Mülltrennung Biomüll: Was darf in die Biotonne, was nicht?

Mülltrennung ist gar nicht so einfach! Wir klären Sie darüber auf, welcher Abfall wirklich in die Biotonne gehört und was Sie sonst noch über den Biomüll wissen sollten. 

Biomüll im Bioabfalleimer
Biomüll ja oder nein? Manchmal ist es komplizierter als gedacht.
Inhalt
  1. Was darf in die Biotonne?
  2. Diese Abfälle gehören nicht in den Biomüll
  3. Bioabfall sammeln, aber wie?
  4. Darf mein Grünschnitt in die Biotonne?
  5. Was passiert mit meinem Biomüll? 

Mülltrennung ist ein wichtiges Thema und doch ist es nicht immer einfach zu entscheiden, welcher Abfall denn nun in welche Tonne kommt. Insbesondere bei Mischverpackungen wie Milchtüten scheiden sich die Geister und auch die gekochten Essensreste dürfen nicht ungefragt überall in der Biotonne landen. Damit Sie sich künftig sicher sein können, geben wir Ihnen hier eine Übersicht.

Lesen Sie dazu auch: Was darf ins Altpapier, was nicht?

 

Was darf in die Biotonne?

Seit Anfang 2015 müssen Städte und Gemeinden in Deutschland dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, Küchen- und Grünabfälle getrennt vom restlichen Müll zu sammeln und zu entsorgen. Dafür wurde vielerorts die braune Biotonne eingeführt, die in regelmäßigen Abständen abgeholt wird. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit Abfall, der in die Biotonne gehört, allerdings ist diese Liste nicht verbindlich. Wie der NABU erklärt, hängt es in jeder Kommune davon ab, welche Verwertungsmöglichkeiten die Anlagen vor Ort aufweisen. Erkundigen Sie sich daher gerne bei Ihrer Abfallberatung vor Ort, die Sie auch telefonisch kontaktieren können. 

  • Brot- und Backwarenreste
  • Obst und Obstreste
  • Gemüseabfälle und –reste, wie zum Beispiel Kartoffelschalen
  • Knochen
  • Eierschalen
  • Schnittblumen und Topfpflanzen mit Erde
  • Federn und Haare
  • Teebeutel und Teereste
  • Salatreste
  • Nussschalen
  • Milchproduktreste
  • Käsereste
  • Gartenabfälle, wie zum Beispiel Unkraut, Baumschnitt, Moos oder Grasschnitt
  • Kleine Mengen Heu oder Stroh
  • Holzspäne
  • Kleintierstreu und Kleintierexkremente
  • Speisereste roh, gekocht oder verdorben, zum Beispiel in Küchenkrepp eingewickelt
  • Kaffee-Filtertüten und Kaffeesatz
  • Fleisch und Wurstreste
  • Fischreste und –gräten
  • Bioabfall-Sammeltüten aus Papier (!)
Was darf in die Biotonne, was nicht?
Die Grafik gibt einen Überblick, was in die Biotonne gehört und welche Abfälle besser draußen bleiben sollten. 
 

Diese Abfälle gehören nicht in den Biomüll

Folgende Abfälle gehören nicht in die Biotonne, weil Sie entweder unverwertbar für die Biomüllverwertungsanlagen sind oder eindeutig einer anderen Tonne zugeordnet werden können:

  • Asche
  • Draht oder Blumendraht
  • Blumentöpfe
  • Einweggeschirr oder –besteck aus Kunststoff
  • Hunde- oder Katzenkot
  • Katzenstreu
  • Windeln, Watte, Wattestäbchen, Binden, Tampons oder andere Hygieneartikel
  • Glas, Keramik und Porzellan
  • Altpapier, wie zum Beispiel Pappe, Papiertaschentücher, Servietten oder Zeitungspapier
  • Tapeten
  • Staubsaugerbeutel
  • Teppich
  • Textilien
  • Putzlappen oder –tücher
  • Verbandmaterial
  • Gummiartikel
  • Kerzenreste
  • Leder
  • Verbundverpackungen, wie zum Beispiel Milchtüten
  • Spanplattenholz
  • Plastiktüten
  • Medikamente
  • Geschenkband
 


Bioabfall sammeln, aber wie?

