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Schauspielerin im Interview

Annette Frier: "Mit meinem Sohn kann ich ganz toll Text lernen"

Im Interview mit Liebenswert hat Annette Frier verraten, was sie an ihren Rollen am meisten fasziniert.

Annette Frier in Merz gegen Merz.
In 'Merz gegen Merz' spielt Annette Frier an der Seite von Christoph Maria Herbst. ZDF / Martin Valentin Menke

Schauspielerin Annette Frier ist in den kommenden Monaten wieder mit neuen Folgen in ihren derzeitigen Paraderollen zu sehen. Im April startet die zweite Staffel 'Merz gegen Merz' und im Mai geht es weiter mit der ZDF-Herzkinoreihe 'Ella Schön', in der sie die Asperger-Autistin Ella spielt. Im Interview hat sie uns verraten, warum sie ihrem Sohn nicht von der Schauspielerei abraten würde und welche Eigenschaften sie aus ihren Rollen mitnimmt.

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Annette Frier im Interview

Liebenswert: Frau Frier, Sie werden in den kommenden Monaten gleich mehrfach in verschiedenen Rollen im ZDF zu sehen sein. Gibt es eine Rolle, die sie am liebsten spielen oder auf die sie sich immer am meisten freuen?

Ich finde alle vier Projekte einfach toll. Es ist sehr schwierig für mich da einen Favoriten zu nennen. Derzeit stecke ich mitten in der Arbeit zu dem Demenzchor und wir haben in drei Wochen unser Konzert. Das heißt, das ist derzeit bei mir am präsentesten, weil ich mitten in dieser Arbeit stecke. Aber sowohl 'Merz gegen Merz' als auch 'Ella Schön' sind natürlich zwei Projekte, die mir totalen Spaß machen und ja auch demnächst wieder anstehen. Da kann ich eigentlich gar nicht sagen, worauf ich mich immer am meisten freue.  

Annette Frier: Welche Rolle fasziniert und fordert sie am meisten?

Beide Rollen sind auf ihre eigene Art sehr humorvoll. 'Merz gegen Merz' ist natürlich viel klassischer lustig, weil da einfach mir Ralf Husmann meiner Meinung nach Deutschlands versiertester Sitcom-Autor dransitzt. Bei 'Ella Schön' entsteht die Komik oft aus Situationskomik "Asperger trifft auf sogenannten normalen Menschen".

Der Sendeplatz Sonntagabend war da übrigens ein relativ großes Risiko. Fluch und Segen zugleich sozusagen. Wenn man da mit einem kontroversen, ambivalenten Thema aufschlägt, was zugleich auch noch einen medizinischen Anspruch hat, ist das definitiv eine knifflige Aufgabe. Ich bin wirklich froh, dass die Reihe bei den Zuschauern so gut ankommt. Natürlich möchten wir für dieses Thema sensibilisieren und wir bekamen dann auch als Feedback, dass viele diese Krankheit gar nicht auf dem Schirm hatten und jetzt erst so richtig wissen, was das ist und wie sie sich im Alltag äußern kann.  

„Bei Anne Merz kommen meine niederträchtigsten Gedanken mal an die frische Luft.“
Annette Frier

Gibt es bestimmten Eigenschaften, die Sie aus den einzelnen Rollen für sich persönlich mitnehmen. Und wenn ja, welche sind das? 

Das tue ich immer. Andersrum gilt das Gleiche, weil ich natürlich viele persönliche Beobachtungen mit in die Person bringe, die ich spiele. Ein Geben und Nehmen sozusagen. Im Falle von Ella Schön ist es so, dass ich diese Strenge und den analytischen Stellvertreter in mir – insofern es diesen gibt – total aus meinem inneren Parlament herauslocke. Ich zwinge ihn quasi dazu, sich in die erste Reihe zu setzen und zu sagen, wo es langgeht. Den Analysten, von dem ich eigentlich gar nicht wusste, dass er in mir wohnt. Das macht mir dann total Spaß, weil man diesem eher unbekannten Teil dann einfach viel mehr Raum und Aufmerksamkeit schenken kann. Bei Anne Merz komme ich ebenfalls auf meine Kosten. Unter anderem, weil meine niederträchtigsten Gedanken da mal an die frische Luft kommen. Manchmal stellt man dann erschreckt fest, dass die oft gar nicht so weit weg sind, wie man denkt. Der ganze Genuss an der Arbeit ist für mich, dass ich diese verschiedenen Stellvertreter in meinen Rollen erwecken und ihnen ein Sprachrohr geben kann.

Annette Frier spielt die Ella Schön in der gleichnamigen ZDF-Reihe.
Annette Frier als Ella Schön in der gleichnamigen ZDF-Reihe, zusammen mit Julia Richter als Christina Kieper. ZDF / Marc Vorwerk

Wenn Sie diese Stellvertreter einmal geweckt haben, sind sie dann auch in Ihrem Privatleben präsent?

Mein Ehemann ist schon sehr froh, dass ich die Gemeinheiten in erster Linie an Christoph Maria Herbst (spielt den Erik Merz, Anm. d. Red.) auslasse, die sind dann raus und ich muss das zu Hause nicht mehr erledigen (lacht). Und bei der Ella ist es interessanterweise so, dass ich abends meist noch mit einer gewissen Strenge nach Hause komme. Ich sitze dann viel gerader und bin anscheinend auch etwas emotionsloser und beschreibender. Mein Sohn hat dann immer großen Spaß und sagt: "Mama, kannst du die Ella bitte am Set lassen."

Das klingt aber wirklich sehr süß.

Ja das ist es. Mit ihm kann ich übrigens auch ganz toll Text lernen. Die Dialoge von Christoph konnte er fast komplett auswendig in der letzten Staffel.

Möchte Ihr Sohn auch Schauspieler werden?

Das müssen Sie ihn mal fragen. Ich glaube aber, dass er die Frage zurzeit mit "Ja" beantworten würde.

Das Interview geht unter dem Video weiter:

"Schauspieler sein ist für mich der schönste Beruf der Welt."

Und würden Sie ihm das als Mutter empfehlen?

Immer! Ich bin immer ganz erstaunt darüber, wenn Kollegen von mir sagen: "Oh Gott, mein Kind will Schauspieler werden." Für mich ist es der schönste Beruf der Welt. Natürlich kann es dann sehr schwierig werden, Arbeit als Schauspieler zu finden, aber die Ausbildung selbst ist toll und eine gute Voraussetzung für viele andere Berufe. Sie bildet Sprache und Körper und reflektiertes Handeln aus.

Das schauspielerische Handwerk kann in vielen Bereichen hilfreich sein und ich kenne viele Kollegen, die jetzt erfolgreich andere Berufe ausüben, weil sie so eine gute Schule durchlaufen haben.

Was macht das Leben für Sie liebenswert?

Die Antwort steckt für mich schon in der Frage. Liebe! Ja ich glaube, das ist so einfach. Die Liebe macht alles liebenswert.

Die zweite Staffel 'Merz gegen Merz' startet am Donnerstag (09.04.20) um 22:15 Uhr mit einer Doppelfolge im ZDF. 'Ella Schön - Feuertaufe' läuft voraussichtlich am Sonntag, dem 03. Mai 2020 um 20:15 Uhr im ZDF.

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