Tipps und Tricks

Mäuse fangen: So werden Sie die lästigen Untermieter los

Mäuse im Haus können zum Problem werden. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Fangen und Vertreiben beachten müssen.

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Mäuse im Haus: Hygiene- und Materialschädlinge

Ein unangenehmer Geruch aus dem Keller oder der Vorratskammer und Kratzgeräusche in der Nacht, können darauf hindeuten, dass Mäuse es sich bei Ihnen zu Hause bequem gemacht haben. Die kleinen Nagetiere können leicht zu einer richtigen Plage werden, weil sie sich bei ausreichend Futterangebot massenhaft vermehren, durch Anknabbern erhebliche Materialschäden an Kabeln, Vorräten und Gehölz verursachen und zudem Krankheiten und Parasiten übertragen können. Deshalb verraten wir Ihnen im Text, wie Sie Mäuse fangen

Sinkende Temperaturen sorgen dafür, dass die anpassungsfähigen Schädlinge einen schützenden Unterschlupf suchen, der ihnen auch Nahrung in unmittelbarer Nähe verschafft. Durch Mauerdurchlässe, Ritzen und Fugen gelangen die Mäuse dann nicht selten direkt in die Vorratskammer, wo sie sich pudelwohl fühlen. Sie erkennen einen Befall neben den oben genannten Anzeichen auch an einer Kotverschmutzung.

Außerdem können angenagte Lebensmittelverpackungen und Laufspuren ein Indiz sein, denn Mäuse bevorzugen die gleichen Wege. Da die kleinen ungebetenen Gäste auch Krankheiten wie Toxoplasmose übertragen können und erhebliche Schäden anrichten, sollten Sie die Mäuse schnellstmöglich fangen und loswerden.

Lesen Sie hier auch: Marder vertreiben: Mit diesen Tricks gelingt es

So erkennen Sie einen Befall

Doch woran erkennt man, dass man Mäuse in den eigenen vier Wänden zu Besuch hat? Das sind die typischen Schäden, die entstehen, wenn Mäuse sich bei ihnen eingenistet haben: 

  • Lebensmittel sind angefressen

  • auf dem Boden oder auf Lebensmitteln befinden sich Exkremente

  • Nagespuren an Einrichtungsgegenständen

  • Materialien wie Stoff oder Papier werden stark beschädigt (Mäuse nutzen dies zum Auspolstern ihres Nestes)

  • Nagen an elektrischen Leitungen kann zu Kurzschlüssen oder sogar Bränden führen

Dr. Christian Klockhaus - Foto: © Rentokil Initial

Unser Experte zum Thema Schädlingsbekämpfung

Dr. Christian Klockhaus ist Director Science & Technology des Unternehmens Rentokil Initial, Marktführer für Schädlingsbekämpfung in Deutschland. Er weiß, wieso es so wichtig ist, den Mäusebefall rechtzeitig in den Griff zu kriegen. 

Hat man derartige Hinweise oder die flinken Nager im Garten oder sogar im Haus gesehen, gilt es nach Klockhaus dies nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern schnell zu handeln. Denn Mäuse vermehren sich rasant.

"Durchschnittlich vier- bis achtmal im Jahr zeugt eine einzige Maus vier bis acht Junge", so Dr. Christian Kockhaus, Director Science & Technology beim Schädlingsbekämpfer Rentokil.

Das Problem würde sich also nur potenzieren, je länger man wartet

Mäuse fangen: Welche Fallen eigenen sich?

Um den kleinen Nagern einen schmerzvollen Tod zu ersparen, der auch aus tierschutzrechtlichen Gründen kritisch zu hinterfragen ist, verzichten wir auf Schlagfallen, bei denen der Maus das Genick gebrochen wird und Mäusegift, welches die Maus innerlich verbluten lässt unt tötet. 

Wir setzen stattdessen auf Lebendfallen, die sie - wie der Name schon sagt - nicht qualvoll töten.

Auch hier sei gesagt, dass die Mausefallen nach dem Aufstellen regelmäßig kontrolliert werden müssen, weil Mäuse sich in den kleinen Käfigen sehr unwohl fühlen und stark unter dem Stress leiden.

Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie die Mausefalle funktioniert und was Sie beim Aufstellen beachten müssen: 

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Mäuse fangen mit der Lebendfalle
Damit die Maus die Falle findet, muss sie am richtigen Ort platziert werden. Foto: Liebenswert.de/Lena Matrosova

In den meisten Fällen bestehen Lebendfallen aus einem kleinen Metallkäfig, der auf ein Holzbrett geschraubt ist (siehe Abbildung). Wichtig ist es, die Falle am richtigen Ort einzusetzen, damit die Maus diese auch findet. Stellen Sie sie am besten auf den Laufwegen der Maus auf.

Diese erkennen Sie an Kotplätzen und Laufspuren. Platzieren Sie im nächsten Schritt dann den richtigen Köder. 

Mäuse fangen mit der Lebendfalle
Was die wenigsten wissen: Mäuse lieben nicht nur Käse, sondern auch Erdnussbutter. Foto: Liebenswert.de/Lena Matrosova

Damit die Maus ins Innere der Falle gelockt wird, empfiehlt es sich einen Köder, z.B. ein Stück Käse oder etwas Erdnussbutter, in die Lebendfalle zu legen. Nun müssen Sie nur noch warten, bis das Tier auf den Köder und damit die Falle aufmerksam wird.

Wichtiger Hinweis: Überprüfen Sie bitte regelmäßig, ob sich eine Maus in die Lebendfalle verirrt hat, denn die kleinen Nagetiere fühlen sich in kleinen Käfigen sehr unwohl und leiden unter starkem Stress. 

Mäuse fangen mit der Lebendfalle
Die Maus sollte nicht lang in der Lebendfalle eingeschlossen sein, sonst bekommt sie Angst. Foto: Liebenswert.de/Lena Matrosova

Beim Fressen des Köders sollte die Maus nun einen Mechanismus auslösen, der die Eingangsöffnung verschließt. Ist das Stück Käse vertilgt, sollte sich das Tier sicher in der Mausefalle befinden. 

Mäuse fangen mit der Lebendfalle
Im letzten Schritt entlassen Sie die Maus wieder in die Freiheit. Foto: Liebenswert.de/Lena Matrosova

Haben Sie die Maus gefangen, müssen Sie sie nur noch richtig aussetzen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Sie sie mindestens 100, besser noch 500 Meter entfernt von Ihrem Haus aussetzen. Anderenfalls könnte sie den Weg zurückfinden. 

Dr. Klockhaus gibt zum Thema Lebendfallen zu bedenken: "Lebendfallen sind generell kritisch zu sehen und gehen oft einher mit falsch verstandener Tierliebe." Die Maus draußen auszusetzen, berge die Gefahr, dass sie über bekannte Wege wieder ins Haus zurückkehrt oder zum Nachbarn läuft. Er gibt außerdem zu Bedenken: "Die Mäuse im Fangbehälter qualvoll verhungern zu lassen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz." 

Wenn Sie sich also für eine Lebendfalle entscheiden, beachten Sie sie unbedingt, diese regelmäßig zu überprüfen und die Maus, direkt nachdem Sie sie gefangen haben, weit entfernt vom Haus auszusetzen.

Professionelle Hilfe holen bei starkem Befall

Sollte bereits ein starker Befall vorliegen, sollten unbedingt Profis eingeschaltet werden.

Als Experte für Schädlingsbekämpfung erklärt Dr. Klockhaus, es gäbe noch weitere Methoden, den Mäusebefall nachhaltig in den Griff zu bekommen: "Wir von Rentokil sind Experten auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfung und bieten auch Privathaushalten eine Bandbreite modernster Systeme zur Mäusebekämpfung. Dazu gehören Köder- und Detektionsboxen mit Präparaten, die wir auf den individuellen Befall zuschneiden." 

So gelinge es, Mäuse effektiv, zügig und im Einklang mit dem geltenden Tierschutzgesetz zu bekämpfen. 

