Wenn das Gedächtnis nachlässt: Darum werden wir im Alter vergesslich

Im Alter lässt unser Gedächtnis nach

Unser Gedächtnis lässt im Alter immer mehr nach. Darum werden wir vergesslich.

Schon wieder was vergessen! Und in Sachen Konzentration lief’s auch schon mal besser. Müssen wir uns Sorgen machen oder sind Gedächtnisprobleme ab 40 ganz normal? In jedem Fall gilt jetzt für unser Gehirn: Raus aus der Komfortzone!
Der Neurobiologe Prof. Martin Korte hat nahezu täglich mit Menschen zu tun, die sich Sorgen um ihr Gedächtnis machen. Er beschäftigt sich mit Fragen der Gehirnalterung. Schon dasWort macht nervös: Gehirnalterung. Das klingt nach Krankheit und Verfall. Doch Prof. Korte winkt ab: "Von reinem Abbau kann nicht die Rede sein, es sind vielmehr gewaltige Umbauprozesse, denen das Gehirn im mittleren Lebensalter unterworfen ist. Dabei werden Fähigkeiten verlagert, einige Hirnareale werden dabei schwächer, andere jedoch stärker."

Zwar schrumpfen mit dem sogenannten Hippocampus und dem präfrontalen Kortex vor allem jene Gehirnteile, in denen Neurowissenschaftler Gedächtnis und Orientierungssinn verorten. Dafür, sagt Prof. Korte, erhöhe sich mit dem Älterwerden aber die fluide Intelligenz, also die Summe der miteinander vernetzten Lernerfahrungen. "Bei einem Wettrennen auf gerader Strecke halte ich mit keinem jungen Mann mit", sagt der 53-Jährige. "Auf unübersichtlichem Gelände ist das anders: Da gewinne ich – weil ich nicht bei Null starte und Abkürzungen und Tricks verinnerlicht habe, die Jüngere noch nicht kennen."
Wir denken also langsamer als früher, dafür aber komplexer und vorausschauender. "Überlegen Sie mal, wie viele Bücher Sie in Ihrem Leben gelesen und wie viele runde Geburtstage Sie mitgefeiert haben", sagt Prof. Korte. "Der Datenraum, auf den Sie zugreifen, ist immens. Deshalb dauert der Zugriff länger und ist auch fehleranfälliger."

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Grund zur Panik besteht laut Prof. Korte meist aber auch dann nicht, wenn es in der Lebensmitte zu starken Auffälligkeiten kommt. Häufig seien Gedächtnisprobleme gut behebbaren organischen Ursachen geschuldet, zeigen seine Untersuchungen. So kann etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Blutarmut (Anämie) die kognitive Leistungsfähigkeit hemmen. Und auch starker Vitamin B12-Mangel, Depressionen sowie Medikamente wie Schlafmittel oder Herz-Kreislauf-Präparate können das Denkvermögen beeinträchtigen. Wird das Problem behoben, klappt’s auch wieder mit der Erinnerung.

Immerhin: Gemessen an den Kriterien, die Neurologen zur Diagnose einer krankhaften Entwicklung heranziehen, gehören Gedächtnisprobleme ganz klar in die Rubrik „Nervig, aber nichtgefährlich“. Abfinden, sagt Prof. Korte, müsse man sich damit trotzdem nicht. Schließlich sei unser Gehirn bis ins hohe Alter fähig, neue Nervenzellen zu produzieren – vorausgesetzt, wir schaffen die Vorbedingungen, die es dafür benötigt, etwa ausreichend Schlaf, viel Bewegung und eine hirngesunde Ernährung . Vor allem, so Prof. Korte, sollten wir auf die "Neuroplastizität" unseres Gehirns setzen, also seine Fähigkeit, sich wechselnden Umweltbedingungen anzupassen. Hirnscans zeigen: Erlauben wir unserem Denkorgan, sich ständig auf die faule Haut zu legen, werden Neuronen und deren Verschaltungen, sogenannte Synapsen, auf Dauer abgebaut. Fordern wir es dagegen beständig heraus, bleibt es jung und leistungsfähig.

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