Eier-Skandal Belastete Eier: Was bedeutet das für mich?

Ein Eier-Skandal erschüttert Europa. Bei einigen Eiern wurde ein erhöhter Gehalt an Fipronil festgestellt. Worauf muss ich jetzt achten?

Belastete Eier: Was bedeutet das für mich?
Mehr als drei Millionen belastete Eier sollen nach Deutschland geliefert worden sein. (Symbolbild)
Inhalt
  1. Was ist überhaupt passiert?
  2. Was ist Fipronil?
  3. Was passiert beim Verzehr von Fipronil?
  4. Wie gefährlich ist die Belastung für mich als Verbraucher?
  5. Welche Konsequenzen werden gezogen?

 

Was ist überhaupt passiert?

Bei Tests in Belgien wurde in Eiern das Insektizid Fipronil gefunden. Diese gaben diese Information über ein Warnsystem an die europäischen Partner weiter. Daraufhin sperrten die nationalen Behörden in den Niederlanden 180 Betriebe. Auch in Deutschland sollen einzelne Betriebe mit diesem Mittel gearbeitet haben. Untersuchungen dazu und den daraus resultierenden Belastungen dauern an. 

Mehrere Millionen belastete Eier sind in den deutschen Handel gekommen. Bundesernährungsminister Christian Schmidt erklärte, dass man aktuell von 12 betroffenen Bundesländern ausgeht: Bislang nicht betroffen sein sollen Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.

Es ist möglich, dass belastete Eier auch für die Verarbeitung von anderen im Handel erhältlichen Produkten genutzt wurden. Das wird derzeit noch untersucht.

Alle bislang bekannten betroffenen Chargen listet das Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf ihrer Webseite auf.  

 

Was ist Fipronil?

Fipronil ist ein Gift, ein sogenanntes Insektizid, das gegen Flöhe, Läusen und Milben eingesetzt wird.

 

Was passiert beim Verzehr von Fipronil?

Es wurden nur Tierversuche mit dem Mittel durchgeführt. Dort wurden toxische Wirkungen auf das Nervensystem und die Leber festgestellt. 

 

Wie gefährlich ist die Belastung für mich als Verbraucher?

Das Bundesamt für Risikobewertung gibt an, dass eine gesundheitliche Gefährdung als "unwahrscheinlich" gilt, solange Verbraucher unter einem bestimmten Richtwert bleiben. Darüber hinaus handelt es sich bei der akuten Referenzdosis bereits um einen Sicherheitswert. Bei Tierstudien wurde bei der höchsten Dosis ein Wert ermittelt, bei dem keine Gesundheitsschäden gefunden wurden. Der Richtwert für den Menschen ist 1/100 dieses Werts.

Praktisch heißt das für den Verbraucher, dass ein Erwachsener in 24 Stunden sieben Eier essen könnte, ein Kind mit 16,5 Kilogramm 1,7 Eier und ein Kleinkind von einem Jahr mit etwa zehn Kilogramm Körpergewicht ein Ei essen dürfte. Dabei werde der gesundheitliche Richtwert nicht überschritten. Generell seien keine gesundheitlichen Risiken bei Gehalten bis 0,72mg/kg Fipronil-Rückständen bei Eiern zu befürchten.

Dennoch rät zum Beispiel das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, belastete Eier nicht zu essen und stattdessen zurückzugeben. Insbesondere für Kinder sei "ein eingeschränktes Gesundheitsrisiko nicht auszuschließen."

 

Welche Konsequenzen werden gezogen?

Wie diverse Medien berichten, haben Aldi Nord und Aldi Süd den Verkauf von frischen Eiern ab Freitag (04. August 2017)  zunächst komplett eingestellt. Das heißt, dass Aldi ab sofort nur noch Eier-Lieferungen annimmt, die nachweislich kein Fipronil enthalten. Bereits seit Bekanntwerden der Fipronilbelastung hat der Discounter auf Eier aus mittlerweile gesperrten niederländischen Betrieben verzichtet. Auch andere Supermarktketten haben reagiert und Eier aus den Betrieben aus ihrem Verkauf verbannt.

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