Alternative Bestattung Diese Urnen lassen Bäume wachsen und stiften so neues Leben

Mittlerweile gibt es immer mehr alternative Bestattungsmöglichkeiten.
Ein klassisches Grab ist für viele Menschen und deren Angehörige nicht mehr das, was sie sich für ihre letzte Ruhestätte wünschen.

Aus den eigenen Überresten neues Leben zu schaffen ist ein sehr reizvoller Gedanke. Möglich macht das jetzt eine Firma aus Barcelona, die biologisch abbaubare Urnen vertreibt, aus denen sich mit der Zeit Bäume entwickeln.

Die Brüder Gerard und Roger Moliné wollen mit Ihrem Unternehmen 'Bios Urn' erreichen, dass verstorbene Menschen und Haustiere auf besonders natürliche, nachhaltige Weise in Erinnerung behalten werden können. Dabei bietet die Firma zwei Varianten an: Während die pure 'Bios Urn' in Gärten und auf Friedhöfen eingegraben wird und sich im Laufe der Zeit zersetzt, ist die Weiterentwicklung 'Bios Incube' für zu Hause gedacht. Hier wird die Urne zusätzlich in eine Art Blumenkübel gesetzt, der frei im Raum steht und der es ermöglicht, Verstorbene immer bei sich zu haben.

 

Wie funktioniert das Ganze überhaupt?

In der Standardvariante der 'Bios Urn' (145 US-Dollar, umgerechnet etwa 123 Euro) sind Pflanzensamen enthalten, deren Sorte jeder Käufer selbst wählen kann (zum Beispiel von Ahorn, Eiche, Esche und Birke). Die Urne ist in zwei getrennte Kammern unterteilt: Während in die untere die Asche des Verstorbenen eingefüllt wird, enthält die obere, versiegelte Kammer die gewählte Saat, Torf sowie wachstumsfördernden Mineralien. Bevor die Urne eingepflanzt wird, müssen diese Zutaten mit etwas Muttererde des jeweiligen Platzes vermengt und dann oben in die Urne eingefüllt werden.

Da in Asche keinerlei Nährstoffe enthalten sind und sie sogar schädlich für die Saat sein kann, ist eine Abtrennung dieser beiden Komponenten während der ersten Wachstumsphase der Pflanze sehr wichtig. Hat sich das Wurzelwerk allerdings weiterentwickelt und etwas Wasser in der oberen Kammer angesammelt, wird die Trennung der beiden Bereiche allmählich aufgelöst und Wurzeln, Erde und Asche können sich verbinden.

Entscheidet sich der Käufer allerdings für 'Bios Incube' (insgesamt 595 US-Dollar, umgerechnet etwa 500 Euro), erhält er zusätzlich zur Urne noch ein automatisiertes Pflanzenbewässerungssystem: Dieses ist mit verschiedenen Sensoren ausgestattet und enthält einen Wassertank, der je nach den Bedürfnissen der Pflanze Wasser abgibt.

Hier können Sie sich einen kleinen Eindruck von dieser Urne machen:

In Deutschland ist es bislang allerdings nicht erlaubt, die Asche eines verstorbenen Menschen mit nach Hause zu nehmen. Nur verstorbene Haustiere dürfen in einer Urne aufbewahrt oder zum Beispiel als Erinnerungsstück in einen Diamanten eingefasst werden. Frei über die Asche eines Menschen zu verfügen ist durch das deutsche Bestattungsrecht verboten.

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Nichtsdestotrotz lohnt es sich, bei Friedhofsverwaltungen nachzufragen, ob hier eine Verwendung der 'Bios Urn' möglich wäre. Alternativ gibt es auf jeden Fall schon spezielle Baumbestattungen auf Waldfriedhöfen, bei der die Asche im Wurzelbereich eines Baumes begraben wird.

Eine wirklich schöne Vorstellung, nach dem Tod an einem Baum gelegen oder sogar als Teil einer Pflanze fortbestehen zu können - nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Angehörigen, die mit dieser Pflanze immer etwas ganz Besonderes verbinden werden.

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