Ehrliche Worte Bares für Rares: Horst Lichter war "sehr arm, aber immer glücklich"

Horst Lichter moderiert mit 'Bares für Rares' eine beliebte Show und ist außerdem ein exzellenter Koch. Im Interview redet er über sein bewegtes Leben.

Bares für Rares - Horst Lichter

Eigentlich gilt Horst Lichter (55) als ein Mann der ewig guten Laune, ein Mann des Volkes, einer von uns. Aber hinter dem höflichen und fröhlichen Rheinländer steckt ein ernsthafter Mensch, der durch viele Schicksalsschläge geprüft wurde.

Herr Lichter, warum trägt Ihr letztes Buch den Titel: Keine Zeit für Arschlöcher?

Wissen Sie, ich habe so viel Mist im Leben erlebt und unsere Zeit ist doch begrenzt. Es gibt nun mal keine Probezeit. Deshalb will ich einfach keine Zeit mehr für schlechte Laune und Arschlöcher vergeuden.
 

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Sie verarbeiten im Buch den Tod Ihrer Mutter Margret. Die nannte Sie "sprunghaft". Sind Sie das heute noch?

Manchmal kommen meine Änderungen für viele überraschend, weil man mir vorher nicht glaubte.

Geben Sie uns ein Beispiel.

Ja, als junger Mann arbeitete ich in der Fabrik, in der schon mein Vater und Großvater gearbeitet hatten. Meine damalige Frau bekam ein Kind und alle dachten, dass es jetzt alles so weitergeht. Aber das war nicht mein Ding. Ich wollte halt schon immer mein eigenes Restaurant und das habe ich dann auch durchgezogen.
 

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Hatten Sie keine Angst vor dem großen Risiko?

Natürlich war das Risiko groß. Ich war damals 28 Jahre alt. Aber nach dem Verlust des Kindes (seine erste Tochter starb am plötzlichen Kindstod, d. Red.) und zwei Hirnschlägen habe ich gesagt: Jetzt lebe ich mein Leben.

Was würden Sie sagen, wenn es Ihnen heute Ihre Kinder gleichtun wollten?

(lacht) Wenn mein Sohn Christopher (32) heute mit dem gleichen Plan ankäme, würde ich mit ihm so lange spazieren gehen, bis er es nicht mehr tut.

Sind Sie denn heute ruhiger und gelassener geworden?

Eine innere Ruhe habe ich noch nicht wirklich gefunden. Aber das Wichtigste habe ich geschafft: Ich mag mich! Das ist schwer, wenn man mal darüber nachdenkt. Aber ich würde heute mit mir ein Bier trinken gehen.

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Denken Sie manchmal an ein Leben abseits vom Fernsehen?

Wenn es vorbei ist, dann ist es vorbei. Ich könnte auch woanders Kisten schleppen und damit glücklich werden. Ich war länger arm im Leben als schuldenfrei. Und ich war weitaus ärmer, als die meisten Menschen es heute sind. Trotzdem hatte ich kein schlechtes Gefühl, denn ich hatte auch immer Spaß am Leben.

Horst Lichter als Rentner?

Ich liebe mein Leben, wie es jetzt ist, aber ich freue mich auch auf die Zukunft. Dann mache ich vielleicht noch eine Lehre als Möbelschreiner. Und ich möchte mit meiner Frau Nada (45) demütig über unser Leben lachen können, weil es am Ende doch gut ausgegangen ist.

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