(Not) sorry! Schluss mit Schuldgefühlen: So befreien Sie sich

Inhalt
  1. "In Sachen Schuldgefühle sind Frauen eine Fehlkonstruktion"
  2. Schuldgefühle sind ein Fluch, den man manchmal nicht loswird
  3. "Woher? Wohin? Wozu? Eine der Fragen steht für unseren Lebensauftrag"
  4. Schuldgefühle ade! So geht es

Warum Frauen dazu neigen, für alles, was schiefläuft, die Verantwortung zu übernehmen, und wie sie sich von dem Gefühl, immer schuld zu sein, befreien können.

"Schicksalsschläge lassen sich ertragen – sie kommen von außen, sind zufällig. Aber durch eigene Schuld leiden – das ist der Stachel des Lebens", schrieb der irische Lyriker Oscar Wilde. Wer kennt ihn nicht, diesen Stachel, mal pikt er nur, mal schmerzt er ungeheuer. Besonders in Frauenseelen treibt er gerne sein Unwesen, sagt die Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin Julia Onken. "Wir Frauen haben eine lange Schuldtradition, sind es also gewohnt, wenn etwas schiefläuft, sofort die Verantwortung zu übernehmen. Das große Vorbild ist Eva, die schließlich an der Vertreibung aus dem Paradies schuld ist. Dabei ist das Konzept von Schuld für mich absolut überflüssig. Es bringt niemanden weiter, führt zu nichts Gutem. Im Gegenteil. Schuldgefühle verdunkeln die Seele, belasten und machen uns unfrei", schreibt die Gründerin und Leiterin des "Frauenseminar Bodensee". Julia Onken gilt als Pionierin, wenn es darum geht, auf das Thema Schuldgefühle einen therapeutischen Blick zu werfen. Aber wie soll das funktionieren, ein Leben ohne diesen Stachel?

 

"In Sachen Schuldgefühle sind Frauen eine Fehlkonstruktion"

Julia Onken: "Ich komme nach langjähriger therapeutischer Arbeit und psychologischer Recherche zu dem Schluss: In Sachen Schuldgefühle sind Frauen eine Fehlkonstruktion. Mütter zum Beispiel. Sie fühlen sich schuldig, wenn das Kind nicht durchschläft, in der Schule Probleme oder als Erwachsener in der Liebe kein Glück hat. Sie wollen immer ihr Bestes geben, aber das genügt eben manchmal nicht, um Situationen zu verhindern, die man sich so nicht gewünscht hat. Und schon fühlen sich Mütter schuldig. Dabei haben die allermeisten Kinder auch Väter. Mütter können entsprechend nur die Verantwortung für die Mutter-Entscheidung übernehmen, also 50 Prozent. Wir laufen aber mit der Last von 100 Prozent Schuld mit uns herum. Weil wir uns den Dingen eben auch hundertprozentig widmen.“

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Aber wenn wir Frauen nun mal so gestrickt sind, wie sollen wir denn dann aus diesem Schuldkomplex herauskommen?

Julia Onken: "Die Frage wird mir häufig gestellt, und meine Antwort darauf ist immer die gleiche: Wir sollten über unsere Schuldgefühle mehr sprechen. Denn alles, was wir benennen können, verliert seinen Fluch. Ein weiterer Schritt, um uns von unseren Schuldgefühlen zu befreien, ist, unseren Anspruch zu überprüfen. Was erwarte ich von mir als Mutter oder Ehefrau, als Freundin oder Arbeitnehmerin? Und sind diese Ansprüche an mich selbst realistisch?“

 

Schuldgefühle sind ein Fluch, den man manchmal nicht loswird

Jeder kennt diese Sätze, die unser Herz schneller schlagen lassen und unserem Gewissen zusetzen. Wir haben zum Beispiel eine Aufgabe nicht erledigt, einen Freund schon wieder versetzt, unser Kind angeschrien oder jemanden gekränkt. Wir tun oder unterlassen etwas, wir sagen Dinge oder sagen sie nicht und sind dabei unseren Ansprüchen an uns selbst nicht gerecht geworden ...

