Mit Enttäuschung umgehen Wenn Kinder ihren Eltern das Herz brechen

Der Gedanke kommt schleichend, wächst und lässt sich schließlich nicht mehr verdrängen. Negative Gefühle dem eigenen Kind gegenüber sind schmerzhaft, sie auszusprechen fast ein Tabu. 

Wenn Kinder ihren Eltern das Herz brechen
Wenn die eigenen Kinder ihre Eltern enttäuschen, tut das besonders doll weh.
Inhalt
  1. Die Stolpersteine in der Beziehung zum Kind
  2. Der Grundstein wurde in der Kindheit gelegt
  3. Was kann ich von meinem Kind erwarten?
  4. Enttäuschungen können Chancen für Weiterentwicklung sein

Ob Job, Partnerschaft oder Familie – Erwartungen und Enttäuschungen sind ein großes Lebensthema. Sie tauchen überall auf, wo Menschen miteinander in Beziehung stehen. Besonders anfällig für Enttäuschungen ist das Verhältnis von Kindern und Eltern – denn ein engeres gibt es nicht.

 

Die Stolpersteine in der Beziehung zum Kind

Hier sind es oft nur kleine Momente im Alltag, die für Missstimmung sorgen. Wenn die Kinder den Muttertag vergessen oder den Geburtstag. Oder wenn sie später, wenn sie aus dem Haus sind, zu selten anrufen oder keine Zeit haben für das traditionelle Weihnachtsessen. Oft vergeht der Unmut darüber nach einer Weile. Manchmal aber werden nicht erfüllte Erwartungen als schwerwiegender empfunden und können die Beziehung auf Dauer belasten, schlimmstenfalls sogar dazu führen, dass Familien auseinanderbrechen.

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Der Grundstein wurde in der Kindheit gelegt

Woran liegt es, dass uns die Enttäuschungen, die uns von unseren Kindern bereitet werden, so sehr schmerzen können? Dafür gibt es sicherlich verschiedene Gründe. Zum einen sind unsere jetzt erwachsenen Kinder früher kleine Kinder gewesen, für die es ganz selbstverständlich war, dass sie unsere Erwartungen erfüllten, weil sie uns gefallen wollten. Und selbstverständlich brauchten sie unsere Aufmerksamkeit, unseren Schutz und unser Urteils- und Entscheidungsvermögen, um sich gefahrlos durch die Welt zu bewegen. Es freut uns später, wenn unsere Kinder selbstständig werden. Aber natürlich kann es auch wehtun, wenn wir erkennen müssen, dass unsere Kinder zu eigenständigen Individuen heranwachsen, ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen und sich nicht länger an unseren Wünschen orientieren wollen.

 

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Wenn Kinder wegziehen  

Große Distanz

Auch wenn wir es nicht gern hören: Unsere Kinder werden eines Tages erwachsen.

 

Was kann ich von meinem Kind erwarten?

Zum anderen gehen wir natürlicherweise davon aus, dass emotionale Verbundenheit immer etwas Wechselseitiges ist. Wenn ich einen Freund in der Not unterstütze, gehe ich davon aus, dass er auch mich unterstützen wird, wenn ich seine Hilfe brauche. In Freundschaften ist diese Erwartung meist berechtigt, aber eben nicht in der Beziehung zu den eigenen Kindern. Wenn man Eltern fragt, wie viel sie unternehmen würden, um ihr erwachsenes Kind zu unterstützen, wird man nicht selten als Antwort "Alles!" erhalten. Und intuitiv würden wir denken: Das ist eine gute Antwort. Wenn aber ein erwachsenes Kind das Gleiche antwortet und "alles" unternehmen würde, um ein Elternteil zu unterstützen, würden wir zu Recht misstrauisch reagieren. Denn "alles" zu geben bedeutet, sich selbst aufzugeben, und dazu sollte sich kein Kind aufgefordert fühlen. Es ist vom Leben so gewollt, dass wir unsere Kinder mehr lieben als sie uns. Wenn wir von unseren Kindern enttäuscht werden, sollten wir uns das immer bewusst machen.

Verlassene Eltern
Verlassene Eltern  

Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Ein Kontaktabbruch ohne jegliche Erklärung

 

Enttäuschungen können Chancen für Weiterentwicklung sein

Eine Krise zwischen Eltern und Kindern muss aber keineswegs das Ende bedeuten. Denn Krise und Entwicklung gehören zusammen … nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch zwischen Eltern und Kindern. Es gilt, immer wieder offen für Um- und Neugestaltung zu sein. Jede Enttäuschung kann auch immer eine Chance sein, innezuhalten, die eigenen Werte und Wünsche zu überdenken und die Beziehung neu zu gestalten. Enttäuschung über den Sohn, der kein "richtiger Mann" sein kann, die Tochter, die die Pflege des an Alzheimer erkrankten Vaters verweigert, der Schmerz über distanziertes, liebloses Verhalten der Kinder – damit muss man erst mal fertigwerden. 

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