pro Tag sind wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahmen. Denn, so Dr. Bohndorf: "Je stärker das Immunsystem, desto schwerer haben es Infektionen."

Quelle: Das Neue

Diese Themen könnten Sie auch interessieren: