Liebenswert wird geladen...
Gefahr für die Gesundheit

Nahrungsergänzungsmittel sind oft viel zu hoch dosiert

Auf Vitaminpräparate zurückzugreifen, kann der Gesundheit schaden. Was Sie unbedingt über Nahrungsergänzungsmittel wissen sollten, lesen Sie hier.

Vitamine und andere Nährstoffe (Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und Co.) sind für uns lebenswichtig und wir können unseren Bedarf in der Regel über unsere Nahrung decken. Doch manchmal fällt es vielleicht schwer, sich ausgewogen genug zu ernähren und viele Verbraucher denken, sie könnten ergänzend zu den Mahlzeiten mithilfe spezieller Präparate ein mögliches Defizit ausgleichen - so lautet zumindest das Versprechen dieser Produkte.

Allerdings sollten Sie dabei vorsichtig sein, denn Stiftung Warentest* stellte bereits 2017 bei der Untersuchung von Vitaminpräparaten fest, dass einige von ihnen zum Teil viel zu hoch dosiert sind - und das kann unserem Körper schaden.

Mehr zum Thema Immunsystem aufbauen: So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte auf natürliche Weise

Überdosierung um die bis zu 34-fache Vitaminmenge

Im Test wurden seinerzeit 35 Mittel aus Apotheken, Reformhäusern, Drogerien, Supermärkten und aus einem Online-Shop überprüft - 26 davon überschritten die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tagesdosis von Vitaminen in Nahrungsergänzungsmitteln. In 10 Produkten lag die Dosis sogar "drastisch" über der jeweils empfohlenen Höchstmenge. So gibt Stiftung Warentest an, dass bei zwei Präparaten mehr als 17 mal so viel Vitamin E enthalten ist wie das BfR raten würde. Ein Produkt wies sogar 34 mal so viel Vitamin K auf wie empfohlen. Insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K ist eine Überdosierung problematisch, weil sie sich im Körper anreichern.

Wann können uns Nahrungsergänzungsmittel gefährlich werden?
Wann können uns Nahrungsergänzungsmittel gefährlich werden? GrigoryLugovoy / iStock

Auch eine Untersuchung der Verbraucherzentralen, die speziell Magnesium-Präparate überprüft hatte, war schon 2016 zu dem Schluss gekommen, dass 64 Prozent dieser Produkte zu hoch dosiert waren.

Lesen Sie auch: Die 5 größten Ernährungsmythen

Mögliche Folgen von Nahrungsergänzungsmitteln

Zu viel Vitamin K im Organismus kann auf lange Sicht gesehen unter anderem dazu führen, dass die Wirkung einiger gerinnungshemmender Medikamente (Blutverdünner) herabgesetzt wird. Die empfohlene Tagesdosis laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt hier bei 0,065 Milligramm für Frauen über 50. Eine deutlich zu hohe Menge an Vitamin A (empfohlene Tagesdosis laut DGE: 0,8 mg) kann nicht nur Kopfschmerzen, sondern unter anderem auch Haut- und Leberprobleme nach sich ziehen. Außerdem geht man davon aus, dass eine Überdosis zu einer geringeren Knochendichte führen kann - insbesondere Frauen nach der Menopause sollten deshalb die Einnahme von zu viel Vitamin A vermeiden.

Auch für Sie interessant: Vitamin-D3-Mangel erkennen und richtig ausgleichen

Vitaminpräparate werden nicht so streng geprüft wie Medikamente

Wer sich beim Kauf von entsprechenden Produkten auf der sicheren Seite wähnt, da diese ja für die Gesundheit bestimmten Mittel sicher genau überprüft würden, der irrt leider: Nahrungsergänzungsmittel werden als Lebensmittel betrachtet. Das bedeutet, dass sie in erster Linie unter hygienischen Gesichtspunkten, hinsichtlich ihrer Beschriftung und Verpackung begutachtet werden. Was als Lebensmittel angeboten wird, benötigt keine Zulassung. Hersteller werden auch nur stichprobenartig von der Lebensmittelüberwachung geprüft, verbindliche Höchstgrenzen für Mikronährstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland (noch) nicht.

Überlegen Sie deshalb besser genau, ob Sie tatsächlich zu entsprechenden Präparaten greifen möchten - und falls Sie es tun, achten Sie beim Kauf darauf, dass diese die Vorschläge des Bundesinstituts für Risikobewertung hinsichtlich der Vitamin- und Mineralstoffhöchstmengen solcher Produkte einhalten. Das BfR gibt darüber hinaus allerdings an, dass eine Nahrungsergänzung zwar in Einzelfällen sinnvoll sein und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen kann (zum Beispiel bei bestimmten Krankheiten, Appetitverlust und Beschwerden beim Schlucken), aber: "Nichtsdestotrotz ist und bleibt die beste Ernährungsstrategie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Nahrungsergänzungsmittel sind dafür kein gleichwertiger Ersatz."

* Wenn Sie sich für konkret getestete Produkte und ihr Abschneiden in der Prüfung durch Stiftung Warentest interessieren, finden Sie den vollständigen Test gegen Gebühr von 50 Cent unter www.test.de.

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';