Giftpflanze Riesen-Bärenklau: Tipps zur Entfernung der giftigen Herkulesstaude

Der Riesen-Bärenklau ist eine gefährliche Giftpflanze, die zu schweren Verbrennungen führen kann. Wir klären Sie auf. 

Riesen-Bärenklau
Der Riesen-Bärenklau kann bis zu vier Meter hoch werden.
Inhalt
  1. Riesenbärenklau: Was Sie wissen sollten
  2. Herkulesstaude erkennen: Verwechslungsgefahr?
  3. So gefährlich ist Riesen-Bärenklau für unsere Gesundheit
  4. Erste Hilfe bei Verbrennungen durch die Herkulesstaude
  5. Riesen-Bärenklau bekämpfen
  6. Herkulesstaude in öffentlichen Bereichen melden

 

Riesenbärenklau: Was Sie wissen sollten

Der aus dem Kaukasus stammende Riesen-Bärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, ist eine invasive Pflanzenart, die sich nach ihrer Einführung um 1900, nun auch in unseren Breitengraden rasant ausbreitet. Die krautige Pflanze kann eine Höhe von vier Metern erreichen und ist mit ihren imposanten weißen Doldenblüten und den großen gezackten Blättern ursprünglich als Gartenpflanze gedacht gewesen und zudem eine beliebte Bienennahrung. 

Die Herkulesstaude wächst bevorzugt an nährstoffreichen, feuchten Standorten und ist daher vorwiegend an Flüssen, Straßenrändern und auf Brachland zu finden. Hier verdrängt die zweijährige Pflanze durch ihr enormes Wachstum und ihre Größe, viele heimische Pflanzenarten. Nach der Blütezeit im Juni und Juli, produziert der Riesen-Bärenklau durchschnittlich bis zu 20.000 Samen pro Pflanze, womit eine extensive Ausbreitung der giftigen Pflanze gesichert ist. 
Das gefährliche an der Herkulesstaude ist, dass sie photosensibilisierende Substanzen, sogenannte Furocumarine, bildet, die in Kombination mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen auf der Haut führen können, wenn man mit der Pflanze in Berührung kommt. Dies ist also unbedingt zu vermeiden!

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Herkulesstaude erkennen: Verwechslungsgefahr?

Der Riesen-Bärenklau ist durch seine imposante Größe sehr gut zu erkennen. Mit einer Gesamthöhe von bis zu vier Metern, einer Blattlänge von bis zu einem Meter und einer weißblühenden Dolde mit einem Durchmesser von bis zu 50 Zentimeter, unterscheidet er sich deutlich von unseren heimischen Pflanzenarten. Der hohle Stängel ist fein behaart und mit lila Punkten übersäht. Er kann einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern erreichen. 

Lediglich zwei heimische Pflanzen sehen der giftigen Herkulesstaude ähnlich: Der Wiesen-Bärenklau ist jedoch mit einer Höhe von bis zu 150 Zentimetern deutlich kleiner und hat keine purpurnen Flecken auf dem Stängel. Die Echte Engelwurz kann zwar eine ähnliche Größe erreichen, unterscheidet sich aber ansonsten stark von der Giftpflanze. Engelwurz hat kugelige, grün gefärbte Blütendolden und der Stängel ist komplett rötlich gefärbt. Sie wird als Heilpflanze verwendet. 

Wussten Sie schon, dass diese Pflanzen für Tiere giftig sind? (Artikel geht unter dem Video weiter)

 
 

So gefährlich ist Riesen-Bärenklau für unsere Gesundheit

Die gesamte Pflanze enthält Furocumarine, die in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) eine phototoxische Reaktion hervorrufen. Bei einer Berührung mit den Blättern oder dem Pflanzensaft, kommt es auf der betroffenen Hautpartie meist zu schweren Verbrennungen, die je nach Lichteinwirkung zunehmen. Folgende Symptome deuten auf eine phototoxische Reaktion hin:

  • Starker Juckreiz
  • Rötungen
  • Quaddelbildung
  • Blasenbildung
  • Kreislaufprobleme
  • Fieber


Bleibt die Verbrennung unbehandelt, können sich die Symptome noch bis zu zwei Tage verschlechtern. Die Verletzungen durch den Riesen-Bärenklau heilen meist nur sehr langsam und können Narben und / oder Pigmentveränderungen verursachen. Besonders gefährdet sind Kinder, Menschen mit sehr empfindlicher Haut und Tiere. Vor allem Kinder und Hunde sollten mit ihren empfindlichen Händen oder Nasen nicht in die Nähe der Pflanze gelangen. 