Rentokil gibt auf der eigenen Website auch Erste Hilfe bei dem Verdacht auf Mäusebefall: Maus im Haus

Köder für Mausefallen: Die besten fünf Leckereien

Mäuse fangen ist mit dem richtigen Köder gar nicht so schwer.
Gefangene Mäuse sollten mehrere 100 Meter vom Haus entfernt in die Freiheit entlassen werden, damit sie nicht zurückkommen. Foto: NeagoneFo / iStock

Die Frage nach dem richtigen Köder hat schon einige wohlwollende Mäusefänger in die Verzweiflung getrieben, denn so einfach ist das Bestücken der Falle gar nicht. Grundsätzlich gelten Mäuse als Allesfresser.

Das macht die Optionen der Köder für die Mausefalle nahezu unüberschaubar.

Wie lockt man Mäuse aus dem Versteck?

Hierbei ist richtige Köder das A und O. Wer jetzt in dem Glauben ist, dass man Mäuse natürlich ganz klar mit einem Stück Käse fängt, sollte sich davon nicht zu viel erhoffen. Deutlich effektiver und attraktiver sind folgende fünf Köder.

Hinweis: Da auch Mäuse unterschiedliche Geschmäcker haben, liegt hinter unserer Top-Fünf keine Rangfolge. Mit allen genannten Ködern wurden schon Erfolge beim Mäusefangen erzielt:

Was fressen Mäuse?

  • Nuss-Nougat-Creme

  • Erdnussbutter

  • Angebratener Speck

  • Mehl

  • Nüsse (Walnuss oder Haselnuss)

Wer hätte gedacht, dass Mäuse sich mit süßer Schokocreme anlocken lassen? Auch interessant ist die Verwendung von Mehl als Köder. Das Mehl wird hierbei auf und um den Auslöser der Falle, sowie um die gesamte Falle gestreut. Offensichtlich mögen Mäuse das Mehl so sehr, weil es für sie schnell zu fressen ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Maus beim Fressen zu einer höheren Wahrscheinlichkeit den Auslöser der Falle berührt. Wenn Sie lieber auf das Sprichwort 'Mit Speck fängt man Mäuse' setzen wollen, empfiehlt es sich, das Speckstück kurz mit einem Feuerzeug zu flambieren.

Mäuse fernhalten: Das sollten Sie beachten

Natürlich ist das Mäuseproblem mit dem einfachen Fangen und Aussetzen der Tiere nicht getan. Damit aus den einzelnen Untermietern keine ernstzunehmende Plage wird, sollten Sie der Ursache für das Eindringen der Nager auf den Grund gehen. Sämtliche Löcher, Ritzen und Kellerfenster sollten so gut und schnell es geht mäusesicher gemacht werden.

Bestenfalls sollte auch der Vorratsraum für das Tier unzugänglich sein, denn wenn sie kein übermäßiges Nahrungsangebot finden, vermehren sie sich auch nicht so rasant.

Befinden sich die Mäuse in den Wintermonaten jedoch in einem warmen Keller mit nahe gelegenem Schlaraffenland, werden sie sich schnell vermehren und für Sie zur Plage werden. Für Türspalte gibt es zum Beispiel Gummilippen, die Abhilfe schaffen können. Außerdem können Vorräte durch Glas-, Metall- oder festen Kunststoffbehälter geschützt werden.

Tipp aus der Redaktion:

Stark riechende Lebensmittel, wie zum Beispiel Bananenchips, sollten an mäusesicheren Orten oder in Glasdosen aufbewahrt werden. Anderenfalls knabbern sich die Mäuse Nacht für Nacht stetig durch den Kunststoff, um an ihre Nahrung zu gelangen. Die Nager können wirklich sehr ausdauernd sein!

Mäuseplage vorbeugen: Mit diesen Hausmitteln

Da Mäuse sich bei einem reichhaltigen Nahrungsangebot rasant vermehren und innerhalb eines Jahres rund 2000 Nachkommen produzieren können, ist auch der Einsatz von Hausmitteln zur Vorbeugung eine mögliche Alternative. Natürlich gibt es hier keine Wirksamkeitsgarantie, aber ein Versuch ist es definitiv wert.

Wenn Sie eine Katze im Haus haben, haben Sie bereits das perfekte Hausmittel, denn selbst der Geruch schreckt Mäuse bereits ab. Auch das bloße Katzenstreu soll Mäuse bereits vertreiben, wenn Sie ein Säckchen voll davon in der Nähe des Nestes platzieren. Viele Katzen jagen und fangen die Nager auch und dezimieren so ihren Bestand. Doch wer sich nicht allein auf den Jagdinstinkt seiner Katze verlassen möchte, kann auch noch auf weitere Hausmittel zurückgreifen. 

