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Gefährlicher Zeckenstich

Borreliose beim Hund: Symptome und Behandlung

Wird Ihr Hund von einer Zecke gestochen, besteht die Gefahr, dass er sich mit Borreliose infiziert. Wir klären Sie über die Krankheit auf.

Borreliose beim Hund
Eine Borreliose-Infektion kann beim Hund lange unerkannt bleiben, weil erste Symptome meist sehr spät auftreten. kozorog / iStock

Wie infizieren sich Hunde mit Borrelien?

Die Borreliose oder auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine Infektion mit Bakterien, die in der Regel durch Zecken übertragen wird. Hauptüberträger ist in Deutschland der 'Gemeine Holzbock'. Die Bakterien, auch Borrelien genannt, gelangen über einen infizierten Wirt in den Darm der Zecke und vermehren sich dort. Sticht die mit Borrelien infizierte Zecke einen weiteren Wirt, können die Bakterien nach 16-24 Stunden auf den Wirt übertragen werden. Dazu wandern die Borrelien während des Saugvorgangs vom Darm in die Speicheldrüsen der Zecke. Je früher Sie die Zecke bei Ihrem Hund entfernen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Borrelien auf ihn übertragen werden. Es wird also empfohlen, nach jedem Spaziergang eine Zeckenkontrolle durchzuführen.

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Hundeborreliose: Welche Symptome zeigt mein Hund?

Borreliose entwickelt sich meist schleichend und nicht jeder infizierte Hund erkrankt und zeigt Borreliose-Symptome. Erste unspezifische Symptome treten meist erst vier bis sechs Wochen nach einem Zeckenstich auf und werden daher häufig gar nicht mit der Krankheit in Verbindung gebracht. Außerdem zeigt sich bei Hunden in der Regel nicht der typische rote Ring auf der Haut, der beim Menschen auf einen infizierten Zeckenstich hindeutet. Folgende Anzeichen können bei einem Hund auf eine Infektion mit Borrelien hindeuten:

  • Bewegungsunlust
  • Hautirritationen an der Einstichstelle
  • Appetitlosigkeit
  • Lethargie
  • Fieber, teilweise bis über 40 Grad Celsius
  • Lymphdrüsenschwellungen

Die genannten Symptome müssen nicht zwangsläufig auftreten oder können immer auch auf eine andere Erkrankung hindeuten. Dennoch wird der Besuch beim Tierarzt empfohlen. Bleibt die Infektion unerkannt, schreitet sie meist schleichend fort und kann nach weiteren zwei bis fünf Monaten einen stärkeren Krankheitsschub auslösen. Dieser geht meist zusätzlich mit folgenden Symptomen einher:

  • Schmerzhafte Gelenkentzündungen
  • Geschwollene Gelenke
  • Muskelschmerzen
  • Lahmheit oder steifer Gang
  • Fieberschübe
  • Lähmungen der Gliedmaßen
  • Nierenentzündungen

Die Gelenkschmerzen äußern sich meist in den Vorder-oder Hintergliedmaßen und zeigen sich vor allem nach dem Aufstehen, wenn der Hund längere Zeit gelegen hat. Aber auch tagsüber kann es immer wieder zu Lahmheit, Bewegungsunlust und einem gestörten Allgemeinbefinden des Vierbeiners kommen. Meist ist die Krankheit beim Auftreten dieser Symptome schon relativ weit fortgeschritten, sodass eine sofortige Behandlung durch den Tierarzt eingeleitet werden sollte.

Wie Sie sich selbst am besten vor Zecken schützen, wenn Sie mit Ihrem Hund unterwegs sind, erfahren Sie im Video: (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

Wie wird Borreliose beim Hund diagnostiziert?

Die genaue Diagnose von Borreliose ist für den Tierarzt in den meisten Fällen sehr schwierig, weil die Symptome sehr unspezifisch sind und sich der Erkrankung nicht genau zuordnen lassen. Von daher ist es sehr wichtig, dass Sie Ihrem Tierarzt genau mitteilen, ob und wann Ihr Hund Kontakt mit einer Zecke hatte.

