Ruhig Blut Arbeitslos mit über 50: Was tun?

Wer plötzlich arbeitslos wird, steht erstmal unter Schock. Gerade Menschen über 50 sorgen sich, ob sie noch eine neue Anstellung finden werden.

Arbeitslos werden ist immer ein Schock
Arbeitslos werden ist immer ein Schock
Inhalt
  1. Über 50 bedeutet nicht zum alten Eisen zu gehören
  2. Unbedingt bei der Arbeitsagentur melden
  3. Früher in Rente gehen, satt einen neuen Job suchen?
  4. Einen neuen Job finden

 

Über 50 bedeutet nicht zum alten Eisen zu gehören

Plötzlich ohne Job, davor ist keiner sicher. Wichtig ist, nach dem ersten Schock, die Chancen in dieser Situation zu sehen. Wer unerwartet seinen Job verliert, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie soll es nun weitergehen? Mit unserer Orientierungshilfe meistern Sie selbstbewusst die schwierige Situation.

 

Unbedingt bei der Arbeitsagentur melden

Wer seinen Job verliert, muss sich bei der Arbeitsagentur melden, sobald er von der anstehenden Arbeitslosigkeit erfährt. Andernfalls gibt es weniger Geld. Für Ältere gelten dann die gleichen Bedingungen wie für Junge: Eine zumutbare Stelle muss angenommen werden und bis zu zwei Stunden Fahrtweg sind in Kauf zu nehmen. Ist jemand familiär an einem Ort verwurzelt, wie es bei älteren Arbeitnehmern oft der Fall ist, wird aber kein Umzug verlangt.

 

Früher in Rente gehen, satt einen neuen Job suchen?

Jetzt noch einen Job suchen oder lieber gleich in Rente gehen? Seit 2014 können Versicherte früher in Rente gehen, ohne Abschläge zu befürchten – vorausgesetzt sie können 45 Jahre Beitragszahlung vorweisen. Wer vor 1958 geboren wurde, darf diese Möglichkeit mit 63 nutzen, wer zwischen 1958 und 1964 geboren wurde mit 64. Alle späteren Jahrgänge müssen arbeiten, bis sie 65 sind. Wichtig für Frauen: Zu den 45 Jahren zählen zum Beispiel auch Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes oder der Pflege von Angehörigen. Wer seine Rente regulär antreten will, muss bis zu seinem 67. Lebensjahr arbeiten, wenn er 1964 oder später geboren wurde. 

Wer früher in Rente geht, ohne die Bedingungen zu erfüllen, büßt für jeden verpassten Monat 0,3 Prozent der Rentensumme ein. Wer drei Jahre früher aufhört, bekommt demnach eine um 10,8 Prozent niedrigere Rente. Trotz dieses Nachteils können Arbeitslosengeld-II-Empfänger ab 63 von der Arbeitsagentur gezwungen werden, früher in Rente zu gehen. Wer länger arbeitet, als er muss, bekommt im Gegenzug Zuschläge, nämlich 0,5 Prozent pro Monat. Nach zwei zusätzlichen Jahren sind 17 Prozent mehr Rente drin. Die Jobsuche lohnt also auch noch in späteren Jahren. 

 
 

Einen neuen Job finden

Bei vielen Arbeitgebern hat sich herumgesprochen, dass Ältere oft hoch motiviert sind und begehrte Tugenden wie Menschenkenntnis und Gelassenheit mitbringen. Nutzen Sie die Chance und heben Sie solche Fähigkeiten in Ihrer Bewerbung hervor. Dass Sie mit der Zeit gehen, können Sie mit einem ansprechenden Foto und einem Lebenslauf auf dem neuesten Stand belegen: Heute schreibt man ihn nicht mehr chronologisch, sondern beginnt mit der zuletzt ausgeführten Stelle. Fügen Sie für jede Station eine kurze Beschreibung Ihrer Tätigkeit an. Nutzen Sie bei der Jobsuche Ihre Kontakte – etwa aus ehrenamtlichem Engagement und altem Freundeskreis. Wer kontaktfreudig ist, trifft vielleicht auf einer Jobmesse den neuen Arbeitgeber. Im Internet gibt es spezialisierte Stellenbörsen (www.jobnetzwerk-50plus.de, www.plusjobs.de).

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