Wer sich mit Mülltrennung beschäftigt und der Umwelt zuliebe daran hält wird schnell feststellen, dass weit mehr Biomüll anfällt als erwartet. Alle organischen Abfälle können in der braunen Biomülltonne entsorgt werden und insbesondere von Speisereste oder verdorbene Früchten kann ein übler Geruch ausgehen, wenn sie in den Sommermonaten im Biomülleimer auf ihre Abholung warten. Auch Rasenschnitt und andere Gartenabfälle sondern einen unangenehmen Geruch ab, wenn sie länger an Ort und Stelle verbleiben. 

Um den Biomüll dennoch möglichst angenehm zu sammeln haben sich folgende Handgriffe bewährt:

  1. Sammeln Sie die Küchenabfälle in einem kleineren, gut verschließbaren Abfallbehälter, den Sie in der Küche deponieren können.
  2. Um Feuchtigkeit aufzusaugen können Sie ein Küchenkrepp auf den Boden des Eimers legen.
  3. Speisereste können in Zeitungspapier ohne bunten Druck eingewickelt werden, um die Bildung von Maden zu verhindern.


Für Rasenschnitt gibt es spezielle Papiertüten, die zur Aufbewahrung dienen können und in einigen Gemeinden ebenfalls abgeholt werden. Alternativ empfiehlt sich bei Gartenabfällen die direkte Entsorgung in der braunen Biotonne. 

Auch sehr interessant: Porzellan und Glas entsorgen: Was darf in den Container, was nicht?

 

Darf mein Grünschnitt in die Biotonne?

Kleinere Mengen Rasenschnitt sind ganz unproblematisch in der Biotonne zu entsorgen. Schwierig wird es hingegen, wenn größere Mengen an gemähtem Rasen oder anderen Grünabfällen anfallen. Hiermit ist die Tonne schnell gefüllt und nicht jede Verwertungsanlage ist auf Gartenabfälle ausgelegt. Informieren Sie sich bei Ihrer örtlichen Abfallberatung, ob es saisonale Sammelstellen für Rasenschnitt oder Laub gibt oder wo Sie dafür vorgesehene Säcke erhalten. 

Kenn Sie schon diese Müll-Mythen? (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

 
 

Was passiert mit meinem Biomüll? 

Für die Verwertung des Bioabfalls gibt es für gewöhnlich zwei verschiedene Anlagen. In der Biovergärungsanlage wird der Biomüll zu Beginn in einem Sortiervorgang maschinelle sortiert und gesiebt. Plastik oder andere Störstoffe werden aussortiert. Anschließend wird der Bioabfall für die Vergärung vorbereitet. Beim Vergärungsprozess wird Biogas gewonnen, welches genutzt werden kann. Der Gärrest wird in der Regel entwässert und der feste Teil kann als Kompost, der flüssige Teil als Flüssigdünger verwendet werden. Aus unserem Biomüll lässt sich also Energie gewinnen, die in Form von Strom und Wärme genutzt werden kann. 

Auch in der Kompostierungsanlage wird der Bioabfall im ersten Schritt sortiert. Je 'verschmutzter' der Biomüll ist, desto höher ist der Sortierungsaufwand. Anschließend beginnt die Rottephase, in der es zu einem kontrollierten Kompostierungsprozess kommt. Die Bildung von Methan soll hierbei vermieden und Keime abgetötet werden. In einer Nachrottephase bildet sich Humus und stabilisiert das Kompostgut, welches anschließend in unterschiedliche Kompostqualitäten sortiert wird, bevor es in den Verkauf geht. Letztere Methode funktioniert ähnlich wie der Kompostierungsprozess in unserem Garten-Kompost

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