Hygiene-Helfer Körperpflege von Pflegebedürftigen: So ist es für Sie leichter

Wenn Pflegebedürftige nicht mehr selbst auf ihre Körperhygiene achten können, sind meist Angehörige als Pflegepersonal gefragt. Wir zeigen, wie das leichter geht.

Inhalt
  1. Wie schaffen es Angehörige, die Hemmschwelle zu übertreten?
  2. Das können Sie tun, wenn sich die Angehörigen nicht waschen lassen
  3. So bekommen Sie Routine in den Waschalltag
  4. Lohnen sich Pflegebetten?
  5. Was Sie bei Demenz beachten sollten
  6. Wie bezieht man Pflegebedürftige aktiv in die Pflege ein?
  7. Tipps für das Waschen intimer Körperstellen der Angehörigen
  8. Was gibt es bei Inkontinenz zu beachten?
  9. Diese Produkte unterstützen die Pflegeroutine

Wenn sich Angehörige um die Körperpflege von Pflegebedürftigen kümmern müssen, kann das für beide Seiten zu einer großen emotionalen Belastung werden. Damit es funktioniert, braucht man gegenseitiges Verständnis und Einfühlungsvermögen. Und: die richtige Organisation.

 

Wie schaffen es Angehörige, die Hemmschwelle zu übertreten?

Den Angehörigen kann man Ängste nehmen, indem man ihnen mit liebevollen Ansagen erklären, was man gerade tut und welche Schritte als Nächstes folgen. Keiner möchte wie ein Gegenstand abgerubbelt werden. Sanfte Berührungen aber fördern das Wohlbefinden. Da fühlt man sich selber auch gleich besser. Sie können die Situation auflockern, indem Sie während des Waschens Small Talk über Alltägliches führen. Funktioniert alles nicht, bleibt meist nur ein professioneller Pflegedienst. Den empfinden Pflegebedürftige oft auch als weniger beschämend.

 

Das können Sie tun, wenn sich die Angehörigen nicht waschen lassen

Nicht selten werden Pflegebedürftige aggressiv, wenn es um ihre Körperpflege geht. Die Ursachen dafür können unterpeinlich schiedlich sein, zum Beispiel weil die Vorstellungen über das Vorgehen beim Waschen und die Hygiene auseinander gehen. Auch Stolz spielt mitunter eine Rolle und damit das Gefühl, es selbst machen zu wollen. Ebenso kann es peinlich sein, sich nackt zu zeigen und den Intimbereich nicht selbst waschen zu können. Tipp: Sofern möglich, Männer von Männern waschen lassen und Frauen von Frauen - das hilft meist ungemein. 

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So bekommen Sie Routine in den Waschalltag

Mit Organisation, Geschicklichkeit und Feingefühl. Deshalb sollte Pflege geübt werden. Spezielle Pflegekurse werden von Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden und ambulanten Pflegediensten angeboten. Sind Sie gut vorbereitet und Handgriffe eingespielt, sparen Sie nicht nur sich Stress, sondern auch Ihrem Familienmitglied.

 

Lohnen sich Pflegebetten?

Ja, denn ein Pflegebett steigert die Mobilität. Bevor Sie allerdings selbst viel Geld ausgeben, fragen Sie bei der Pflegekasse, welche Pflegebetten übernommen werden. In vielen Fällen werden sie auch leihweise zur Verfügung gestellt. Die Kostenübernahme für ein Pflegebett rechtfertigt sich damit, dass es zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beiträgt und ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglicht. Außerdem entlasten Sie höhenverstellbare Betten bei der Ganzkörperpflege erheblich.

Im Video zeigen wir, wie das perfekte Pflegezimmer aussieht (Artikel wird unter dem Video fortgeführt):

 
 

Was Sie bei Demenz beachten sollten

Bei demenzerkrankten Angehörigen können klare Strukturen und Rituale helfen. Das Waschen in einzelne Schritte unterteilen, keine Hektik aufkommen lassen und den Pflegebedürftigen miteinbeziehen. Sie können Wut und Ärger vermeiden, wenn Ihre Handlungen eindeutig und nicht lieblos sind und Sie dem Pflegebedürftige auch eine gewisse Selbstständigkeit lassen.

 

Wie bezieht man Pflegebedürftige aktiv in die Pflege ein?

Selbstbestimmung erhöht das Wohlbefinden. Die Pflegebedürftigen sollten Stellen, die sie gut erreichen können, zum Beispiel Gesicht, Hände und Oberkörper selbst waschen, trocknen und eincremen. Und zwar regelmäßig allein. Das erhält die Fähigkeiten. Seien Sie in der Nähe, um bei Bedarf zu helfen.

 

Tipps für das Waschen intimer Körperstellen der Angehörigen

Zunächst waschen Sie die Leisten und den äußeren Genitalbereich – praktisch ist hier ein Waschhandschuh. Bei Frauen wird anschließend vom Schamhaar über die Schamlippenregion zum Damm hin gewaschen. Bei Männern ziehen Sie die Vorhaut des Penis vorsichtig zurück, reinigen die Eichel und streifen die Vorhaut wieder nach vorn. Anschließend Hodensack und Leistenfalten waschen. Das Gesäß säubern Sie in Seitenlage. Ein sorgsames Abtupfen (geringe Reibung schont die Haut) ist in allen Intimregionen besonders wichtig.

 Im Video sehen Sie noch mehr Tipps, wie Sie beim Waschen vorgehen sollten (Artikel wird unter dem Video fortgesetzt):

 
 

Was gibt es bei Inkontinenz zu beachten?

Wer an Harninkontinenz leidet, ist für Irritationen besonders anfällig, weil der anhaltende Kontakt mit Urin sowie das häufige Waschen mit Wasser und Seife die Haut angreifen können. Die Reinigung schließen Sie am besten mit dem Auftragen eines feuchtigkeitsspendenden Produkts ab. Bei einer Stuhlinkontinenz können Sie eine zusätzliche Barrierecreme benutzen.

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Diese Produkte unterstützen die Pflegeroutine

Greifen Sie möglichst immer auf Produkte zurück, die nahe am pH-Wert der Haut (5,5) liegen. Moderne Reinigungsprodukte enthalten zudem Rückfetter, die nicht abgewaschen werden müssen. Sie beruhigen die Haut. Normale Seife hingegen enthält alkalische Stoffe, die sich ungünstig auf das Hautmilieu auswirken. Tensidbasierte Reinigungsprodukte (die meisten Shampoos, Pflegespülungen und Waschlotionen enthalten Tenside) können die Haut reizen. Sie müssen daher vollständig mit Wasser abgespült werden. Da jedoch der häufige Kontakt mit Wasser der Haut Feuchtigkeit entzieht, trocknet sie schnell aus.

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