Hinweis: An heißen Tagen schwitzt die Herkulesstaude die gefährlichen Furocumarine aus und gibt sie an die Umgebungsluft ab. Ein Aufenthalt unmittelbar neben der Pflanze kann oben genannte Symptome bis hin zu Atemnot und eine akute Bronchitis auslösen. 

Riesen-Bärenklau Verbrennungen
In Verbindung mit UV-Strahlen kann eine Berührung mit dem Riesen-Bärenklau zu schweren Verbrennungen führen.
 

Erste Hilfe bei Verbrennungen durch die Herkulesstaude

Da die Reaktion durch Sonnenlicht ausgelöst wird, sollten Sie die betroffene Hautpartie nach einer Berührung mit dem Riesen-Bärenklau umgehend aus der Sonne nehmen und bestenfalls sofort mit klarem Wasser und Seife gründlich abwaschen. Es empfiehlt sich außerdem, die Haut mit einer dexpanthenolhaltigen Salbe zu pflegen und auch noch einige Tage nach der Berührung direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. 

Hat die Haut bereits mit Reizungen, Blasenbildung oder den oben genannten Verbrennungsanzeichen reagiert, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden! Bei starken Reaktionen, wie Schweißausbrüchen, Kreislaufproblemen oder heftiger Blasenbildung mit starken Schmerzen, sollte ein Notarzt konsultiert oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. 

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Riesen-Bärenklau bekämpfen

Da der Riesen-Bärenklau sehr dominant und wachstumsstark ist, stellt die Beseitigung der Giftpflanze eine Herausforderung dar. Das bloße Abschlagen der Pflanzenköpfe reicht nicht aus, um die Herkulesstaude nachhaltig zu bekämpfen. Hat die Pflanze jedoch schon Blüten gebildet, kann ihre Verbreitung durch das Abschneiden der Blütenstände vermindert werden. Hierzu stülpen Sie eine Plastiktüte über die Blüte, bevor Sie den Stängel abschneiden. Anschließend sollte die Pflanze im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden. 

Um den Riesen-Bärenklau gänzlich aus dem Garten zu entfernen, muss die Pflanze mitsamt der Wurzel ausgegraben und fachgerecht entsorgt werden. Hierbei sollten Sie die Wurzel mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche durchtrennen und ausheben. Diese Maßnahme eignet sich am besten im Frühjahr, wenn die Herkulesstaude noch klein ist. 

Achtung: Beim Entfernen der krautigen Giftpflanze ist eine Schutzkleidung dringend erforderlich. Auch das Tragen eines Mundschutzes und einer Schutzbrille wird empfohlen. Beachten Sie auch, dass die Beseitigung eine gewisse Vorsicht und Sachkunde voraussetzt, um sich und andere dabei nicht zu gefährden und nicht versehentlich andere Pflanzen, wie die Engelwurz, zu vernichten. 
Der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln ist nur in den seltensten Fällen möglich, da hierfür eine naturschutzbehördliche Ausnahmegenehmigung eingeholt werden muss. 

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Herkulesstaude in öffentlichen Bereichen melden

Einzelne Pflanzen im eigenen Garten sind nicht meldepflichtig. Sollten Sie die Herkulesstaude jedoch an öffentlich zugänglichen Wegen sehen, bitten viele örtliche Naturschutzbehörden und Ortsämter darum, den Bestand unter Angabe des genauen Standortes zu melden. Die Entfernung im öffentlichen Raum obliegt den im Landkreis zuständigen Behörden. Damit die weitere Ausbreitung der Pflanze verhindert werden kann, ist eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutzbehörden und Bürgern sinnvoll. 

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