Im Interview Julia Richter: "Meine Kinder sollen an ihre Visionen glauben"

Am Sonntag (07.04.2019) ist Julia Richter in der ZDF- Herzkinoreihe 'Ella Schön' zu sehen. Im Liebenswert-Interview hat die Schauspielerin über ihre Rolle und ihr Familienleben gesprochen. 

An der Seite von Annette Frier spielt Julia Richter in 'Ella Schön' eine Hauptrolle.
Als Christina (Julia Richter, links) und Ella (Annette Frier) die Briefe ihres gemeinsamen verstorbenen Mannes finden, gehen sie auf unterschiedliche Art damit um.
Inhalt
  1. In 'Ella Schön' spielt Julia Richter die chaotische Christina
  2. Interview mit Schauspielerin Julia Richter
  3. Julia Richter: "Wir haben zwei tolle Omas"
  4. Julia Richter: "Fürs Verzeihen gibt es kein Patentrezept"
 

In 'Ella Schön' spielt Julia Richter die chaotische Christina

Julia Richter ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch Vollblutmutter. Die Berlinerin begann ihre Karriere im Kinderensemble des Friedrichstadt-Palastes und spielte bereits unzählige Rollen in Fernsehserien und –filmen. In 'Ella Schön' verkörpert sie neben Annette Frier eine der Hauptrollen. Ihre Rolle Christina Kieper ist die 'Zweit'-Frau von Ellas Mann. Als er überraschend verstirbt, hinterlässt er der Asperger-Autistin ein Haus an der Ostseeküste und die hochschwangere Christina mit zwei Kindern. Während sich die beiden Frauen verständlicherweise anfangs skeptisch gegenüberstehen, lernen sie miteinander zu leben und entwickeln eine Beziehung zueinander. Im vierten Teil der Herzkinoreihe 'Sturmgeschwister', werden die beiden Frauen erneut von der Vergangenheit eingeholt. Sie finden Briefe des verstorbenen Thomas und ihr unterschiedlicher Umgang mit dem ergreifenden Fund entzweit die Frauen. 

Mehr zur Reihe 'Ella Schön': Wie erlebt ein Asperger-Autist diese Filme?

Im Interview mit Liebenswert spricht Julia Richter über die Gemeinsamkeiten zu ihrer Rolle, ihre eigene Mutterrolle und ein Projekt, dass ihr sehr am Herzen liegt. 

 

Interview mit Schauspielerin Julia Richter

Liebenswert: In „Ella Schön“ spielen Sie die etwas chaotische aber sehr tatkräftige Mutter Christina. Sie sind selbst Mutter von zwei Söhnen. Was für eine Art Mutter sind Sie?

Julia Richter: Das Muttersein an sich beinhaltet schon Chaos, weil man mit Kindern ständig Überraschungen erlebt. Das ist eine der wunderbarsten Herausforderungen. Ich bin eine Mutter, die ihre Werte und Grenzen lebt. Dazwischen möchte ich mit meinen Jungs viel Spaß haben. Für mich ist es wichtig, möglichst viel miteinander zu erleben und zusammen zu lachen. Das klingt so einfach, aber geschafft hat man es erst, wenn alle abends am Tisch sitzen und glücklich sind.

Was haben Sie mit Ihrer Rolle Christina Kieper gemeinsam? 

Ich versuche – ähnlich wie Christina – erstmal zu neuen Situationen 'Ja' zu sagen und offen zu sein. Das fällt mir nicht immer leicht. Damit ist der erste Schritt immer positiv, auch wenn man manchmal Angst hat oder überfordert ist. Ich glaube Christina ist ein bisschen spontaner, emotionaler und auch konsequenter darin, Dinge raus zu lassen, die ihr nicht guttun. Außerdem sind wir beide Ostfrauen und haben sozusagen gemeinsame Wurzeln, sind Löwenmamas und wenig konventionell, was 'das Erwachsensein' angeht.

 

Julia Richter: "Wir haben zwei tolle Omas"

Sie spielen eine alleinerziehende Mutter. Als die strukturierte Ella dazukommt wird ihr Alltag auf den Kopf gestellt. Wie regeln Sie zu Hause Ihren Alltag mit Kindern, Mann und Berufstätigkeit? Wird es da auch hin und wieder chaotisch? 

Natürlich gibt es immer mal Chaos. Das geht wahrscheinlich allen Eltern so. Mit zwei Kindern ist es nochmal anders. Vor allem, wenn sie in die Schule gehen, Hobbies und Freunde haben. Spätestens dann muss man gut organisiert sein. Glücklicherweise habe ich ein gutes Netzwerk, einen Mann, der Aufgabenteilung ernst nimmt und wir haben zwei tolle Omas, die uns unterstützen. Die Kinder müssen lernen zu akzeptieren, dass es Zeiten gibt, in denen es stressiger ist und in denen sie mehr mitdenken müssen. Dafür gibt es aber auch Zeiten, in denen ich wieder ganz für sie da bin und nicht arbeite. 

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Sind Sie sich in Erziehungsfragen mit Ihrem Mann immer einig oder kommt es da auch mal zu Reibereien? 

Natürlich kommt es auch mal zu Reibereien. Jedes Elternteil ist anders und hat auch seine eigene Sichtweise. Es ist mir wichtig, dass die Werte des Vaters genauso zählen, wie die der Mutter. Wir tauschen uns natürlich darüber aus und sind uns in den grundsätzlichen Dingen einig.

Wie schaffen Sie es, den Spagat zwischen Familie und Beruf zu bewältigen?