Weitere Hausmittel, die zur Prävention eingesetzt werden können, sind zudem Chilischoten, GewürznelkenPfeffer, Terpentin und Kräuterpflanzen wie Kamille, Minze oder Oleander.

Sollten Hausmittel keine Wirkung zeigen, kann es sich empfehlen, ein Unternehmen zu beauftragen, dass ich mit der Bekämpfung von Schädlingen auskennt. 

Mäuse können Krankheiten übertragen

Auch wenn Mäuse durch ihre geringe Größe und die Scheue vor Menschen meist gar nicht wirklich von uns wahrgenommen werden, sollten sie nicht unterschätzt werden. Unser Experte Dr. Christian Klockhaus weiß: "Mäuse sind Überträger einer Reihe gefährlicher Krankheitserreger."

Haben die Mäuse erst einmal Fäkalien auf Oberflächen und auf Gegenständen des täglichen Bedarfs hinterlassen, können die darin enthaltenen Bakterien und Viren durch Kontakt mit der Haut, den Schleimhäuten oder sogar durch das bloße Einatmen unbemerkt in unseren Organismus gelangen. 

Hausmäuse sind laut Dr. Klockhaus häufig verantwortlich für Salmonellen, Typhus oder der Weilschen Gelbsucht. "Sie können aber auch Allergien und Asthma auslösen oder verstärken."

Laut Umweltbundesamt ist der Hausmaus eine große medizinische Bedeutung bei der Übertragung von Toxoplasma gondi, dem Erreger der Toxoplasmose, zuzuschreiben. Bei Erwachsenen und nicht immungeschwächten Personen verlaufe diese Krankheit in der Regel zwar symptomlos, aber für Schwangere stelle diese Infektion aber ein erhebliches Risiko für Missbildungen des Kindes und Fehlgeburten dar, erklärt Dr. Klockhaus. Auch Ihre Haustiere, insbesondere Katzen, können sich mit dieser Krankheit anstecken, wenn sie Mäuse fangen.

Sollten Sie Sorge haben, besprechen Sie dieses Thema am besten mit Ihrem Arzt.

So schützen Sie sich

Die gute Nachricht: Es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, die Sie treffen können. Beim Beseitigen von Mäusekot oder Mäusen sollten Sie immer Handschuhe und eine Atemschutzmaske tragen, um sich so gut es geht vor einer Infektion zu schützen.

Weitere mögliche Krankheiten: 

Eine Hantavirus-Infektion, die meist nicht über die Hausmaus, sondern die sogenannte Rötelmaus übertragen wird, bleibt anfangs meist unerkannt, weil sie sich zu Beginn nur mit grippeähnlichen Symptomen äußert. In weiteren Krankheitsstadien kann der Betroffene mehrtägig anhaltendes Fieber, Gliederschmerzen, bis hin zu akutem Nierenversagen bekommen. Die Infektion ist bei den Behörden meldepflichtig. Das Problem: Bisher gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gegen das Virus, also sollten Sie unbedingt darauf achten sich, Familienmitglieder sowie ihre Haustiere vor einer Infektion zu schützen. 

Durchschnittlich hat sich laut des Robert Koch-Instituts jedoch nur knapp 1% der Bevölkerung in Deutschland nachweislich mit dem Hantavirus infiziert. 

Eine weitere Infektionsgefahr besteht nach einem Mäusebiss. Fühlen sich die Nager zum Beispiel beim Aussetzen bedroht, kann es zu einem Biss kommen. Da sich im Maul der Nager unzählige Bakterien befinden, sollte die Wunde sofort gründlich desinfiziert und bei einem Arzt vorgestellt werden. In einigen Fällen ist das Auffrischen der Tetanusimpfung notwendig. Auch das Auftreten einer Blutvergiftung ist möglich, weshalb die Bisswunde in der Folgezeit beobachtet werden sollte.

Quellen

  • Rentokil Initial Schädlingsbekämpfung, Dr. Christian Klockhaus, Director Science & Technology

  • RKI, Robert Koch-Institut