Star aus 'Der 7. Tag' Stefanie Stappenbeck: "35 zu werden fand ich irgendwie schrecklich"

Im Krimi 'Der 7. Tag' schlüpft Stefanie Stappenbeck (43, 'Ein starkes Team') in die Rolle einer Frau, die alles verloren hat - privat könnte es der Ehefrau und Mutter aber kaum besser gehen. Uns verriet sie, was ihr ihr persönliches Familienglück bedeutet und ob ihr das Älterwerden leicht fällt.

Schauspielerin Stefanie Stappenbeck stand uns im Interview Rede und Antwort.
Stefanie Stappenbeck spielt die Hauptrolle im neuen ZDF-Thriller 'Der 7. Tag'.

Mit dieser Frau vergehen Gespräche einfach wie im Flug: Schauspielerin Stefanie Stappenbeck, quirlig und ursympathisch, redet im Interview munter drauflos und zeigt mit jeder ihrer Antworten, dass sie einfach Spaß an dem hat, was sie tut.

Ihr aktueller Film 'Der 7. Tag' basiert auf dem gleichnamigen Roman von Monika von Ramin, den diese unter dem Pseudonym Nika Lubitsch veröffentlichte, und versetzt Stefanie Stappenbeck in ihrer Rolle als Sybille Thalheim in eine Extremsituation: Sie wacht nackt in einem Hotelzimmer auf und entdeckt neben sich ein blutverschmiertes Messer. In einem weiteren Zimmer wird ihr verschollen geglaubter Mann Michael (Steve Windolf) tot aufgefunden - ist sie etwa die Mörderin? Von nun an ist Sybille auf der Flucht und versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist ...

Frau Stappenbeck, Ihr neuer Film 'Der 7. Tag' beruht ja auf einer Romanvorlage. Lesen Sie privat gerne?

Ich lese schon sehr viel, ja. Manchmal habe ich sogar Phasen, in denen ich einen Roman am Tag lese. Welche Bücher mir zuletzt besonders gut gefallen haben, waren 'Trutz' von Christoph Hein und 'Das kalte Blut' von Chris Kraus.

Sind Sie denn jemand, der speziell Krimis gerne mag?

Ich hatte auf jeden Fall mal eine ganz krasse Krimi-Phase. Heute interessieren mich generell aber Geschichten, in denen Menschen in ungewöhnliche Situationen geworfen werden und dann damit umgehen und ihren Weg wieder herausfinden müssen.

Lässt sich das auch auf Ihre Rollenauswahl übertragen? Schließlich befindet sich Ihre Figur der Sibylle Thalheim in 'Der 7. Tag' ja auch plötzlich in einer Extremsituation, aus der sie sich herauskämpfen muss.

Genau, das hat mich an der Figur total fasziniert. Sie kommt in einer albtraumhaften Situation zu sich, aus der es eigentlich gar kein Entrinnen gibt. Trotzdem nimmt sie die Dinge in die Hand, lässt sich nicht unterkriegen und kämpft. Sie verliert nicht das Vertrauen in sich selbst und ist unglaublich mutig und bei sich, was mich an der Rolle sehr gereizt hat.

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Würden Sie sagen, dass Sie wie Sibylle eine Kämpferin sind?

Das weiß ich nicht. Ich wäre wahrscheinlich etwas vernünftiger und würde mich der Polizei stellen, weil ich viel Vertrauen in den Staat und seine Institutionen hätte und daran glauben würde, das alles gut geht. Aber wer weiß: Wenn ich im Leben die Erfahrungen gemacht hätte, die Sibylle erlebt hat, würde ich das vielleicht auch nicht tun.

Direkt am Anfang des Films gibt es ja eine Szene, in der Sie sich dem Zuschauer ganz unverhüllt zeigen – war das eine große Herausforderung für Sie?

Es hat mich auch sehr überrascht, dass ich das gemacht habe (lacht). Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, vor der Kamera nackt zu sein – ich finde das ganz schrecklich, vor allem in Zeiten des Internets. Bei diesem Film hatte ich aber das Gefühl, dass eigentlich kein Weg daran vorbeiführt. Ich fand, dass es für die Logik des Films gar nicht anders geht: Man wacht nackt auf, weiß überhaupt nicht, was los ist – das ist mit der krasseste Einstieg, den es für eine Figur gibt, weil es ein so großer Schock ist. Da ich dem Regisseur Roland Suso Richter und seinem Team sehr vertraut habe, habe ich es also gemacht und sie haben mir am Set gezeigt, wie die Szene hinterher aussehen würde. Ich konnte dann immer noch sagen, welche Körperteile mir vielleicht zu deutlich gezeigt wurden. So, wie es jetzt ist, finde ich es für den Film aber genau richtig – ganz natürlich und nicht so nach dem Motto "Oh, wir müssen unbedingt eine nackte Frau zeigen."

Die Figur der Sibylle hat im Leben ja fast alles verloren - Machen Sie Rollen wie diese umso dankbarer, dass es Ihnen privat gut geht?

