Bremen Neues Projekt: Briefträger kümmern sich um Senioren

Neues Projekt: Briefträger kümmern sich um Senioren
Briefe reinwerfen und das war's? Wer bei einem neuen Projekt in Bremen mitmacht, kann schon bald auf ein Klingeln vom Briefträger und einen Plausch mit ihm hoffen.

Länger in der eigenen Wohnung leben und dabei von der Post nicht nur in Sachen Briefzustellung unterstützt werden. Ein neues Projekt in Bremen macht es möglich.

Wird Bremen bald der Vorreiter in Punkto innovative Seniorenbetreuung? Mit 'Post Persönlich' startet dort Mitte Mai ein Pilotprojekt der Post in Kooperation mit den Johannitern. Neben der normalen Briefzustellung wird jetzt auch ein sozialer Aspekt in die Arbeit eingebunden.

 

Projekt mit Johanniter 

BriefträgerInnen sollen nicht nur anonym Briefe zustellen, sondern durch das Klingeln an der Haustür und ein Gespräch feststellen, ob es dem Senior oder der Seniorin gut geht. Darüber hinaus werde es dann eine SMS an die Angehörigen geben, um sie über den Zustand ihrer gebrechlichen Verwandtschaft zu informieren. Erste Kunden werden dann vermutlich bei den bereits im Notrufsystem der Johanniter registriert sind. 

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Auch ein direkter Kontakt zu den Sanitätern der Johanniter wird im Notfall hergestellt und Informationen zu Angeboten der Wohlfahrtsverbände kommuniziert. Außerdem wird es ab Juli für Sparkassenkunden möglich sein, Bargeld kostenpflichtig zu bestellen und sich dieses vom Briefträger bringen zu lassen.

Video: Das sind die neuen Pflegegrade (Artikel wird unter dem Video fortgeführt)

 
 

Zuerst keine Neuanstellungen

Der Service wird nicht kostenfrei stattfinden. Wie hoch die Gebühr für die Kunden, die den Service in Anspruch nehmen wollen, sein wird, ist allerdings noch nicht klar. Sicher ist aber, dass die Mitarbeiter der Post für ihre neuen Aufgaben speziell geschult werden. Wie diese die Aufgaben in ihren Arbeitsalltag integrieren sollen, wurde nicht bekannt. Zusätzliche Briefträger will die Post zumindest vorerst nicht einstellen.

 Die Initiative hinter der besonderen Betreuung von Senioren stammt aus dem Bremer Senat, der 245.000 Euro für das Projekt Herbsthelfer bereitstellt. Im Zuge dessen sind Senioren von Wissenschaftlern besucht worden und Bedürfnisse festgestellt. Als Teil des Projekts werden jetzt beispielsweise auch E-Book-Reader an Seniorenheime verteilt. 

2014 gab es ein ähnliches Projekt der Post im Ruhrgebiet. Das wurde aber nach geringem Kundeninteresse eingestellt. Ob sich die Briefträger als Altenbetreuer in Bremen durchsetzen können, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Das Projekt soll bis 2019 gehen.  

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