Ehrliches Interview

Peter Sattmann: "Wie haben es die Frauen nur mit mir ausgehalten?"

Liebesfilme liegen ihm einfach: Seit Jahrzehnten spielt Peter Sattmann (69) glaubhaft schüchtern-charmante Herzenskandidaten, interessante Lebenskünstler oder starke Typen zum Anlehnen. Im wahren Leben aber gesteht er, keine einfache Partie zu sein.

Schauspieler Peter Sattmann im ehrlichen Interview.
Schauspieler Peter Sattmann ist Vater von drei Töchtern - eine davon stammt aus der Beziehung zu Kollegin Katja Riemann, die in den 90ern seine Partnerin war. Foto: Christian Marquardt / Getty Images
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Peter Sattmann, der gerade als einfühlsamer Museumsdirektor in der 'Katie Fforde'-Verfilmung 'Bruderherz' zu sehen war, stand uns im Interview Rede und Antwort.

Sie sagten mal, Liebe zugunsten der Freundschaft abgeschworen zu haben. Gilt das noch?

Ja, das ist noch so.

Wie leben Sie dann heute?

Ich lebe alleine mit vier Hunden - aber nicht einsam. Wenn es Leute gibt, die einen ab und zu besuchen, zu denen man hingehen kann, dann ist man alleine, aber nicht einsam.

Das war aber nicht immer so ...

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, frage ich mich, wie die Frauen, die vier großen langen Beziehungen, die ich hatte, es überhaupt mit mir ausgehalten haben. Heute bin ich der Meinung, dass ich es eigentlich niemandem mehr zumuten darf, mit mir zu leben (lacht).

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Wieso denn das?

Weil ich wirklich ein totaler Eigenbrötler bin.

Das heißt, Sie machen die Dinge lieber mit sich selbst aus?

Ja.

Ist die Liebe zu Kindern die einzig beständige? Anders als die, der Sie abgeschworen haben?

Abgeschworen ist falsch! Das klingt, als hätte ich resigniert und aufgegeben. Ich behaupte von mir, dass ich so voll mit Liebe bin, dass nichts mehr reingeht. Die Liebe zu meinen Kindern ist vielleicht nicht die einzige beständige, aber mit Sicherheit ist sie die tiefste.

Woran machen Sie das fest?

Es gibt für einen Menschen nichts Schrecklicheres, als das eigene Kind zu verlieren. Der Verlust eines Kindes ist im menschlichen Dasein mit Abstand der größte Verlust, den man sich vorstellen kann.

Mussten Sie das schon erleben?

Nein, aber es passiert ja immer wieder. Als ich schon älter war, hat meine Mutter immer gesagt: "Bitte, bitte stirb nicht vor mir! Mein Leben wäre vorbei." Gott sei Dank ist sie älter geworden, als ich jetzt bin.

Leben Sie als Vater in Angst, dass das passieren könnte?

Ja, total. Im Augenblick bitte ich Paula immer, in London oder Berlin nicht auf belebte Plätze oder auf Großveranstaltungen zu gehen, weil man Angst vor irgendwelchen Bomben hat.

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