Der Tierarzt wird im nächsten Schritt eine Blutuntersuchung veranlassen, bei der im Blut Antikörpern nachgewiesen werden sollen. Fällt der Test positiv aus, heißt es jedoch nur, dass der Hund Borrelien-Träger ist und sich sein Immunsystem mit dem Erreger auseinandergesetzt hat. Auch die Gelenkflüssigkeit kann untersucht werden und einen Hinweis auf eine Borrelioseerkrankung geben. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass eine Diagnose mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist und die Symptome immer auch auf andere Krankheiten zurückzuführen sein können. Bevor eine Behandlung eingeleitet wird, wird der Tierarzt meist über weitere Tests versuchen, andere Krankheiten auszuschließen. Erst nach dieser sogenannten Differenzialdiagnose folgt die Behandlung.

Hinweis: Werden im Blut des Hundes Antikörper nachgewiesen, können diese auch von einem, lange zurückliegenden Zeckenkontakt stammen. Ein Hund kann also ein Leben lang Borrelien-Träger sein, ohne dass die Krankheit ausbricht und der Hund genannte Symptome zeigt.

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Wie wird Borreliose beim Hund behandelt?

Geht der Tierarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Borreliose-Infektion aus, erfolgt eine meist vierwöchige Therapie mit einem geeigneten Antibiotikum, um die Bakterien zu bekämpfen. Stellt sich innerhalb kurzer Zeit eine Verbesserung des Allgemeinzustands ein, erhärtet sich die zuvor angenommene Diagnose.

Je nachdem, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, muss die Antibiotikatherapie nach etwa drei Monaten wiederholt werden. Bei besonders schweren Fällen erfolgt parallel eine symptomatische Behandlung mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten.

Auch wenn mit der Antibiotikagabe gute Heilungschancen bestehen, wird ein Teil der Borrelien in der Regel im Körper des Hundes bleiben. Haben sich die Bakterien bereits über einen längeren Zeitraum tief in den Gelenken eingenistet, ist eine vollständige Heilung unwahrscheinlich und es kann im Laufe der Zeit immer wieder zu kleineren und größeren Krankheitsschüben kommen. Der Körper bildet außerdem keine Antikörper, weshalb eine Neuinfektion jederzeit möglich ist.

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Impfung gegen Borreliose

Auch wenn die Vorbeugung der beste Schutz bleibt, hat sich mittlerweile auch die Impfung gegen Borreliose etabliert. Für die Borreliose-Impfung hat die Ständige Impfkommission der Veterinärmedizin (StIKo Vet.) zwar eine Impfempfehlung ausgesprochen, es handelt sich allerdings um eine Wahl- und nicht wie beispielsweise bei Tollwut, um eine Pflichtimpfung. Die Impfnotwendigkeit steht bei einem Wahlimpfstoff immer in Abhängigkeit zu Alter und Konstitution des Tieres, sowie äußeren Gegebenheiten. So sieht die Impfkommission die Notwendigkeit bei einem für die Jagd eingesetzten Hund beispielsweise gegeben. Besprechen Sie also gerne mit Ihrem Tierarzt, ob er eine Impfung gegen Borreliose für sinnvoll hält.

Seit 2014 gibt es einen Impfstoff auf dem Markt, der Hunde vor drei Borrelien-Arten schützen kann. Er sorgt dafür, dass der Hund Antikörper gegen die Bakterien bildet. Kommt es zu einem Zeckenstich wandern diese Antikörper in den Darm der Zecke und verhindern, dass die Borrelien überhaupt auf den Hundekörper übertragen werden. Eine Infektion wird so größtenteils ausgeschlossen.
Folgende Impfintervalle werden von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet.) empfohlen:

  • Erstimpfung ab einem Alter von 12 Wochen
  • Zweitimpfung 3-5 Wochen später
  • Drittimpfung nach Beginn der Grundimmunisierung
  • Vierte Impfung ein Jahr nach der Grundimmunisierung
  • Wiederholungsimpfungen jährlich vor der Zeckensaison im März

Sollte Ihr Hund bereits in Kontakt mit Borrelien gekommen sein, wird der Tierarzt in der Regel einen Schnelltest auf Borreliose machen, um mögliche Nebenwirkungen bestmöglich auszuschließen. In der Regel wird die Impfung von Hunden aber gut vertragen.

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