Mitgedacht

Mitfahrerbank: Initiative für immobile Menschen

Einige Kommunen machen bereits mit: Sie stellen sogenannte Mitfahrerbänke auf um älteren Menschen zu helfen. Aber was ist das genau?

Mitfahrerbank: Initiative für immobile Menschen
Wer selber kein Auto hat oder nicht mehr fahren kann, ist oft auf die Hilfe anderer angewiesen. Foto: ImageegamI / iStock
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Ein Termin bei der Bank steht an oder das Tablettenrezept muss vom Arzt abgeholt werden - für viele ältere Menschen sind das Situationen, in denen sie nicht wissen, wie sie sie bewältigen können. Gerade in ländlichen Regionen ist die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel nicht so gut ausgebaut, dass man mit ihnen jedes Ziel erreichen könnte. Dazu kommt, dass viele Ältere aufgrund von Bewegungseinschränkungen Angst haben, sich allein im Straßenverkehr zu bewegen. Auch Verwandte oder Nachbarn sind nicht immer greifbar, um sie um einen Gefallen zu bitten.

Mitdenken: mitfahren lassen

Aus Mitgefühl und Empathie gegenüber älteren, unbeweglichen Menschen, entstand die Idee der Mitfahrerbänke. Sie soll helfen, diese Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen und ihnen die Möglichkeit geben, Erledigungen zu tätigen - mit einem sicheren Gefühl.

Ein gutes Vorbild

Im Video zu sehen sind die Mitfahrerbänke in den Gemeinden Nohfelden und Tholey im Landkreis St. Wendel, Saarland. Markus Düsterheft, der Vorsteher der Ortsteils Türkismühle erklärt, dass die Wege zwischen dem Wohnort und Supermärkten durchaus einige Kilometer lang sein können. Gerade ältere und nicht mobile Menschen haben es mit schweren Tüten nach dem Einkauf besonders schwer, diese Wege zurückzulegen. Die Bewohner des Ortes Türkismühle freuen sich deshalb, diese Hilfe für bewegungseingeschränkte Personen anbieten zu können.

In Nohfelden sind die Bewohner auf den Bürgermeister zugekommen und haben ihm von der tollen Idee berichtet. Ein Beweis dafür, dass Mitgefühl und Empathie für ältere Menschen doch noch groß geschrieben werden!

Wie funktioniert die Mitfahrerbank?

Neben der Mitfahrerbank sind Schilder angebracht, die verschiedene Fahrtziele signalisieren. Jemand, der mitgenommen werden möchte, klappt das Schild mit seinem Fahrtziel nach vorn, sodass passierende Autofahrer sehen können, wohin er mitgenommen werden möchte. Stimmen die Fahrtziele überein, kann der hilfsbereite Autofahrer anhalten und dem Fahrgast eine Mitfahrt anbieten.

Besonders in ländlichen Regionen, wo die Mitfahrerbänke derzeit hauptsächlich eingesetzt werden, ist fehlendes Vertrauen kein Problem: Die meisten Menschen kennt man bereits - oder man lernt sich schnell kennen, weil man in der Nachbarschaft wohnt. Dennoch kann ein wachsamer Blick nicht schaden: Treiben sich plötzlich unbekannte Autofahrer stets in der Nähe von Mitfahrerbänken umher oder wurde eine schlechte Erfahrung gemacht, sollte die Polizei informiert werden.

Video: Einfach mal "Danke" sagen

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