Auf jeden Fall. Diese Haltung der Dankbarkeit versuche ich ganz bewusst jeden Tag in meinen Alltag einzubauen. Das ist mittlerweile fast wie ein Reflex bei mir: Immer, wenn ich mich eigentlich über etwas beklagen will, kommt diese Dankbarkeit für das, was ich mache, habe und sein darf und für die Menschen, die ich um mich habe, in mir hoch. Aber solche Rolle wie in 'Der 7. Tag' machen es einem natürlich noch einmal ganz besonders bewusst.

Sehen Sie hier einen Videogruß von Schauspielerin Gerit Kling an alle Liebenswert-Leserinnen und -Leser (Artikel geht unter dem Video weiter):

 

Für viele ist es ja schwierig, irgendwann 40 oder 50 zu werden – wie sind Sie damit umgegangen, als Sie die 40 überschritten haben? Haben Sie das Gefühl, man wird mit den Jahren entspannter?

Die 40 war für mich komischerweise eigentlich gar nicht schlimm, auch nicht die 30 – aber 35 zu werden fand ich irgendwie schrecklich. Ich habe mir das so erklärt, dass man Menschen ja häufig in Gruppen "um die 20", "um die 30" oder "um die 40" einteilt. Darum war ich sozusagen von etwa 25 an bis eben kurz vor 35 immer in der Kategorie "um die 30". Mit dem Wechsel zur 35 wurde mir dann aber plötzlich klar: Oh Gott, jetzt gehe ich aus dieser jugendlichen Kategorie raus und bin "um die 40" – und das bleibe ich auch die nächsten zehn Jahre über. Ich glaube, darum habe ich eher Angst vor der 45, die schon eher eine Herausforderung für mich sein wird – aber die nächsten zwei Jahre ist auf jedem Fall noch alles super (lacht). Trotzdem versuche ich, mich jetzt schon innerlich darauf vorzubereiten.

Wie darf man sich denn Ihr Familienleben vorstellen? Sie sind jetzt ja im siebten Jahr verheiratet, haben eine kleine Tochter – was hat sich seitdem bei Ihnen verändert?

Ich habe ja wirklich das große Glück, dass ich die Rolle in 'Ein starkes Team' bekommen habe und dafür in Berlin drehe – dann kann ich immer zu Hause schlafen. Frida bringe ich dann morgens zu Kita oder ihr Papa (Anmerkung der Redaktion: Schlagzeuger Christopher Farr) oder die Großeltern kümmern sich um sie. Eine Hauptrolle in einer anderen Stadt habe ich bisher nicht angenommen. Wenn, dann bin ich immer nur für wenige Tage weg.

Ihre Tochter ist jetzt ja drei Jahre alt: Gibt es etwas, auf das Sie sich schon besonders freuen, wenn Frida größer wird?

Ich freue mich schon total aufs Brettspiele Spielen, weil ich das einfach liebe – ich könnte von früh bis spät alle möglichen Spiele machen. Jetzt können wir aber immerhin schon Memory spielen. Verrückterweise freue ich mich auch auf Hausaufgaben – vielleicht bereue ich diese Aussage in zehn Jahren (lacht). Aber ich freue mich darauf, mitmachen zu können und zu gucken: Was kann ich eigentlich selbst noch? Ich war sehr gut in der Schule und mir hat das immer Spaß gemacht, muss ich gestehen. Ich war ein kleiner Streber (lacht). Mir fiel es aber auch leicht, ich hab vieles zum Glück schnell kapiert und war auch schon immer sehr neugierig. Was mir aber jetzt gerade schon viel Spaß mit Frida macht, sind unsere Gespräche – all die Sachen, die die Kleinen so erzählen und was für Gedanken sie im Kopf haben, ist schon lustig. Außerdem finde ich es einfach toll, dass ich mich in Anwesenheit meiner Tochter einfach völlig bekloppt benehmen und die verrücktesten Faxen machen kann. Keiner guckt mich da komisch an, im Gegenteil.

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Was möchten Sie Ihrer Tochter denn mit auf den Weg geben?

Mir ist wichtig, ihr das Gefühl zu geben, dass ich sie immer lieben werde – egal, was sie macht. Sie soll wissen, dass ich sie immer lieb habe, auch, wenn ich mal sauer bin, weil sie mich zum Beispiel mit Badewasser vollgespritzt hat (lacht). Ich hoffe, dass ich schaffe, was schon meine Mutter für mich getan hat: Sie gab mir immer das Gefühl, ich könnte mit allem zu ihr kommen, ihr alles erzählen und sie würde mich nicht dafür verurteilen. Auch bei Dingen, wo andere Mütter vielleicht ausgeflippt wären. Was mir meine Mutter gab, hat es mir ermöglicht, viele schwere Situationen durchzustehen. Das würde ich gerne an Frida weitergeben.

Was ist es denn das Ihr Leben besonders liebenswert macht?

Je älter ich werde, desto mehr kann ich das Geschenk in allem sehen, was mir passiert – auch, wenn es manchmal wehtut. Auch schmerzliche Erinnerungen können zum Beispiel ein Geschenk sein, weil man sie verarbeiten und an ihnen wachsen kann.

Der ZDF-'Fernsehfilm der Woche' mit dem Titel 'Der 7. Tag' läuft am Montag, den 23. Oktober 2017 um 20:15 Uhr. Neben Stefanie Stappenbeck sind darin unter anderem auch Henning Baum, Josefine Preuß und Marcus Mittermeier zu sehen.

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