Ich hatte immer das Bedürfnis, dass ich meine Ansprüche an meinen Beruf nicht verlieren möchte, wenn ich Familie habe. Dadurch kommt man manchmal an seine Grenzen, weil man nicht gleichzeitig die beste Mutter sein und am Set stehen kann. Das liegt in der Natur der Sache.
Wenn meine Kinder nicht täglich mit mir telefonieren wollen, weiß ich, dass es ihnen gut geht. Dabei die Balance zu finden, ist die wahre Kunst und natürlich nicht ganz einfach. Loslassen und vertrauen – z.B. den Omas, auch wenn sie Dinge anders machen als man selbst. Dafür sind sie ja auch die Omas. Das macht für mich Familie aus und darin liegt ein großer Schatz. 

Was wollen Sie Ihren Kindern unbedingt mit auf den Weg geben? 

Ich möchte, dass sie an ihre Wünsche und Visionen glauben. Das was man im Leben macht, sollte Freude bereiten. Ich möchte, dass sie ihre Werte, ihr Bauchgefühl und ihren gesunden Menschenverstand mit in die Erwachsenenwelt nehmen und darauf vertrauen. Außerdem ist mir wichtig, dass sie mitdenkende, feine, neugierige Menschen bleiben und hingucken und hinterfragen, was wirklich passiert und freundlich mit sich und anderen Menschen umgehen. 

Sehen Sie im Video den Trailer zur 'Ella Schön'-Folge 'Sturmgeschwister' (das Interview geht unter dem Artikel weiter):

 


In der Herzkinoreihe wird Ella Schön damit konfrontiert, dass ihr Mann eine zweite Familie gegründet hat und ihr diese nach seinem Tod sozusagen mit hinterlassen hat. Könnten Sie, so wie Ella es tut, eine Beziehung zu dieser Familie aufbauen? 

Wenn man, wie Ella, niemanden hat, finde ich es tatsächlich vorstellbar. Im Nachhinein so etwas über seinen Mann zu erfahren, von dem man glaubte, dass man ihn kennt, würde wohl Neugierde und das Verlangen in mir wecken, mehr darüber zu erfahren. Aber vielleicht bin ich da auch ein bisschen mit meiner Figur verwurzelt. Ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich würde ich den Kontakt suchen. 

 

Julia Richter: "Fürs Verzeihen gibt es kein Patentrezept"

Könnten Sie so einen Vertrauensbruch verzeihen? 

Tja, das ist eine schwierige Frage. Generell glaube ich, dass nicht nur der, der betrügt, schuld ist, sondern, dass schon vorher etwas in der Beziehung nicht in Ordnung war. So gesehen, tragen beide die Verantwortung und beide müssten dann auch bereit sein, dies aufzuarbeiten. Meiner Meinung nach, gibt es kein Patentrezept oder keine Regel, bei der man sagt, dass man immer verzeihen würde. 

Wird die Herzkinoreihe 'Ella Schön' noch weitergehen? 

Ja, ich hoffe. Wir sitzen tatsächlich schon an neuen Büchern. Auf alle Fälle ist bei Ella und Christina viel los: sehr spannend, sehr emotional. Ich freue mich drauf. 

Bleibt neben Familie und Schauspielerei noch Zeit für andere Dinge, die Sie gerne machen? Was liegt Ihnen noch am Herzen?

Etwas, das mir auch sehr viel Freude macht, ist die Schauspielarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich habe nach meinem Kinofilm „Nellys Abenteuer“, angefangen mit Kindern zu arbeiten und habe gerade begonnen in Neustrelitz an der Jugendkunstschule Jugendlichen zu unterrichten. 
Im Zuge dessen habe ich eine Weiterbildung von einem Heidelberger Institut gefunden, die ich jetzt im April beende. Es geht um das Schulfach 'Glück', das auch schon an vielen Schulen im Rahmen des Ethikunterrichts unterrichtet wird. Man lernt dort, was unser Wohlbefinden bestimmt, womit Kinder gestärkt werden, wie sie lernen, ihre Bedürfnisse zu formulieren, sich zu reflektieren und dass es uns glücklich macht, wenn wir selbst 'Gestalter' werden und wir Visionen und Ziele haben, an die wir glauben. 

Ein weiteres Thema, mit dem ich mich seit einiger Zeit beschäftige. Wozu bin ich bereit? Was kann ich tun und wie kann ich mein eigenes Umfeld verbessern. Zum Beispiel: Nachhaltigkeit in meinem Beruf. Es gibt den grünen Drehpass, für den sich immer mehr Filmproduktionen entscheiden. In dem Bereich können wir Schauspieler viel tun und unser eigenes Verhalten hinterfragen.
Für mich ist es ein erster Schritt, dass ich innerhalb Deutschlands nicht mehr fliege und momentan viele Stunden im Zug nach München, Stuttgart und Düsseldorf verbringe. Im letzten Jahr bin ich zu einer ethisch sozialen Bank gewechselt. Mir tut es gut meinen eigenen Fußabdruck zu verbessern.

Was macht das Leben für Sie liebenswert?

Oh, das ist ja eine philosophische Frage. Liebe an sich. Alles was mit Liebe gemacht ist. Alles wo Liebe drin steckt. Alles was Glücksmomente schenkt. Menschen, Sonne, Tiere, Pflanzen, Blicke, Worte, Berührungen. Eigentlich alles oder? Denn aus schwierigen Zeiten bekommt man ja meist auch etwas geschenkt fürs Leben. Ich liebe schöne Düfte und habe immer verschiedene Öle in meiner Tasche. Seine eigenen Kinder riechen, das ist pures Glück.

Vielen Dank für das Interview! 

Der vierte Teil der ZDF-Herzkinoreihe 'Ella Schön - Sturmgeschwister' läuft am Sonntag, dem 07.04.2019 um 20:15 Uhr im ZDF. 

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