Julia Onken: "Deswegen fühlen wir uns schlecht. Dabei geben wir uns sogar oft die Schuld an Vorfällen, über die wir keine Kontrolle haben. Gerade weil Schuldgefühle unlogisch und faktisch nicht festzumachen sind, können wir sie nicht unter unsere Kontrolle bringen. Und weil wir sie oft nicht genau verorten und benennen können, sitzen sie auf uns wie ein Fluch. Manche werden wir ein Leben lang nicht los.“

Wie erkennt man in einer Situation, ob man wirklich schuldfrei ist?

Julia Onken: "Es gibt wirklich nur eines: gründlich darüber nachdenken und mit anderen Frauen darüber sprechen. Am besten zeichnet ihr eine genaue Analyse des Vorgangs auf und stellt euch die Fragen: Was ist jetzt eigentlich gerade genau passiert? Und was habe ich tatsächlich mit dem Problem zu tun? Dann erkennen wir die Schnittstellen; erkennen, wo unser Denken in eine falsche Richtung läuft. Dabei müssen wir wissen: Das ist ein typisch weibliches Problem. Sagt euch: Ich bin vollkommen normal, nehmt keine Selbstbeschuldigung vor."

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Und wie sieht es aus, wen man tatsächlich einen Fehler gemacht hat?

Julia Onken: "Fehler sind großartig, wenn wir sie als Lernfeld verstehen. Je mehr Fehler, umso größer die Lernmöglichkeiten. Doch der gelassene Umgang mit Fehlern erweist sich als eine der schwierigsten Disziplinen in der hohen Kunst, ein Erwachsener zu sein. Als Kinder übernehmen wir nämlich die Art und Weise, wie mit Fehlern oder mit Verhalten, das nicht den Erwartungen entspricht, umgegangen wird. Wir übernehmen die Wertvorstellungen und das Verhalten unserer Eltern und fühlen uns schlecht oder schuldig, wenn sie uns für etwas bestrafen, was offensichtlich nicht erwünscht war. Wer mit dem Gefühl aufwächst, aufgrund seines vermeintlich fehlerhaften Verhaltens nicht in Ordnung oder nicht liebenswert zu sein, fühlt sich auch als Erwachsener in vergleichbaren Situationen schnell schuldig."

Viele fühlen sich schuldig, wenn Sie denken, sich nicht genügend um andere zu kümmern ...

Julian Onken: "Darank merkt man, wie relativ fehlerhaftes Verhalten ist. Aber egal, ob wir nun tatsächlich etwas falsch gemacht oder lediglich in den Augen anderer nicht korrekt gehandelt haben – nur wenn wir lernen, auch unsere Fehler zu akzeptieren und sie in unser Leben zu integrieren, kommen wir wieder in einen Selbstkontakt. Dann stehe ich zu mir, auch wenn ich in diesem Moment gerade mal nicht stolz auf mich bin. Genau das stärkt unser Selbstwertgefühl. Und mit einem guten Selbstwertgefühl sind wir in einem unerschütterlichen Selbstkontakt. Da riechen wir den Braten gegen den Wind, wenn wir uns mit etwas belasten, was mit uns selbst eigentlich nichts zu tun hat."

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"Woher? Wohin? Wozu? Eine der Fragen steht für unseren Lebensauftrag"

Julia Onken: "Wozu leben wir? Und die Antwort lautet: Um uns zur Blüte zu bringen. Alles was wir an Fähigkeiten und Stärken haben, ist angelegt und will sich entfalten. Das kann aber nicht gelingen, wenn wir uns permanent für Dinge schuldig fühlen, die überhaupt nicht auf unserem Mist gewachsen sind."

Wie geht man mit diesen Ereignissen oder Entwicklungen im Leben um, die man nicht selbst in der Hand hat?

Julia Onken: "Fragt euch: Was ist der Sinn des Lebens? Und hört nicht auf zu fragen, bis ihr ihn gefunden habt. Falls euch das schwerfällt, hier ein Impuls: Wir sind nicht auf dieser Welt, um wie geknickte Gartenschläuche herumzuhängen, sondern um die zu werden, die wir sind. Spätestens bei diesem Gedanken sollte klar werden, dass Schuldgefühle nicht hilfreich sind.“

 

Schuldgefühle ade! So geht es

Im Video zeigen wir, wie Sie in sechs Schritten aus dem Teufelskreis der Schuldgefühle ausbrechen können:

 

Quelle: einfach.sein

Kategorien:
Glamouröse Wohnideen

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