Krüppelflügelvirus auf dem Vormarsch

Bienen in Gefahr: Neue Virusvariante bedroht die Tiere

Die Honigbienen in Deutschland sind bedroht: Eine gefährliche Virusmutante verbreitet sich in Europa. Eine Ansteckung mit dem Virus führt bei Bienen zum Tod.

Zahlreiche tote Bienen auf einem Stück Holz.
Befällt das Krüppelflügelvirus eine Biene, verkrümmen sich die Flügel des Insekts - die Biene stirbt. Foto: iStock / Kosolovskyy
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Eine neue und sehr gefährliche Virusart bedroht Bienenvölker weltweit. Ein Forscherteam der Universität Halle warnt aktuell vor einem ganz bestimmten Virus, das besonders ansteckend ist und Bienen verenden lässt.

Krüppelflügelvirus verbreitet sich in Europa

Das so genannte "Flügeldeformationsvirus"(auch: Krüppelflügelvirus beziehungsweise "Deformed Wing Virus) befällt Honigbienen und führt bei ausgewachsenen Tieren dazu, dass ihre Flügel verkrümmen. Dadurch kann das Insekt sich nicht weiter versorgen und verendet. Das Virus, das bereits bis auf in Australien weltweit verbreitet ist, ist nun auch auf dem Vormarsch in Europa, heißt es in der veröffentlichten Studie. Dies kann das Bienensterben verstärken.

In dem Video erfahren Sie, welche Pflanzen besonders bienenfreundlich sind. (Der Artikel geht unten weiter)

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Das Virus stellt eine große Bedrohung für die Honigbienen dar

"Das Krüppelflügelvirus ist definitiv die größte Bedrohung für Honigbienen", sagt Bienenforscher Prof. Dr. Robert Paxton von der Universität Halle. Die Laborstudien hätten gezeigt, dass die neue Variante Bienen schneller tötet und auch mehr übertragen werde.

Die Ursprungsvariante des Virus gibt es bereits seit 1980. Doch ähnlich wie das Coronavirus entwickelt sich auch dieses Virus weiter und bildet gefährliche Mutanten.

Der DWV-B getaufte Genotyp wurde erstmals 2001 in den Niederlanden entdeckt. Das Forscherteam hat nun geschaut, wie sich das Virus seitdem verbreitet hat. Ergebnis: "Seit seinem ersten Nachweis im Jahr 2001 hat DWV-B sein Verbreitungsgebiet rapide vergrößert."

Vor allem in Europa und Afrika habe die Verbreitung stark zugenommen.

Varroarmilbe überträgt Flügeldeformationsvirus

Die bedrohliche Krankheit wird durch eine spezielle Milbe, die Varroarmilbe, übertragen. Diese 1,5 Millimeter große Milbe hat bereits in anderen Regionen der Erde dazu geführt, dass ganze Bienenvölker gestorben sind.

Außerdem kann die Milbe das Virus selbst auf Wildbienen und Hummeln übertragen.

Doch damit nicht genug: Laut Paxton übertragen die Milben nicht nur das gefährliche Virus, sondern essen auch die Bienenpuppen.

Honigbienen sind enorm wichtig für die Umwelt

Honigbienen sind in der Natur kaum wegzudenken - sind sie doch bei der Bestäubung von fast allen Pflanzen unverzichtbar. Bislang galt der Mensch als der größte Feind der Bienen: Durch ihn verursachter Futtermangel sowie eingesetzte Pestizide bedrohen ihren Bestand. Nun könnte es das Flügeldeformationsvirus sein.

Um die Bienen optimal zu unterstützen, raten die Experten aus Halle: "Das Wichtigste ist es, auf die Hygiene im Bienenstock zu achten." Bereits mit solchen Maßnahmen könne das Virus eingedämmt werden, zudem schützt man so die WIldbienen vor einer potentiellen Ansteckung. Für einen tatsächlichen Befall gibt es jedoch bis dato keine Lösung.

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