Schauspieler im Interview Christian Kohlund: "Ich halte mir mein Glück immer wieder vor Augen"

Schauspieler Christian Kohlund bei einer Veranstaltung der ARD im Jahr 2016.
Auch mit 67 Jahren denkt Christian Kohlund noch lange nicht ans Aufhören.

Schauspieler Christian Kohlund (67) ist vom Ruhestand noch weit entfernt: Der TV-Star krempelte nicht nur sein Leben um, sondern er startet jetzt auch noch mal richtig durch.

Ein Leben als Rentner kann sich der in Basel geborene Christian Kohlund nicht vorstellen. Im Gegenteil: Gerade stellte der Schweizer Schauspieler, der mit TV-Reihen wie 'Die Schwarzwaldklinik', 'Klinik unter Palmen', oder 'Derrick' bekannt wurde, alles auf den Kopf. Wir trafen traf ihn bei Dreharbeiten zum neuen 'Zürich-Krimi' (ARD).

Mit 66 haben Sie noch mal eine TV-Serie begonnen. Ein bewusster Neuanfang?

Nein, gar nicht. Ich bin seit 61 Jahren als Schauspieler tätig. Ich habe mein Leben als Schauspieler immer so gelebt, dass jede neue Aufgabe ein Neubeginn für mich war. Das ist das Elixier, das mich jung hält und der Grund, warum mir dieser Beruf noch immer wahnsinnig viel Spaß bereitet.

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Wie erholen Sie sich nach einer so anstrengenden Drehphase?

Ich fahre nach Hause in den Bayerischen Wald. Dort sitze ich dann in meinem kleinen Park, der in die angrenzenden Wiesen und Wälder übergeht. Mein Hund Eddie liegt neben mir und passt auf mich auf. Dann genieße ich zusammen mit meiner Frau (Anmerkung der Redaktion: Er ist in dritter Ehe mit Schlagersängerin Elke Best verheiratet) unser Zuhause. Die Kinder kommen uns besuchen (Anmerkung der Redaktion: Mit seiner Frau hat er zwei Kinder - Francesca 33, und Luca, 24). Dort, wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht!" sagen, haben wir es wahnsinnig schön. Es ist extrem ruhig. Ich komme sehr schnell runter und erhole mich vom Stress.

Hatten Sie niemals die Sehnsucht zurückzukehren in Ihre Heimat, die Schweiz?

Nein. Als Schauspieler hatte ich in Deutschland ganz andere Möglichkeiten als in der Schweiz. Von 1977 bis 1980 war ich am Schauspielhaus Zürich engagiert. Ich habe diese Zeit leider nicht als besonders erfreulich empfunden. Seit 1980 habe ich nie wieder fest in einem Engagement gearbeitet und bin sozusagen als "Ein-Mann-Unternehmen" unterwegs. Ich habe nie wieder fest an einem Theater unterschrieben.

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Sie sagen, Sie seien der Letzte von drei Kohlund-Theater-Generationen. Hat keines Ihrer Kinder Ambitionen?

Nein. Ich würde auch keines von ihnen dazu überreden. Die Schauspielerei ist ein Beruf, den man wirklich wollen muss. Der Wunsch muss aus tiefstem Herzen kommen. Ich habe es immer vermieden, meine Kinder in diese Richtung zu drängen. Hätten sie von sich aus den Wunsch gehabt, hätten sie meine volle Unterstützung gehabt. Ich bin nicht traurig, dass sie sich für einen anderen Weg entschieden haben.

Vielleicht Ihre Enkel?

(Er lacht) Das kann sein - aber noch bin ich ja kein Großvater.

Sie sind erst 2015 von München aufs Land gezogen. Ein weiterer Neuanfang jenseits der 60?

Absolut! Meine Frau hat sich diesen Umzug lange gewünscht, wir wollten jedoch abwarten, bis die Kinder aus dem Haus sind. Es war die richtige Entscheidung. Wir sind sehr viel unterwegs. Manchmal besuchen wir unsere Tochter in München und wohnen dann auch bei ihr. Es ist also nicht so, dass ich auf dem Land versauern würde und mich dort zu Tode langweile. Meine Frau und ich genießen die Ruhe und die Natur. Der Umzug hat uns beiden gutgetan.

Fiel es Ihnen schwer, die Kinder ziehen zu lassen?

Nein. Das ist der Lauf der Dinge. Kinder verlassen irgendwann ihr Elternhaus. Ich bin nicht wehmütig, weil wir uns ja weiter regelmäßig sehen. Aber das hängt sicherlich auch mit meinem Charakter zusammen. Ich bin niemals ein Mensch gewesen, der auf die Pensionierung hingearbeitet hätte. Ich möchte lange gesund bleiben und so lange arbeiten können, bis ich irgendwann gehen muss oder tot umfalle. Es gab niemals ein Datum, ab dem ich mich zur Ruhe setzen möchte. Ich glaube, in meinem Falle wäre das tödlich. Schauspieler sind wie Rennpferde, die im Stall stehen. Ich zerfließe nicht vor Dankbarkeit und Demut - aber ich halte mir mein Glück immer wieder bewusst vor Augen, damit ich es nicht vergesse.

Sie trinken seit vielen Jahren keinen Alkohol mehr. Haben Sie es inzwischen auch geschafft, nicht mehr zu rauchen?

Es wäre schön, wenn ich dieses Laster loswerden könnte, aber es ist nicht so einfach. Ich habe es immer wieder mal probiert und bin gescheitert. Ich habe einen viel zu starken Willen, als dass man mich hypnotisieren könnte (lacht). Ich habe es probiert – aber es hat nicht funktioniert. Spätestens beim nächsten Husten werde ich es wieder bereuen, dass ich noch immer rauche.

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